Vorentscheidung im Kachelmann-Prozess

Heute dreht sich in Mannheim alles wieder um Ex-Geliebte, Gutachter und DNA-Spuren
Heute dreht sich in Mannheim alles wieder um Ex-Geliebte, Gutachter und DNA-Spuren

Rechtsmediziner sagt aus

Heute ist einer der entscheidenden Tage im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann: Seit 09.07 Uhr sagt vor dem Landgericht Mannheim einer der wichtigsten Sachverständigen aus.

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Der Heidelberger Rechtsmediziner Rainer Mattern, ärztlicher Direktor der Rechtsmedizin in der Uniklinik Heidelberg, hatte Kachelmanns Ex-Geliebte unmittelbar nach der mutmaßlichen Vergewaltigung untersucht.

Mattern hat mittlerweile zwei Gutachten klargestellt, dass die vorgefundenen Verletzungen weder eindeutig einer Fremd- noch einer Selbstverletzung zuzuordnen seien. Für beide Varianten seien die Verletzungen ungewöhnlich. Er stellt Hautverletzungen am Kehlkopf - eventuell verursacht durch ein Messer - und an den Armen fest, zudem Blutergüsse an den Innenseiten der Oberschenkel.

Zusammenbruch in der Gerichtsmedizin

Zum heutigen Prozessbeginn stellte der Rechtsmediziner noch einmal klar, dass er nicht nachweisen kann, dass die Verletzungen von Jörg Kachelmann stammen. Aber: Wenn jemand sich selbst Verletzungen zufügt, verschwinden diese schnell. Im Falle des mutmaßlichen Opfers hätten sie sich jedoch über Monate gehalten.

Mattern hätte Sabine W. nach der mutmaßlichen Tat in die Rechtsmedizin zitiert und sie gebeten, den Tathergang nachzustellen. Als ihr das Messer an den Hals gehalten wurde, brach sie weinend zusammen.

Die 37 Jahre alte Radiomoderatorin beschuldigt Kachelmann, er habe ihr ein Messer an den Hals gedrückt und sie vergewaltigt. Der 52-Jährige Schweizer bestreitet dies.

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