Warum leidet die ganze Welt mit Michael Schumacher?

Warum leidet die ganze Welt mit Michael Schumacher?
Fans von Michael Schumacher harren vor der Klinik in Grenoble aus. © dpa, Jens Büttner

Fans pilgern zum Krankenhaus nach Grenoble

Seit Tagen leidet die ganze Welt mit Michael Schumacher, Fernseh- und Radiosender weltweit berichten nach dem schweren Skiunfall regelmäßig über seinen Gesundheitszustand. Internationale Zeitungen sind voll von Berichten über den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister aus Kerpen. In Indien unterbrachen die Nachrichtensender sogar ihr Programm. Doch warum sind alle so betroffen von Schumis Schicksal? Warum pilgern an seinem 45. Geburtstag Fans aus ganz Europa zum Krankenhaus nach Grenoble, um ihrem Idol ganz nah zu sein?

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Vor 23 Jahren startete Michael Schumacher zum ersten Mal in der Formel 1, drei Jahre später gewann er seinen ersten Weltmeistertitel. 307 Mal startete Schumi bei einem Formel-1-Rennen, sieben Mal wurde er Weltmeister, niemals zuvor hatte das ein Rennfahrer geschafft und vielleicht schafft es auch nie wieder einer nach ihm. Schumacher ist ein Weltstar!

Ehefrau Corinna war von Anfang an seiner Seite. Die beiden sind seit 1991 ein Paar, die Hochzeit folgte 1995. Corinna hält sich im Hintergrund und kommt nur selten mit ihrem Mann zu öffentlichen Veranstaltungen. Auch die beiden Kinder Gina Maria (16) und Mick (14) hält das Paar bis heute aus der Öffentlichkeit heraus. Der heute 45-Jährige hat sich auf den Sport konzentriert, mit der Promiwelt hatte er immer wenig am Hut. Es gab keine großen Skandale, keine Negativ-Schlagzeilen - vielleicht ist es das, was Schumi so sympathisch macht.

Der Michael Schumacher Fanclub
Auch der Michael Schumacher Fanclub betet für Schumi. © dpa, Marius Becker

Auch die ihm damals vorgeworfene Steuerflucht scheint vergessen. Schumacher war 1996 in die Schweiz gezogen und erklärte ganz offen: "An der Schweiz hat mich gereizt, dass ich ein vernünftiges Steuerabkommen aushandeln konnte. In Deutschland sind sie ja selber dumm, wenn sie mir kein Angebot machen und dafür gänzlich auf meine Steuergelder verzichten". Viele, vor allem prominente Kollegen, kritisierten ihn damals für diese Entscheidung. Doch irgendwie nahm man Schumi seinen Umzug nicht lange übel.

Dabei galt Michael Schumacher im Formel-1-Zirkus nicht immer als der Beliebteste. Er war sehr perfektionistisch, für manche zu perfektionistisch. Eine belgische Zeitung schrieb in diesen Tagen: "Michael Schumacher kämpft um sein Leben. Aber zu behaupten, dass die Welt den Atem anhält, wäre doch ein wenig gelogen. Schumi ist der Größte im Formel-1-Zirkus, aber nicht der Meistgeliebte: zu perfektionistisch, zu hochmütig, zu Deutsch, zu viele Flaggen und Fähnchen."

Ob solche Aussagen in diesen Tagen angebracht sind, ist Ansichtssache. Und trotzdem hat Schumacher in der schwersten Zeit seines Lebens fast die ganze Welt hinter sich.

Bildquelle: dpa

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