'Wie in alten Zeiten' mit Pierce Brosnan und Emma Thompson: Absurde Handlung kann nicht überzeugen

Wie in alten Zeiten
Komödiantisches Highlight: Timothy Spall

1,5 von 5 Sternen

'Wie in alten Zeiten' mutet zunächst durchaus charmant an. Ein Rentner-Paarwill einem Finanzhai das Hand-werk legen und kommt sich dabei un-verhofft wieder näher. So weit so süß. Leider driftet die Story recht früh ins Absurde ab. Ergebnis: Kollektives Kopfschütteln im Kinosaal. Immerhin gibt's für die Zuschauer was zu gucken, denn Emma Thompson macht mit ihren 55 Jahren eine unverschämt gute Figur im Badeanzug. Den Film kann sie damit aber nicht retten.

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von Christina Rings

Es gibt Drehbuchautoren, die lassen 'albern‘ und ‚total unrealistisch‘ wild miteinander kopulieren. Leider kommen solche Filme nur in raren Ausnahmefällen zum Höhepunkt. Joel Hopkins Komödie ‚Wie in alten Zeiten‘ gehört in diese Schublade. Da kann Emma Thompson mit ihren 55 Lenzen im Badeanzug noch so sexy aussehen – dem Zuschauer kann sie keine Ekstase vortäuschen.

Dazu ist der Plot einfach zu haarsträubend und nicht nur einmal während der 95 Minuten hallt einem der Satz „DAS passiert jetzt nicht wirklich, oder?“ durch den Kopf. Dabei scheint die Idee der Filmemacher anfangs noch sehr charmant. Kate (Emma Thompson, 'Saving Mr. Banks') und Ex-Mann Richard (damals wie heute ein Beau: Ex-007-Darsteller Pierce Brosnan) reisen gemeinsam nach Frankreich, um ihre Altersvorsorge - ein gemeinsam aufgebautes Unternehmen - zu retten. Das hat sich die französische Heuschrecke Vincent (Laurent Lafitte) einverleibt. Mit Zipperlein, dafür aber umso motivierter will das Rentner-Duo dem Finanzhai das Handwerk legen. Dabei –surprise, surprise! - kommen sich die beiden wieder näher. Soweit so süß.

Die Komödie verkommt zur Karikatur

Wie in alten Zeiten
Wie das Klischee es will, kommt sich das Paar natürlich wieder näher

Leider driftet die Geschichte schon jetzt ins Absurde. Kollektives Kopfschütteln im Kinosaal, als Kate Richard allen Ernstes vorschlägt, den millionenschweren Anhänger von Vincents Braut Manon auf deren Luxus-Hochzeit zu mopsen. Die Parole lautet: „Wir nehmen uns doch nur zurück, was uns gehört!“ Ach so. Kriminell wird es aber schon vor dem Klunker-Klau. Dann nämlich, wenn die beiden und ihre eigens für die Opa-Bond-Aktion eingeflogenen Freunde Pen (Celia Imrie) und Jerry (komödiantisches Highlight: Timothy Spall spielt wirklich verdammt witzig) vier Hochzeitsgäste betäuben und an die Hotelbetten fesseln, um ihre Identitäten anzunehmen und sich so auf die Gästeliste zu schummeln. Wenn Ihnen das schon zu skurril ist, warten Sie den Rest ab...

Wäre ‚Wie in alten Zeiten‘ ein Cartoon - die Kids wären sicher begeistert. So aber verkommt die Komödie zu einer Karikatur. Bleibt die Frage, warum Pierce und Emma sich von ihren Agenten haben breitschlagen lassen, diesen Film zu drehen. Vielleicht, weil ein Urlaub an der Riviera inklusive war? Immerhin gibt’s für die Zuschauer was zu gucken, denn Emma macht mit ihren 55 Jahren eine unverschämt gute Figur im Badeanzug. Chapeau dafür! Und auch für ihre schauspielerische Leistung ob dieses doch recht schwierigen Skripts. Im Alleingang kann sie den Film letzten Endes aber nicht retten.

Kinostart: 16.10.2014

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