'Whitney - Can I Be Me': Dokumentation zeigt nie veröffentlichtes Material

4,5 von 5 Punkten

Whitney Houston gilt auch fünf Jahre nach ihrem Tod als eine der größten Sängerinnen aller Zeiten. Die Dokumentation 'Whitney – Can I Be Me' will die wahren Gründe für den Absturz der Pop-Diva zeigen.  

"Sie war der größte Superstar, aber hatte kein Selbstbewusstsein“

Von Sina Lacey

Über 200 Millionen verkaufte Platten und unglaubliche 415 Preise für ihre Musik: Whitney Houston gilt zurecht als absolute Ausnahmekünstlerin. Doch ihre Stimme verstummte viel zu früh. Am 11. Februar 2012 starb Houston im Alter von 48 Jahren in ihrem Hotelzimmer in Beverly Hills an den Folgen einer Überdosis. Die Dokumentation 'Whitney – Can I Be Me' von Nick Broomfield und Rudi Dolezal will neue Einblicke in das Leben, die Karriere und schließlich den Absturz der Pop-Diva, die mit Songs wie 'I Will Always Love You' oder 'I Wanna Dance With Somebody' weltberühmt wurde, geben.

Und das gelingt. Mit bisher unveröffentlichten Szenen bekommt der Zuschauer ganz private Einblicke in das Leben der Sängerin mit der eindrucksvollen Stimme: Plötzlich hat man das Gefühl, mit Whitney im Hotelzimmer zu stehen, wo sie mit ihrem Skandal-Ehemann Bobby Brown eine wilde Party feiert. Nur wenig später dann Ausschnitte aus ihrer letzten Welttournee – hinter der Bühne sackt Whitney in sich zusammen, und man sieht, wie viel Kraft sie jeder Auftritt gekostet haben muss. Bei Interviews mit alten Weggefährten wie ihrer ehemaligen Background-Sängerin Patti Howard liegt der Fokus vor allem auf der Psyche der Ausnahmekünstlerin. Aussagen wie „Sie war der größte Superstar, aber hatte kein Selbstbewusstsein“ oder „Sie starb an einem gebrochenen Herzen“ sowie Orignalaufnahmen ihrer brüchigen Stimme aus alten Interviews sorgen für Gänsehaut.   

War Whitney bisexuell?

Whitney Houston und ihre beste Freundin Robyn Crawford
Whitney Houston und ihre beste Freundin Robyn Crawford © Arsenal Filmverleih

Die nicht autorisierte Dokumentation ist aber nicht nur berührend, sondern auch spannend: Der Film geht vor allem den Gerüchten nach, Whitney sei bisexuell oder lesbisch gewesen. Eine Antwort auf diese Mutmaßungen gibt der Film nicht. Der Zuschauer bekommt aber den Eindruck, vom Kennenlernen bis zum Bruch mit ihrer ehemals besten Freundin Robyn dabei zu sein und kann sich so sein ganz eigenes Bild von der Beziehung der beiden machen. Genauso chronologisch wie das Verhätlnis von Whitney und Robyn erzählt wird, wird das ganze Leben der Sängerin dargestellt. Angefangen bei ihren ersten Auftritten im Gospel-Chor, bis hin zum Notruf ihrer Assistentin in der Todesnacht. Dabei immer zu hören: Houstons größte Hits.  

Der Film 'Whitney Houston - Can I Be Me' ist ein sowohl spannender als auch spekulativer Blick auf das Leben der Sängerin. Und zeigt dabei eine tief einsame und zerrissene Frau, die es immer allen recht machen wollte und daran selbst kaputt gegangen ist. Nicht nur langjährige Fans der Ausnahmekünstlerin wird dieser Film berühren.