Walking On Sunshine' mit Giulio Berruti und Hannah Arterton: Sommer, Sonne und eine große Portion Kitsch

Walking on Sunshine
'Walking on Sunshine' hat optisch einiges zu bieten

2 von 5 Punkten

Cindy Laupers ‚Girls Just Wanna Have Fun’ oder ‘It Must Have Been Love’ von Roxette – jeder kennt diese Songs. Denn dank ihrer Karaoke erprobten Texte gibt es wohl kaum jemanden, der nicht mitträllern oder mit den Beinen dazu wippen kann. Doch was nach einigen hochprozentigen Stunden in der Dorfdisko ganz wunderbar funktioniert, muss auf der Kinoleinwand noch lange nicht von Erfolg gekrönt sein. Das Regie-Duo Max Giwa und Dania Pasquini wagt dennoch den Versuch und steuert mit ‚Walking On Sunshine’ einen Film bei, der sich nicht nur auf altbekannte Hits der 80er-Jahre stützt, sondern auf Biegen und Brechen versucht, das Urlaubsfeeling des vergangenen Sommers zu bewahren. Wie gut, dass der Streifen zumindest optisch einiges zu bieten hat …

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Von Ann-Christin Gebhardt

Und das verdankt ‚Walking On Sunshine‘ nicht nur der malerischen Kulisse der sonnendurchfluteten, italienischen Provinz Apulien. Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und verträumte Straßen bilden das perfekte Setting für diesen Feel-Good-Movie. Aber auch Hauptdarsteller und ‚Sexiest Man Alive‘ Giulio Berruti ist mit seinen tiefbraunen Augen und dem gestählten Sixpack ein wahrer Augenschmaus. Doch während ‚Walking On Sunshine‘ durchaus schöne Bilder liefert und dabei die Sehnsucht des ein oder anderen auf den nächsten Sommerurlaub weckt, hat die Story leider wenig zu bieten.

Im Italien-Urlaub verliebt sich Taylor (Hannah Arterton – ‚At First Sight‘) Hals über Kopf in den heißblütigen Raf (Giulio Berruti – ‚Plötzlich Star‘) und erlebt eine heftige Romanze mit dem italienischen Sunnyboy. Drei Jahre später kehrt sie zurück, weil ihre Schwester Maddie (Annabel Scholey – ‚Personal Affairs‘), die sich eigentlich von der Trennung ihres Ex-Freundes Doug (Greg Wise – ‚Johnny English‘) erholen will, sie eingeladen hat. Was Taylor noch nicht ahnt: Ihre Schwester bläst längst kein Trübsal mehr, sondern hat sich einen heißen Urlaubsflirt geangelt und will nun mit ihm vor den Traualtar treten. Und die Überraschung wird für Taylor noch größer, als sich herausstellt, dass es sich bei dem Bräutigam um ihre Ex-Flamme Raf handelt …

'Walking on Sunshine' darf man nicht zu ernst nehmen

Walking on Sunshine
Zu ernst darf man 'Walking on Sunshine' nicht nehmen

Eine typische Dreiecksbeziehung, zwei Schwestern, die ungleicher nicht sein könnten, ein heißer Typ und jede Menge perfekte Freunde – das alles singend unter der Sonne Italiens. Was auf den ersten Blick thematisch an die Musical-Komödie ‚Mama Mia‘ mit Meryl Streep und Amanda Seyfried erinnert, könnte qualitativ nicht weiter davon entfernt sein. Die Handlungsstränge sind vollkommen vorhersehbar, die Dialoge oberflächlich und platt. Und auch gesanglich reißt ‚Walking On Sunshine‘ niemanden vom Hocker. Und das, obwohl die Regisseure ihre Darsteller angeblich vor allem wegen ihrer gesanglichen Qualitäten ausgewählt haben. Die Einzige, die sich wirklich hören lassen kann, ist – welch Überraschung – Leona Lewis. Wie schade, dass die Sängerin nur maximal drei Zeilen singt. So verkommt der ein oder andere Song leider zu einer sehr schrägen Nummer, die uns zusammenzucken lässt.

Neben dem teils grausigen Gesang, laden auch die Choreografien zum Fremdschämen ein. Vor allem wenn sich Annabel Scholey alias Maddie als halbnackte Venus in einer übergroßen Muschelschale zum gleichnamigen Hit von Madonna am Pool räkelt, ist der Film an Kitsch nicht mehr zu übertreffen. Als dann auch noch rote Rosenblätter vom Himmel rieseln, entsteht eine unfreiwillige Komik, die an alte Werbebilder der 80er erinnert.

Wer dieses Überzogene mag, wird hier gut unterhalten. Und auch wer für knapp 100 Minuten den Sommer Revue passieren lassen möchte, sollte sich ein Ticket holen. Fans von Musical-Filmen wie ‚Mama Mia‘ oder ‚Grease‘ sollten aber besser zu Hause bleiben, denn allzu ernst darf man diesen Film nicht nehmen.

Kinostart: 25. September 2014

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