Weihnachtsmann-Konferenz im Sommer

Weihnachtsmann-Koferenz
Wasser statt Schnee - die Weihnachts-Konferenz in Kopenhagen. Foto: Mathias Loevgreen Bojesen © DPA

"Die haben gemogelt!" ist sich Santa Claus aus den USA sicher. Der Amerikaner im goldglänzenden Mantel ist Kapitän der internationalen Truppe, die gerade im Freizeitpark Bakken nördlich von Kopenhagen im Fünfkampf der Weihnachtsmänner gegen ein dänisches Team angetreten ist - und zum ersten Mal seit fünf Jahren verloren hat.

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"Wir haben ein reines Gewissen", rümpft ein dänischer Kollege die Nase und holt zum Gegenschlag aus: "Die haben doch sogar Zimt geschnüffelt, um zu gewinnen!" Nach einem wilden Rennen im Autoscooter hatte das internationale Team noch vorn gelegen - dann ging's bergab. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, ließen die angereisten Weihnachtsmänner beim "Hau den Lukas" Kinder antreten. "Sie müssen ja die besten aufstellen, die sie haben", sagt der dänische Weihnachtsmann und zuckt mit den Schultern. "Aber die Dänen waren eben viiiiiiel besser."

Doch er sollte sich nicht zu sehr über den Sieg freuen, meint Santa Claus: Wenn sich die Weihnachtsmänner im nächsten Jahr zu ihrem 60. Weltkongress treffen, will das internationale Team den Titel zurückerobern.

So heftige Wortgefechte hätte man den sonst so gemütlichen Gesellen gar nicht zugetraut. Ein Glück, dass sich die Weihnachtsmänner zumindest in einer Angelegenheit schon geeinigt hatten: Heiligabend sollte auch in diesem Jahr wieder am 24. Dezember sein.

Die hitzige Debatte darüber hatten die rund 130 weihnachtlichen Gesellen schon zum Start ihres Weltkongresses am Montag abgehakt. "Es wäre fast der 26. Dezember geworden, weil wir dann etwas mehr Zeit gehabt hätten. Es ist ja doch etwas stressig", sagt Weihnachtsmann Jakob aus dem Norden. "Aber dann kam der Einwand, dass der Adventskalender ja nur 24 Türchen hat."

Und so steht der große Finaltag am Mittwoch dann doch wieder im Zeichen der Gemütlichkeit. Am Nachmittag schieben die Weihnachtsmänner ihre dicken Bäuche durch die Gassen des Freizeitparks. Immer wieder stockt die Parade der Männer in ihren flauschigen roten Mänteln, weil Kinder auf sie zustürmen und sie umarmen. "Das Wichtigste ist ja die Liebe", sagt Weihnachtsmann Jakob. "Wir brauchen mehr Zeit für einander, mehr Umarmungen."

Doch es geht auch aus einem anderen Grund langsam voran: Die Bäuche sind immer noch zu gewaltig. Schon bei ihrer Konferenz im vergangenen Jahr hatten sich die rundlichen Kerle eine Diät verordnet. "Nur noch ein Butterklecks im Milchreis!" hieß es da.

Ein Jahr später scheint die Motivation etwas geschwunden zu sein. "Wir arbeiten daran", sagt der Weihnachtsmann aus Aalborg. "Aber wir wollen trotzdem am liebsten große Butterkleckse haben."

Was es nicht leichter macht: Weihnachtsmänner sind erfinderisch. Für den Fall, dass sie bald nicht mehr durch die Schornsteine passen, haben sie eine Lösung. "Die Leute können ja auch einfach ihre Türen offen stehen lassen, damit wir so reinkommen", meint der Weihnachtsmann aus Aalborg.

"Meine Frau hat mich auch auf eine sehr strenge Diät gesetzt", beklagt sich ein anderer Weihnachtsmann aus dem Norden. "Ich darf nur einen Löffel Butter in meinen Milchreis bekommen." Kurzerhand schnitzte sich der stattliche Kerl deshalb einen neuen Löffel. "Darauf passen fast zwei Pfund Butter!"


dpa
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