White House Down: So cool ist Jamie Foxx als Obama

White House Down: So cool ist Jamie Foxx als Obama

4 von 5 Punkten

Dass ein Film keine tiefsinnige Handlung benötigt, um erfolgreich zu werden, hat Regisseur Roland Emmerich ('Independence Day', 'The Day After Tomorrow', '2012') schon oft bewiesen - auch 'White House Down' ist da keine Ausnahme. Der zerstörungswütige Filmemacher jagt mal wieder einiges in die Luft und diesmal muss das Weiße Haus dran glauben. Nach 'Olympus Has Fallen' ist es bereits der zweite Film in diesem Jahr, bei dem der US-Präsident unter Beschuss steht. Zwar bietet der Film weder facettenreiche Charaktere noch eine logische Storyline, aber diesen Anspruch hat man bei Popcorn-Kino ja eh nicht.

- Anzeige -

Ex-Polizist John Cale (Channing Tatum, 'Magic Mike') bewirbt sich beim Secret Service für einen Job als Leibwächter des amerikanischen Präsidenten und nimmt seine elfjährige Tochter Emily (Joey King, 'The Conjuring') mit zum Vorstellungsgespräch ins Weiße Haus. Doch wie schon Trailer, Filmplakate und auch der Titel selbst verraten, läuft an diesem Tag so einiges schief. Eine paramilitärische Einheit stürmt das Weiße Haus und nimmt die anwesenden Personen als Geisel gefangen. Für Präsident James Sawyer (Jamie Foxx, 'Django Unchained'), der sich zu der Zeit ebenfalls im Weißen Haus aufhält, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn auf ihn haben sie es abgesehen. John Cale ist seine letzte Hoffnung.

'G.I. Joe'-Star Channing Tatum macht seinem Ruf als Action-Held alle Ehre. Offensichtliche Anspielungen auf 'Stirb Langsam' (1988) zeigen deutlich, dass Tatum ein würdiger Nachfolger von Action-Urgestein Bruce Willis ist. Die Chemie mit seinen Co-Stars scheint zu stimmen, vor allem mit Filmtochter Joey King. Diese hat allerdings die etwas undankbare Rolle eines neunmalklugen Mädchens erwischt, die einem ziemlich schnell auf die Nerven fällt. So avanciert sie im Laufe des Films zu einer unglaubwürdigen Figur, die den Geiselnehmern etwas zu märtyrerisch und todesmutig entgegentritt. Selbst als ihr jemand das Gewehr direkt vors Gesicht hält, scheint sie das kalt zu lassen.

Obwohl die Figur von Präsident Sawyer Parallelen zu Barack Obama aufweist, setzt man sich mit politischen Fragen nur am Rande auseinander. Vielmehr betrachtet der Film das Ganze mit einem Augenzwinkern und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Dem Zuschauer bleiben zudem kaum Verschnaufpausen. Der ganze Film besteht quasi aus einer einzigen Verfolgungsjagd. Emmerich macht eben Blockbuster und unter diesem Gesichtspunkt muss man den Film auch beurteilen. Sein Anspruch liegt vor allem darin, die Zuschauer gut zu unterhalten - und das schafft er auch.

Von Mariana Jang

— ANZEIGE —