Was für Muckis! Jake Gyllenhaal in 'Prince of Persia'

'Prince Of Persia': Jake Gyllenhaal stellt seinen gestählten Oberkörper zur Schau

Was für Muckis! Jake Gyllenhaal in 'Prince of Persia'
© Andrew Cooper, SMPSP

Schüchterner Spinner in „Donnie Darko“, lieber Sohn in „The Day After Tomorrow“ oder schwuler Cowboy-Jüngling in „Brokeback Mountain“ - das war einmal. Jake Gyllenhaal zeigt in „Prince Of Persia, dass er erwachsen geworden ist und noch viel durchtrainierter aussehen kann als einst in „Jarhead“. Denn der schnuckelige kleine Bruder von Maggie Gyllenhaal hat sich für das Actionabenteuer ordentlich Bizeps und Sixpack zugelegt – und zeigt sich ganz männlich mit Brusthaar und langer Matte.

Er selbst fand die Langhaarfrisur zwar eher befremdlich, wie er uns im Interview verriet, doch der Look zeigt Wirkung. Nach der Pressevoführung gibt’s auf der Damentoilette in London nur ein Thema: Wie sexy Jake mit strähniger Mähne und verschwitzten Achsel unter seinem ärmellosen Harnisch doch aussah. Der Plan von Produzent Jerry Bruckheimer („Transformers“, „Fluch der Karibik“) und Regisseur Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Harry Potter und der Feuerkelch“) geht offenbar auf: Der aufgepumpte Jake soll den Jungsfilm, der lose an das gleichnamige Erfolgs-Videogame „Prince Of Persia“ angelehnt ist, auch für Mädels attraktiv machen.

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Die Chemie zwischen Jake Gyllenhaal und Gemma Arterton stimmt perfekt

Für die gibt’s mit Ex-Bondgirl Gemma Arterton auch gleich noch eine aufrechte Identifikationsfigur. Sie spielt die Prinzessin Tamina, deren Stadt von Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) und seiner Familie überfallen wird. Dastan will sich bei dem Raubzug besonders profilieren, will der adoptierte Waisenjunge mit der Aktion seinen Stiefbrüdern und seinem Stiefonkel (Ben Kingsley) doch beweisen, dass er genau so viel wert ist wie sie. Klar, dass Tamina nicht gerade auf den frisch zum Helden erkorenen Dastan steht und die Krise kriegt, als sie auch noch mit ihm verheiratet werden soll.

Doch bald müssen die beiden, obwohl sie einander spinnefeind sind, gemeinsame Sache machen. Denn der König wird vergiftet, und Dastan wird verdächtigt, den eigenen Ziehvater auf dem Gewissen zu haben. Während er auf der Flucht sein Herz an die schöne Prinzessin verschenkt, muss er feststellen, dass die sich nur auf seine Seite geschlagen hat, um der Gefangenschaft zu entkommen und den von Dastan gestohlenen Dolch zurückzuerobern. Mit dem Sand in seinem Schaft kann man nämlich die Zeit zurückdrehen. Und Tamina möchte nicht, dass die Wunderwaffe in falsche Hände gerät.

Selbstredend müssen die beiden allerhand Abenteuer bestehen, bevor sie einander zum ersten Mal in die Arme sinken. Wie in einem Jump- and Run-Game springt hinter jedem Felsvorsprung ein Bösewicht hervor und regnet es von überall her Schwerter. Das ist vielleicht manchmal ein bisschen viel, aber immerhin ist stets was los, und die Lovestory funktioniert. Das ist mehr, als man von einer Game-Adaption gemeinhin erwarten kann.

Jake Gyllenhaal, der die meisten Actionszenen ohne Stuntman gemeistert hat und sogar im Parcours-Style selbst Wände hinaufläuft, zeigt, dass er jahrelang als Milchbubi vom Dienst unterschätzt wurde und nicht nur als nachdenklicher Antiheld in Arthouse-Filmen gut besetzt ist, sondern auch einen Action-Blockbuster spielend allein trägt. Dabei zeigt er nicht nur Muckis, sondern auch einen ganz charmanten Slapstick-Humor, der ihn auch wärmstens für romantische Komödien empfiehlt.

Die Chemie mit Gemma Arterton stimmt perfekt, und auch sie macht als kampflustige Prinzessin trotz Tischdecke auf dem Kopf eine noch bessere Figur als in ihrem ansonsten eher missratenen Action-Hit „Kampf der Titanen“. Da ist es nicht ganz so schlimm, dass beim Showdown das pyrotechnische Überangebot nicht über die zum Teil etwas nachlässigen Special Effects hinwegblenden kann. Als eher harmlose Mischung aus „Indiana Jones“ und „Prince Of Persia“ für die ganze Familie funktioniert der Streifen ganz gut. Von Jake Gyllenhaal als Actionheld würden wir gern mehr sehen – nicht nur in der unvermeidlichen Fortsetzung.

Von Mireilla Zirpins

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