'Wenn ich bleibe' mit Chloë Grace Moretz und Jamie Blackley: Teenager-Romanze mit ernstem Unterton

Wenn ich bleibe
Während ihr Körper ans Krankenhausbett gefesselt ist, verfolgt Mia die weiteren Ereignisse durch eine außerkörperliche Erfahrung. © Doane Gregory

3 von 5 Punkten

Mia und Adam haben sich Hals über Kopf ineinander verliebt, auch wenn sie auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen passen. Doch die introvertierte Cellistin und der angehende Indie-Rocker führt ihre Liebe zur Musik zusammen. Bis ein Autounfall alles ändert – und Mia sich, wie der Filmtitel des gleichnamigen Jugendbestsellers 'If I Stay' (zu Deutsch: 'Wenn ich bleibe') schon verrät, fragen muss: Welchen Weg soll sie in ihrem Leben einschlagen?

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Von Janina Lenz

Wenn du die Wahl hättest, gemeinsam mit deiner Familie zu sterben oder in ein Leben zurück zu kehren, in dem du zwar an der Seite deiner großen Liebe sein kannst, aber nichts mehr ist wie zuvor – wie würdet du dich entscheiden? Die 17-jährige Mia (Chloë Grace Moretz, 'Kickass') steht genau vor dieser Wahl. Sie lebt in einer für sie unbeschwerten Welt voller Musik, Liebe und Glück. Die begabte Cellistin (Moretz hat sich monatelang ein Cello in jedes Hotel hinterherschicken lassen, um zu üben) hat eine tolle Familie und im aufstrebenden Rockstar Adam (Jamie Blackley, 'Snow White and the Huntsman') einen wunderbaren Freund.

Doch eines Tages soll sich alles ändern: Bei einem Autounfall kommt Mias Familie (cool gespielt: Mireille Enos, 'Sabotage', und Jakob Davies 'The Blair Witch Project' als Mias Leinwand-Eltern) ums Leben – und sie ist die einzige, die mit schweren körperlichen Verletzungen überlebt und im Koma liegt. Nun muss sie sich entscheiden: Möchte sie aus dem Leben gehen oder bleiben?

Weit mehr als eine gewöhnliche Schnulze

Wenn ich bleibe
Die Liebe zur Musik führt Mia und Adam(Jamie Blackley) zusammen. © Doane Gregory

Während ihr Körper ans Krankenhausbett gefesselt ist, verfolgt Mia die weiteren Ereignisse durch eine außerkörperliche Erfahrung. Mia sieht, wie ihre Freunde, ihre Großeltern und weitere Verwandte sie im Krankenhaus besuchen und erinnert sich auch an schöne vergangene Tage. Dementsprechend springt der Film zwischen Jetzt und Vergangenheit hin und her – was die gut 100 Filmminuten als kurzweiliges Erlebnis geradezu verfliegen lässt. Regisseur R.J. Cutler ('The September Issue') schafft es, mit der 'Wenn ich bleibe'-Verfilmung eine intime und persönliche Geschichte zu erzählen, die weit über eine gewöhnliche Schnulze hinausgeht und an manchen Stellen an 'Das Schicksal ist ein mieser Verräter' erinnert.

So hat Cutler der Versuchung von weichgewaschenen Hollywood-Hochglanzbildern widerstanden und setzt stattdessen auf einen ganz eigenen Indie-Look. Chloë Grace Moretz und Jamie Blackley tun ihr Übriges dazu: Zwischen ihnen stimmt die Chemie. Sie küssen, lieben und streiten sich. Und auch wenn ihre gegensätzlichen musikalischen Geschmäcker recht konstruiert wirken, so durchlebt der Zuschauer eindringlich die Gratwanderung zwischen Leben, Tod und wichtigen Entscheidungen mit. Nur in den Krankenhaus-Szenen wirkt Moretz mitunter ein wenig hölzern und fad – vielleicht, weil dem Zuschauer lange Zeit nicht recht klar wird, worauf er eigentlich hinfiebern soll.

Doch auch wenn der Film letztendlich zum Ende hin vorhersehbar wird, müssen natürlich auch bei 'Wenn ich bleibe' einige Taschentücher gezückt werden – spätestens wenn Schauspiellegende Stacy Keach ('Nebraska') als verzweifelnder Großvater um das Leben seiner Enkeltochter fleht. Das berührt mit allen Emotionen.

Kinostart: 18.09.2014

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