Von 'Nocturnal Animals' bis 'Zoomania': Die besten Kinofilme 2016

Must-Sees 2016: Diese Kinofilme haben uns begeistert
Das Kinojahr 2016 hatte mit "Rogue One: A Star Wars Story" noch ein Highlight am Ende zu bieten © The Walt Disney Company, SpotOn

Von "Revenant" bis "Rogue One"

Das ist es also gewesen, das Kinojahr 2016. Fast vom ersten bis fast zum letzten Tag hat es uns mit Filmperlen jedes Genres verwöhnt. Es hat uns zu Tränen gerührt, uns in Mark und Bein erschüttert, uns phantastische Welten (und Tierwesen) präsentiert und uns hin und wieder mit einem dicken Fragezeichen im Kopf aus dem Saal entlassen. Aber welche der zahlreichen Streifen durfte man sich um keinen Preis entgehen lassen? Die Antwort für alle mit Nachholbedarf gibt es im großen Rückblick.

Der beste Action-Film: "The Revenant - der Rückkehrer"

Gleich am 6. Januar 2016 kam mit Alejandro G. Iñárritus Meisterwerk "The Revenant - der Rückkehrer" nicht nur jener Film in die Kinos, der Leonardo DiCaprio endlich seinen längst überfälligen Oscar einbrachte. Nein, das fast 160 Minuten lange Epos gehörte einem sehr seltenen Genre an: dem Action-Drama. Zwar präsentiert sich die Geschichte über einen von Rache angetriebenen Vater zumeist eher bedächtig, wenn es aber zur Sache geht, dann richtig. Gleich zu Beginn etwa in der schlichtweg genial eingefangenen Schlacht zwischen Indianern und den Fellsammlern, denen auch DiCaprios Charakter Hugh Glass angehört. Der unumstrittene Höhepunkt des Streifens ist aber die Bärenattacke, die Glass zerfetzt und doch irgendwie noch am Leben im Wald zurücklässt. Prädikat: Bärenstarker Action-Moment des Jahres!

Knapp geschlagen geben muss sich da der Action-Prügler "The First Avenger - Civil War" von Marvel. Zwar bietet der Film mit Robert Downey Jr. und Konsorten viele bombastische Schauwerte, wenn sich die Helden gegenseitig aufreiben. Schwächen hat die Comic-Verfilmung aber bei ihrem langatmigen Start und angesichts der Tatsache, dass schlichtweg zu viele Charaktere darin vorkommen. So seltsam es klingt, aber: Zu viele Superhelden verderben den Action-Brei.

Das beste Drama: "Spotlight"

Regisseur Tom McCarthy hat sich mit "Spotlight" an ein heikles Thema gewagt: sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Er schickt darin sein brillantes Star-Ensemble (Michael Keaton, Mark Ruffalo, Rachel McAdams) in ein Fadenkreuz des Glaubens und lässt sie Stück für Stück die erschütternde Wahrheit aufdecken. Dieser Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, ließ niemanden kalt, er wühlte auf, berührte und erschütterte. Und gewann vollkommen zurecht den Oscar als bester Film.

Arge Konkurrenz gab es für "Spotlight" bei der Wahl des besten Dramas in Form der Buchverfilmung "Raum". Schließlich stellte der Film mit Jungdarsteller Jacob Tremblay nicht nur die Entdeckung des Jahres, sondern in Person von Brie Larson auch die beste Hauptdarstellerin samt Oscar-Auszeichnung. Noch lange nach dem Abspann verfolgt einen dieser schwere, aber sehenswerte Film. Ebenfalls nicht fehlen darf Sylvester Stallones gekonnter Neuanfang der "Rocky"-Saga, betitelt nach dessen größten Konkurrenten "Creed". Wer hatte nicht Tränen in den Augen, als sich ein schwer gezeichneter Rocky Balboa darin die Stufen zum Lincoln-Memorial hinaufquält?

