Was ein Schokokuss mit dem Herrmann-Shitstorm zu tun hat

Was ein Schokokuss mit dem Herrmann-Shitstorm zu tun hat
Joachim Herrmann sorgte am Montagabend mit einem Kommentar in "Hart aber fair" für einen Shitstorm © ddp images

Dass der Shitstorm nicht lange auf sich warten lassen würde, war abzusehen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (58) hatte am Montagabend in Frank Plasbergs (58) Talkshow "Hart aber fair" (das Erste) erklärt: "Roberto Blanco [78] war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat. Und beim FC Bayern spielen auch 'ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit. Und das finden die Fans vom FC Bayern auch gut." Tausende Menschen kommentierten diese Äußerung daraufhin in den sozialen Medien und zeigten sich entrüstet.

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Nach der "Neger"-Äußerung

 

"Armseliger wird's nicht"

 

"Merkel so: Rassismus bekämpfen / Herrmann so: Neger", schrieb Christopher Lauer, ehemaliges Mitglied der Piratenpartei, via Twitter. Barbara Lochbihler, außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament kommentierte: "Der bayerische @CSU-IM #Herrmann bei #hartaberfair: 'Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger'. Armseliger wird's nicht. Hoffentlich."

 

Schokoküsse und Kanye West

 

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt handelte sich unterdessen selbst Beanstandungen von Twitter-Usern ein. Dort postete sie ein Bild von Schokoküssen mit einem "Gibt's heute bei uns im Büro. #ausGründen #Herrmann". Entsprechend kritische Kommentare ließen nicht lange auf sich warten. Genauso wie ein Nachfolge-Tweet mit dem Inhalt "Schokoküsse! Sensibilität tut Sprach gut. #Rassissmus #Herrmann".

Auch Jan Böhmermann mischte sich bei dieser Steilvorlage von Herrmann natürlich schnell ein und nutzte die Gelegenheit, um sich auch noch gleich über das "Hart aber fair"-Mediatheken-Hin-und-Her von vor wenigen Tagen lustig zu machen: "Ob die Negervertreter im @WDR Rundfunkrat die heutige #hartaberfair Ausgabe aus der Mediathek löschen lassen?" Gefolgt von einem: "Kanye ist ein wunderbarer Neger."

 

Rechtfertigung und Blancos Meinung

 

Im ZDF-"Morgenmagazin" versuchte Herrmann unterdessen die ganze Sache zu erklären. "Ich verwende das Wort 'Neger' sonst überhaupt nicht, aber da gab es vorher einen Einspieler in dieser Sendung, wo ein offensichtlich aus Bayern stammender Mitbürger sich abschätzig geäußert hat [...]". Er habe das Wort als "unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung" gebraucht und "halte in der Tat die Aussage: 'Wir wollen keine Neger in Bayern haben' oder dergleichen für völlig inakzeptabel. Und das wollte ich mit den positiven Beispielen [...] deutlich machen."

Auch Roberto Blanco äußerte sich zu dem Thema. Gegenüber "Focus Online" erklärte er: "Erst einmal möchte ich mich für das Wort 'wunderbar' bedanken. Er ist ein schlauer Mann und hätte das Wort 'Neger' besser durch 'Farbiger' ersetzt. Dann hätte er jetzt nicht den ganzen Ärger." Blanco stehe über der Sache. "Ich fühle mich nicht beleidigt. Ich bin ein stolzer Farbiger und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat."

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