Wie geht es für die Jungs weiter?

Wie geht es für die Jungs weiter?
© FrankRadtke.com Hamburg, Frank Radtke Hamburg

Wie geht es für die Jungs weiter?

Wie wird das sein, nach dem letzten Abend und dem letzten Song: Sagt Ihr einfach Tschüs und geht alle nach Hause? Wird gemeinsam gefeiert? Wie beendet man so etwas...

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Morten (grinst): “Good Night and Thank you all” ... Aber was wir drei an dem Abend wohl machen...wir wissen es noch nicht genau, das lassen wir einfach auf uns zukommen. Dafür gab es noch keine Probe ...

Pal: Wir werden sicher eine Party machen! Es ist schon verrückt... es ist, wie wenn man mit einer Freundin Schluss macht. Und wir werden in 5 Monaten am 4.12. Schluss machen, das ist ein komisches Gefühl, weil man quasi auf das Ende “hinarbeitet” ...

Wie entscheidet ihr bei so vielen Songs, welche es in die Shows schaffen?

Pal: Je mehr Songs man hat, desto schwieriger wird das natürlich. Wenn wir die bekannten Songs eingebaut haben, ist nur noch ein begrenzter Platz übrig. Das besprechen wir dann. Manchmal würde ich gerne mal einen ganzen Haufen Songs spielen, die es sonst nie in eine Show schaffen! Das würde Spaß machen... wir versuchen aber, sie hier und da einzubauen! Einige Überraschungen wird es da noch geben.

Morten, du hältst einen Rekord für die am längsten gesungene Note mit über 20 Sekunden. Wird es für dich mit der Zeit schwieriger, live die enorm hohen Töne in den Songs zu halten?

Morten: Nein, eigentlich nicht. Ich habe sie schon so oft gesungen, live manchmal sogar länger als diese 20 Sekunden! Es kommt darauf an, was ich auf der Bühne höre, wie der Support ist, wie der Song gespielt wird. Manchmal haben wir eine Show, wo es einfach nicht funktioniert, ich kann den Ton nicht genau setzen. Dieser Rekord (in: „Summer moved on“, Anm.d.Red.) ist eher nebenbei entstanden, alle haben gesagt “Los Morten, sei ein Teufel, halt den Ton noch länger!” Und das macht man dann ...

Findet Ihr es heutzutage schwieriger für junge Bands, Erfolg zu haben?

Pal: Sagen wir so: Es ist viel leichter heutzutage, Musik zu “machen”. Zu unserer Zeit war es immer eine schwierige Sache, Geld zu sparen, um dann in ein Studio gehen zu können. Und dann das Klinkenputzen, damit die Songs auch gespielt werden! Heutzutage ist das per Computer viel einfacher, Musik zu produzieren. Aber der schlechte Part ist, dass kein Geld mehr darin liegt.. Sprich: es weniger Verkäufe gibt. Es geht hauptsächlich um Liveauftritte. Es ist aber der Lauf der Dinge, dass alles einer gewissen Veränderung unterliegt und es ist andererseits auch aufregend, das zu beobachten.

Morten: Es gibt so viele junge Talente da draußen. Ich weiß nicht, ob es das heutige Umfeld es erlaubt, eine ähnliche Karriere zu machen. Ich glaube nicht, dass das noch genau so möglich ist, da sich die Bedingungen doch sehr geändert haben. Es gibt so viele TV Sender, Radiostationen, Internetsites, die Möglichkeiten der Kommunikation sind sehr unübersichtlich geworden. Wir sind damals im norwegischen Fernsehen aufgetreten, und das hat praktisch einen großen Medienanteil schon ausgefüllt. Es war einfach eine andere Zeit, heute ist es viel komplexer und schwieriger. Aber immer noch möglich.

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Pal, wie ist es für dich als Songschreiber, wenn Du heute einen Eurer früheren Songs irgendwo hörst?

Pal: Die einzigen Momente, in denen wir unsere Songs hören: wenn sie im Radio gespielt werden. Das ist immer wie eine kleine Überraschung “oh warte... ja, das sind wir”... Ich habe die Songs immer so im Ohr, wie sie klangen, bevor wir sie eingespielt haben. Nichts ist perfekt. Und wenn wir sie dann im Radio hören, sind sie so etwas wie Schnappschüsse - ich erinnere mich immer genau daran, wo wir den Song aufgenommen haben, welches Album, welcher Tag. Es ist für mich, wie wenn man ein Fotoalbum durchblättert.

Und kommt manchmal auch der Gedanke “Oh, den Teil hätte ich doch noch ändern sollen”?

Pal: ... die ganze Zeit!! Jedesmal. Deshalb höre ich mir die Alben auch nicht an (lacht)

Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?

Morten: Meine Pläne sind noch ungewiss. Ich denke im Moment noch nicht darüber nach und halte mir alles offen.

Pal: Ich würde am liebsten sofort ins Aufnahmestudio gehen und an neuen Projekten arbeiten! Ob das nun mit einer neuen Band ist oder mit anderen Künstlern - es gibt viele, mit denen ich gerne etwas zusammen schreiben würde. Ich lasse die Dinge, wie Morten, laufen, mal sehen, was passiert.

Gemeinsame Projekte also... gibts da Wunschkandidaten?

Pal: ... ich hab da eine geheime Liste. (lacht) Mehr sage ich noch nicht. Mit Morten würde ich auch gerne weiter arbeiten, er hat eine fantastische Stimme. Man kann schreiben, was man will - er ist in der Lage, das zu singen.

Wie ist euer Verhältnis zueinander, werdet Ihr Euch künftig auch privat treffen?

Pal: Magne und ich waren früher Nachbarn, und haben Morten so mit 16, 17 Jahren getroffen. Ab da hat alles angefangen, später waren wir mehr so etwas wie Kollegen, hatten gemeinsame Firmen, diese ganzen Sachen. Es wird schön sein, sich jetzt einmal ohne diesen Hintergrund zu sehen. Ohne Entscheidungen treffen zu müssen, keine Terminkalender, keine Tagesordnungen... das wird interessant, weil wir das nie wirklich hatten. Es ist immer ein schwieriger Mix, wenn das ganze Geschäftliche dazukommt.

Morten: So ist das Leben, alles hört an einem bestimmten Punkt auf und eröffnet einem danach neue Perspektiven, und wir werden weiterhin kreativ sein. Und möglicherweise auch einmal wieder zusammen arbeiten, wer weiß!

Und zu guter Letzt: Welche Interviewfrage wollt Ihr nie wieder hören...?

Pal: “Was machst Du am 5. Dezember?”

Vielen Dank für das Interview!

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