Hollywood Blog by Jessica Mazur

Wie wird man für die Promis Platzfüller bei den Oscars?

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Hollywood macht sich bereit für die Oscars.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Hollywood macht sich bereit für die Oscars. © REUTERS, MIKE BLAKE

von Jessica Mazur

In Hollywood herrscht mal wieder Wärmepflaster-Mangel. Der Grund: Am Sonntag werden hier die Oscars verliehen und es sind nur kühle 18 Grad plus Regen angesagt. Auf dem Hollywood Boulevard laufen zwar schon die Vorbereitungen, ein Dach über den roten Teppich zu bauen und jede Menge Heater aufzustellen, doch viele Schauspielerinnen werden trotzdem zu dem Pflaster-Trick greifen, um in den zum Teil hauchdünnen Designerroben nicht frieren zu müssen.

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Die Stars werden am kommenden Sonntag ab circa halb drei Uhr nachmittags vor dem Dolby Theatre eintrudeln. Um 17.00 Uhr Ortszeit LA geht's dann mit der Live-Show los. Zu diesem Zeitpunkt wird eine andere Gruppe von Menschen aber bereits sieben Stunden vor Ort sein und auf den Einsatz warten: die Platzfüller nämlich. Platzfüller nennt man die Leute, die bei den Oscars und anderen Awardshows 'Gewehr bei Fuß' stehen, um den Sitzplatz der geladenen Gäste einzunehmen, wenn diese mal eben auf die Bühne, aufs Klo oder an die Bar müssen. Wenn die Kameras über das Publikum schwenken, soll der Zuschauer Zuhause nämlich auf gar keinen Fall leere Plätze sehen. Sieht einfach nicht schön aus und lenkt obendrein ab.

Doch wer sind diese Leute, die die Plätze für Angelina Jolie, Nicole Kidman und Co. warm halten, wenn diese sich das Näschen pudern? Und noch wichtiger: Wie wird man einer von ihnen? Platzfüller bei den Oscars zu sein und neben Hollywood's A-Liga zu sitzen, ist schließlich ein Job, den hier viele gerne einmal ausführen würden. Die Chancen stehen aber leider schlecht. Denn die 'Seat Filler' sind fast ausschließlich PricewaterhouseCoopers (PwC) Mitarbeiter (das ist die Firma, die seit Jahren die Oscar-Stimmzettel auszählt) und deren Angehörige. Besondere körperliche Voraussetzungen muss man keine erfüllen. 'Seat Filler' dürfen jung, alt, dick oder dünn sein. ABER: schick angezogen müssen sie sein.

Denn gleich bei der Ankunft werden die Männer und Frauen einem Dress-Check unterzogen. Und wer den nicht besteht, wird gleich wieder nach Hause geschickt. Dann heißt es warten, warten und noch mal warten. Und zwar so lange bis der offizielle 'Platzfüller-Anweiser' kommt und einen – husch husch – in den Saal und auf seinen vorübergehenden Platz führt. Manchmal nur für ein paar Minuten, manchmal sogar bis zum Ende der Show. Denn es gibt immer wieder Promis, die nicht zu ihrem Platz zurückkehren, weil sie sich lieber Backstage im 'Green Room' amüsieren.

Und wie lautet das oberste Gebot eines Platzfüllers? Bloß nicht auffallen! Die 'Seat Filler' dürfen im Saal nicht reden, sollen keine große Bewegungen machen und dürfen auf gar keinen Fall in irgendeiner Form mit den Promis interagieren. Sonst droht der Rauswurf! Alle Platzfüller müssen vor ihrem Einsatz nämlich ein Papier unterschreiben, auf dem sie sich nicht nur zu absoluten Verschwiegenheit verpflichten, wer sich daneben benimmt, verliert außerdem seinen Job bei PwC oder sorgt dafür, dass der jeweilige Angehörige fliegt. Jaha, mit den Oscars ist hier in der Stadt eben nicht zu spaßen ...

Bleibt die Frage offen: Was verdient man so als Füll-Element? Rein gar nichts! Während man wartet, wird man zwar mit Essen und Getränken versorgt, aber ansonsten gibt's als Lohn für die Arbeit nur einen feuchten Händedruck. Vielen Dank, das war's. Die tollen Afterpartys? Absolutes No-No.

Na, was meint ihr? Traum- oder Albtraumjob? Hm, so richtig toll klingt's ja nicht, aber ich gebe zu, einmal machen würde ich's trotzdem ;-)

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur

Wie wird man für die Promis Platzfüller bei den Oscars?
Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur. © Jessica Mazur