Vom Weltstar zum Suchtopfer: Der bittere Fall des George Michael

Vom Weltstar zum Suchtopfer: Der bittere Fall des George Michael
George Michael machte in den vergangenen Jahren auf Fotos nicht immer die beste Figur © ddp images

Es gibt Prominente, deren Eskapaden und Fehltritte provozieren vor allem Häme und Schadenfreude. George Michael (51, "Careless Whisper") gehört nicht zu ihnen - zumindest bei all jenen, die mit der Lebensgeschichte des Stars vertraut sind. Denn wenn Michael nun auf monatelanger Entzugskur in der Schweiz weilt, wie "blick.ch" berichtet, dann ist es für den Star nur die nächste Welle in einer langen Historie an Schicksalschlägen. Für Michael, einen der größten Popsänger der 80er-Jahre, stehen Verlust, Skandale und Sucht in engem Zusammenhang. Und immer wieder holen sie ihn ein - noch vor gut einem Jahr hatte er im "Mirror" schließlich behauptet, mit den Drogen sei Schluss.

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Drogen und Schicksalschläge

 

Es begann an Weihnachten

 

Dabei war Michael nach außen hin lange Zeit ein wahrer Strahlemann: Mit der Band Wham! gelangen ihm und seinem Kollegen Andrew Ridgeley Welthits - "Last Christmas" verfolgt traumatisierte Radiohörer bis heute im Advent in den Schlaf. Auch allein auf der Bühne ist Michael ab Mitte der 80er eine (oft schmusige) Ikone. Sein Solodebüt "Faith" verkauft sich 25 Millionen Mal. Eine Größenordnung, von der heute auch One Direction nur träumen können. Michael ist im Pop-Olymp - irgendwo zwischen Madonna, Cher und Michael Jackson.

Hinter der Fassade sieht es aber schon damals anders aus. Denn George Michael leidet schon früh in seinem Leben am schwierigen Verhältnis zu seiner eigenen Sexualität. "Ich habe in den Wham!-Tagen mit vielen Frauen geschlafen, aber hatte nie das Gefühl, dass sich eine Beziehung entwickeln könnte, weil ich wusste, dass ich gefühlsmäßig ein homosexueller Mann bin", berichtete er vor einiger Zeit dem Magazin "GQ". Erst als sich Michael ernsthaft in einen Mann verliebt, kennt er seinen Weg - und erlebt trotzdem gerade deswegen einen tragischen Schlag.

 

"Als sei ich verflucht"

 

Denn bei Michaels großer Liebe Anselmo Feleppa wird schon kurz nach Beginn der Beziehung HIV diagnostiziert. Michael infiziert sich zwar nicht, muss aber mit ansehen, wie Feleppa 1993 an AIDS stirbt. In der Sendung "Good Morning America" erzählt der Star, er habe drei Jahre getrauert. Anschließend sei seine Mutter gestorben: "Ich fühlte mich, als sei ich verflucht", erklärte Michael. Nur die Musik habe ihm aus der Depression geholfen. Tatsächlich griff George Michael wohl auch zu anderen Hilfsmitteln: In der schweren Phase soll der Star mit seinem ausufernden Haschisch-Konsum begonnen haben.

Fortan bleiben die Suche nach Liebe - im weitesten Sinne - und der Drogenrausch Michaels stete Begleiter. 1998 gerät der Sänger gar in einen ebenso unangenehmen wie - nach deutschen Maßstäben - eigentümlichen Konflikt mit dem Gesetz: Ein Undercover-Polizist lockt Michael zu sexuellen Handlungen in eine Toilette. Eine Verurteilung zu Sozialdienst wegen "unzüchtigen Handlungen" ist die Folge. Für Michael ist es sein denkbar unglücklich verlaufenes Outing. 2006 muss der Star nach einer unangenehmen Story in der Yellow Press auch noch zugeben, bisweilen in Londoner Parks nach anonymen Sex-Partnern gesucht zu haben.

 

25 Joints pro Tag

 

Gleichzeitig gerät Michael dann auch öffentlich in große Drogen-Schwierigkeiten. Gleich mehrmals wird er wegen Drogenbesitzes verurteilt - nachdem er 2010 unter Cannabiseinfluss mit seinem Auto in eine Ladenfront rauscht, wandert er sogar für vier Wochen ins Gefängnis. Ein Jahr davor hatte er gestanden, bisweilen 25 Joints am Tag geraucht zu haben. Bezeichnenderweise war kurz zuvor, im Jahr 2009, die Beziehung zu seinem Freund Kenny Goss in die Brüche gegangen.

Bald, nach einer schweren Lungenentzündung im Jahr 2011, gibt sich Michael geläutert - er habe den Drogen nun entsagt. Nun befindet sich der Star also dennoch im Entzug. Just das Level von 25 Joints pro Tag habe Michael zuletzt wieder erreicht gehabt, ist zu lesen. "Wir denken, dass es George ziemlich schlecht geht", sagte ein Insider der "Sun" Ende Mai. Und auch diesmal rettet die Musik den Künstler offenbar nicht: 2014 brachte Michael noch sein Live-Album "Symphonica" heraus. Zumindest auf der britischen Insel wurde es zum Hit. Aber Michael verschwand dennoch von der Bildfläche - der Drogen halber, wie die Öffentlichkeit nun weiß.

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