Hollywood Blog by Jessica Mazur

Was trug Rihanna vor Gericht?

Was trug Rihanna vor Gericht?
Was trug Rihanna vor Gericht?

von Jessica Mazur

Nach fünf Tagen New York befinde ich mich seit gestern Abend wieder auf hollywoodianischem Boden, und siehe da, es ist alles beim Alten: Die Sonne scheint vom kalifornischen Himmel, auf dem Sunset Boulevard quetschen sich die Autos Stoßstange an Stoßstange, und die Celebritys bestimmen die Medien. Heute natürlich einer ganz besonders: Chris Brown.

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Nachdem sich der Sänger gestern von einem Gericht hier in Los Angeles der Körperverletzung schuldig erklärte und einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aushandelte, der Brown zu fünf Jahren auf Bewährung und 180 Sozialstunden verurteilt, ist der Wirbel in den US-Medien enorm. Die Frage, die hier überall gestellt wird und heute im Fernsehen und Internet für hitzige und zahlreiche Diskussionen führte, lautet natürlich: Ist die Strafe hart genug? Müsste Chris Brown für das, was er Rihanna angetan hat, nicht eigentlich in den Knast wandern?

Die mehrheitliche Meinung dazu ist in den Staaten eindeutig. Die meisten sind der Ansicht, dass Brown mit diesem Urteil viel zu gut weggekommen ist und sprechen von einem "Promi-Bonus", der ihn vor einer härteren Strafe geschützt haben soll. Doch ist das wirklich so? Angeblich nein. Denn Rechtsexperten, die hier natürlich umgehend von allen wichtigen Medien zu Rate gezogen wurden, erklärten heute einstimmig, dass die Höhe der Bewährungsstrafe und die Anzahl der Sozialstunden absolut der Norm entspräche. Einige geben sogar an, dass andere Straftäter bei ähnlichen Delikten mit niedrigeren Strafen davonkamen und Chris Brown verhältnismäßig hart behandelt wurde. Fakt ist, Chris Brown ist "first offender", er ist also erstmalig straffällig geworden, und da droht einem in den Staaten bei Körperverletzung nun mal kein Gefängnis. Traurig, aber wahr!

Laut Expertenmeinung ist vielmehr Rihanna diejenige, die den "Promi-Bonus" erhalten hat. Im Allgemeinen wird Celebritys nämlich ein derartiger Deal mit der Staatsanwaltschaft vor Abschluss vorgelegt, um zu vermeiden, dass sich das berühmte Opfer nach Verkündung des Urteils vor die Mikrofone der wartenden Reporter stellt und das Urteil kritisiert. Soll heißen, Rihanna und ihre Anwälte haben dem Deal also zugestimmt, bevor er eingetütet wurde. Im Gegensatz zu ihren Fans scheint sie die Strafe also für angemessen zu halten.

Ob Rihanna allerdings auch zugestimmt hat, dass die Details ihres Gerichts-Outfits heute zu Werbezwecken per Pressemitteilung an die Medien rausgeschickt wurden, ist wohl eher fraglich. Heute Morgen erreichte zahlreiche Redaktionen in den USA nämlich tatsächlich eine Mail von einer PR-Agentur, in der stand: "Zur sofortigen Veröffentlichung freigegeben: Beim Auftakt der Anhörung im Falle Chris Brown trug Rihanna eine goldene Vintage-Uhr mit Diamantenarmband der Marke XY und Rubinen-Ohrringe der Marke XY." Klasse, oder? Da erscheint Rihanna vor Gericht, um gegen den Mann auszusagen, der sie grün und blau geschlagen hat und die PR Fuzzies der 'Michele Marie PR Agentur' versuchen daraus einen kostenlosen Werbeauftritt zu machen, in dem sie für die Produkte von Klienten werben. Unglaublich, jetzt wird ein Gerichtssaal noch zum Red Carpet gemacht! Manche Leute nehmen den Satz "The show must go on" ganz offensichtlich ein klein wenig zu ernst...!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

Was trug Rihanna vor Gericht?
© Bild: Jessica Mazur