Der beste Fantasy-Film: "Rogue One: A Star Wars Story"

Bevor Fragen aufkommen: Ob Lichtschwerter oder "die Macht", "Rogue One" ist wie sein großer Bruder "Star Wars" ein Weltraum-Märchen par excellence und damit mehr dem Fantasy, denn dem Sci-Fi-Genre zuzuschreiben ("Star Trek"-Jünger werden zustimmend mit dem Kopf nicken). Und als solches ist "Rogue One" eine perfekte Ergänzung zu der alten Trilogie. Endlich können Hobby-Jedis erfahren, wieso der Todesstern im Jahr 1977 von Luke Skywalker in die Luft gejagt werden konnte. Und das nicht nur dank toller Schauspieler wie Felicity Jones, Mads Mikkelsen oder Forest Whitaker, sondern auch aufgrund der spannenden Geschichte.

Doch noch ein weiterer Ableger einer Schwergewichts-Filmreihe startete 2016 im Kino. Mit "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, erweiterte J.K. Rowling ihr "Harry Potter"-Universum. Für "Potterheads" natürlich ein Pflichtprogramm, doch auch für alle, die nicht jedes der Bücher verschlungen haben, eine magische Reise in ein wunderschönes Universum. Großen Anteil daran hat Hauptdarsteller und Oscar-Preisträger Eddie Redmayne.

Der beste Animation-Film: "Zoomania"

Im Animations-Genre war es ein ausgesprochen enges Rennen zwischen "Zoomania" und "Findet Dorie". Beide Filme begeisterten 2016 das Kinopublikum, im Fotofinish heimst aber "Zoomania" den Titel als bester Animationsstreifen ein. Eine liebevoll gestaltete, brandneue Welt, tolle Charaktere und für einen vermeintlichen Kinderfilm eine mehr als wichtige Botschaft: Egal, wie man aussiehst, groß oder klein ist, oder welche Farbe das Fell hat - wir sind alle gleich!

Überhaupt war 2016 ein tolles Jahr für Animationsfilme. Der bereits angesprochene "Findet Dorie" setzt die Geschichte des 2003 abhanden gekommenen Nemos rührend fort und hat mit dem siebenarmigen Oktopus Hank einen neuen Lieblingscharakter erschaffen. Ebenfalls sollten Animationsfans unbedingt "Kubo - Der tapfere Samurai" eine Chance geben. Einen überragenden Stop-Motion-Film für Erwachsene gab es bereits im Januar mit "Anomalisa" zu sehen.

Der beste Science-Fiction-Film: "Arrival"

Für den besten Sci-Fi-Film ließ sich das Kinojahr bis zum 24. November Zeit. Wer von "Arrival" eine plumpe Begegnung der dritten Art à la in "Independence Day 2" erwartet hat, wurde aber hoffnungslos enttäuscht. Der Film von Regisseur Denis Villeneuve ist sehr ruhig ausgefallen, vergleichbar mit "Contact" aus dem Jahr 1997. Wer Villeneuves Filme wie "Prisoner" oder "Sicario" kennt, wurde von ihm überrascht: "Arrival" ist bei weitem nicht so düster wie die genannten Streifen. Seine Stärken zieht der Film aus den Mystery-Elementen. Wer sind die intergalaktischen Besucher und was wollen sie hier? Jedenfalls nicht das Weiße Haus in die Luft sprengen...

Alternativen gab es 2016 auch im Sci-Fi-Genre. Etwa Jeff Nichols Film "Midnight Special" mit seinen beiden Lieblings-Mimen Michael Shannon und Joel Edgerton, plus Adam Driver. Über das Ende des Films lässt sich zwar streiten, der Weg dorthin ist aber ausgesprochen spannend und von allen Beteiligten toll gespielt. Wer mehr Action im Zukunftssetting bevorzugt, für den ist hingegen "Star Trek Beyond" die richtige Wahl. Darin lassen es Captain Kirk und seine Crew mächtig krachen - auch kein Wunder, schließlich führte "Fast & Furious"-Dauerbrenner Justin Lin Regie.

Der beste deutsche Film: "Toni Erdmann"

Deutsches Kino kann also doch mehr, als immer nur romantische Komödie! Im ersten Moment erscheint die 162 Minuten lange Beziehungs-Studie eines Vaters zu seiner entfremdeten Tochter abschreckend. Doch Maren Ades Film ist gleichermaßen ergreifend wie ungemein lustig. Nicht von ungefähr kommt die Nominierung für einen Oscar. Ganz recht, "Toni Erdmann" wird als deutscher Beitrag ins Rennen um einen Goldjungen gehen - eine Ehre, die sich die Tragik-Komödie verdient hat.

