Wende im Fall Tatjana Gsell: Steht Tatjana jetzt wieder im Fokus der Ermittlungen?

Wende im Fall Tatjana Gsell: Autoschieber widerruft Geständnis
Tatjana Gsell wurde damals zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt

War der Tod von Tatjana Gsells Ehemann doch kein Unfall?

Tatjana Gsell muss wieder vor Gericht aussagen. Elf Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes Franz Gsell wird der Fall neu aufgerollt. Grund dafür ist einer der Verurteilten, der seine Aussage von damals revidiert hat. Falls er jetzt die Wahrheit sagt, könnte das für Tatjana bedeuten, dass ihre Version vom mysteriösen Tod des Schönheitschirurgen ins Wanken gerät.

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Wie weit ist Tatjana Gsell wirklich in den Tod ihres damaligen Gatten verstrickt? Vor neun Jahren ging das Gericht noch von einem tragischen Unfall am Rande eines inszenierten Autodiebstahls aus. Zwei Männer sollten eine teure Limousine des Paares ins Ausland bringen, damit Tatjana Gsell dafür die Versicherungssumme kassieren konnte. Bei der Übergabe des Autos sei es dann jedoch zu einem handfesten Streit zwischen Franz Gsell und den Männern gekommen, bei dem der damals 76-Jährige tödlich verletzt wurde. Beide Männer und die damals 34-Jährige wurden verurteilt – wegen Vortäuschen einer Straftat und versuchtem Versicherungsbetrug.

Für Tatjana Gsell könnte die Luft ganz schön dünn werden

Wende im Fall Tatjana Gsell: Autoschieber widerruft Geständnis
Vor elf Jahren wurde Franz Gsell angeblich bei einem Streit getötet © dpa, Eduard Weigert

Nun wirft der Fall aber neue Fragen auf, denn einer der beiden Verurteilten gab zu, vor Gericht gelogen zu haben. Es soll weder eine Autoschieberei gegeben haben, noch einen Versicherungsbetrug. Das Gericht hält sich dazu bislang bedeckt: "Es gibt heute von Seiten der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts keine Statements. Vielleicht müssen auch die Juristen jetzt erst einmal abwägen, wie glaubwürdig der Mann ist und wie sich seine neue Aussage auf den Fall Gsell auswirken wird", so RTL-Reporterin Michaela Johannsen.

Bislang sitzen in Nürnberg nur die zwei Männer wieder auf der Anklagebank: "Sollten die beiden Angeklagten jetzt eine Aussage machen, dass ihnen Frau Gsell einen Auftrag gegeben hätte, dann wäre es natürlich ein Problem", so Rechtsanwalt Daniel Peter im RTL-Interview. Noch befindet sich das Gericht in der Beweisaufnahme. Tatjana Gsells Anwältin sagte RTL dazu: "Wir sind hoffnungsvoll, dass sich in Zukunft das Fehlurteil Gsell revidieren läßt. Die Zeugenaussagen haben klar ergeben, dass es keinen inszenierten Überfall gab."

Das Mosaik um den Tod von Franz Gsell muss also vermutlich noch einmal neu zusammengesetzt werden. Tatjana Gsell selbst soll noch im Oktober vor dem Landgericht Nürnberg Rede und Antwort stehen.

Bildquelle: RTL, dpa

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