'Wild'-Regisseurin Nicolette Krebitz: "Die meisten Filme werden von Männern gemacht"

Nicolette Krebitz: Neue Film-Situationen für Frauen
Nicolette Krebitz © Cover Media

Nicolette Krebitz (43) findet es wichtig, auch Filme aus der weiblichen Perspektive zu erzählen.

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Die weibliche Perspektive

Die Filmemacherin ('Das Herz ist ein dunkler Wald') wurde einst als Schauspielerin bekannt und feierte einen ihrer größten Erfolge 1997 im Kinohit 'Bandits'. Mittlerweile arbeitet sie aber auch als Regisseurin. Noch immer sind Frauen hinter der Kamera eine Seltenheit, weshalb Nicolette es so wichtig findet, ihr Geschlecht in diesem Zusammenhang zu betonen.

"Die meisten Filme werden von Männern gemacht. Frauen werden in ihnen entweder so dargestellt, wie Männer sie gerne hätten - oder eben schrecklich finden. Alle Situationen, in die Frauen in Filmen gebracht werden, haben meistens nicht viel mit ihrer eigenen Geschichte zu tun. Männliche Helden müssen irgendwas erledigen und Frauen begleiten sie dabei oder gehen ihnen auf die Nerven", beklagte sie im Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung'.

Als Frau habe sie nun die Chance, die Protagonistin "in andere Situationen zu bringen, Situationen, die etwas über sie erzählen und nicht über den Mann an ihrer Seite", erklärte Nicolette weiter.

So ist das auch in ihrem neuen Film 'Wild', in dem es um eine Außenseiterin geht, die im Park auf einen Wolf trifft und so fasziniert von ihm ist, dass sie ihn bei sich zu Hause aufnimmt. "In 'Wild' ist es jetzt ja sogar so, dass der männliche Hauptdarsteller ein Wolf ist. Insofern reagiert die Frau relativ wenig im Sinne des üblichen Schemas, sie ist nicht damit beschäftigt, gegen ein ihr entgegengebrachtes Frauenbild anzutreten oder es gar zu erfüllen. Sie entwickelt ihr Handeln allein aus sich heraus. Sie muss das Verhalten des Mannes nicht spiegeln, sich nicht darauf beziehen", erläuterte Nicolette Krebitz die ungewöhnliche Geschichte, mit der sie zwei Jahre lang nach Fertigstellung des Drehbuchs einen Produzenten suchen musste. Auch das hat mit dem Geschlecht zu tun, ist sich Nicolette Krebitz sicher. "Als Mann ist es immer einfacher", sagte sie der 'Berliner Morgenpost'. "Es wäre auch schon schneller gegangen mit einer männlichen Hauptfigur. Eine Frau, die durch die Begegnung mit einem Wolf zu sich selber findet, sich selbst befreit, auch sexuell; und für all das braucht es keinen Mann, das hat es anfangs schwer gemacht."

'Wild' startet am 14. April in den Kinos. 

Cover Media

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