Eine ungemein wichtige Thematik greift derweil der Film "Willkommen bei den Hartmanns" auf: Darin nimmt die titelgebende Familie immerhin einen Flüchtling bei sich auf. Der Film mit Senta Berger, Heiner Lauterbach und Florian David Fitz vereint nicht nur die deutsche Schauspiel-Prominenz, sondern weiß das heikle Thema Flüchtlingspolitik mit viel Humor aufzuarbeiten.

Die beste Komödie: "Deadpool"

Der lustigste Charakter 2016 hat gleichzeitig auch die größte Klappe des Jahres bewiesen. Als Antiheld "Deadpool" durfte sich Ryan Reynolds so unflätig austoben wie keine andere Filmfigur. Selten war es witziger, wenn Schurken (möglichst brutal) das Zeitliche gesegnet haben - was "Deadpool" ein "Ab 18"-Gütesiegel eingebracht hat - sehr zur Freude der Fans des rabiaten Comic-Spitzbuben. Aber Vorsicht, "Deadpools" teil saublöden, infantilen Gags sind nicht jedermanns Sache!

Wer es etwas gediegener mag, sollte Shane Blacks "The Nice Guys" probieren. Der Film mit Star-Besetzung (Russell Crowe, Ryan Gosling, Kim Basinger) hat aber ebenfalls einen ausgesprochen bitterbösen Humor. Eine handfeste Wohlfühl-Komödie mit dem Herz am rechten Fleck ist "Eddie, the Eagle - Alles ist möglich", die im März die Kinos eroberte.

Der beste Thriller: "Nocturnal Animals"

Kurz vor dem Jahreswechsel ist mit "Nocturnal Animals" von Tom Ford die Thriller-Referenz 2016 in die Kinos gekommen. Da der Film aktuell noch im Kino läuft, soll nicht allzu viel über den Inhalt verraten werden. Nur so viel sei gesagt: der stilsicher in Szene gesetzte Streifen mit Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon und Michael Sheen versetzt das Publikum vielleicht wie kein zweiter Film des Jahres in Trance. "Nocturnal Animals" ist einer dieser Werke, die am besten funktionieren, je weniger man im Vorfeld über sie weiß. Daher an dieser Stelle einfach nur die dringende Empfehlung für Thriller-Liebhaber: ansehen!

Einen knallharten Gangster-Thriller hatte das abgelaufene Kinojahr mit "Triple 9" zu bieten. Ein All-Star-Cast mit Casey Affleck, Kate Winslet, Norman Reedus, Aaron Paul und Gal Gadot können zwar nicht über einige Schwächen speziell am Ende des Films hinwegtäuschen, gerade in seiner ersten Hälfte kostet der Film über Korruption vor lauter Spannung aber einige Fingernägel. Wer es schräg, schräger, am schrägsten mag, sollte hingegen der Romanverfilmung "High Rise" mit Tom Hiddleston eine Chance geben. Aber Vorsicht, die ungewöhnliche Groteske ist ein einziger "What the Fuck"-Moment.

Der beste Horror-Film: "Don't Breathe"

Wer es furchteinflößend mag, der konnte in den vergangenen zwölf Monaten einige Gänsehaut-Momente im Kino bewundern. Den interessantesten Ansatz dabei hatte "Don't Breathe" im September zu bieten. Eine Bande jugendlicher Einbrecher will das Vermögen eines blinden, unschuldigen und wehrlosen Kriegsveteranen erbeuten - nur dass der gar nicht so wehrlos ist, von unschuldig ganz zu schweigen. Selten war komplette Dunkelheit so aufregend!

Ein besonderer kleiner Genre-Film muss hier unbedingt auch Erwähnung finden. Und das nicht nur, weil mit Anton Yelchin der Hauptdarsteller kurz nach Kinostart so tragisch ums Leben kam: Der blutrünstige Slasher "Green Room", in der eine Gruppe Punks versucht, sich gegen eine Horde Nazis zu erwehren, ist für Genre-Fans eigentlich ein Pflichtprogramm. Ebenso wie das spannende Kammerspiel "10 Cloverfield Lane" mit John Goodman und Mary Elizabeth Winstead, das im März die Zuschauer gruselte.

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