Vom Softporno zum Blockbuster: Sylvester Stallone wird 70

Vom Softporno zum Blockbuster: Sylvester Stallone wird 70
Geburtstagskind Sylvester Stallone denkt noch lange nicht an die Rente © Tinseltown / Shutterstock.com

Selten trifft der berühmte Werdegang vom Tellerwäscher zum Millionär so gut zu, wie bei Geburtstagskind Sylvester Stallone. Nur, dass er nie Tellerwäscher war. Er half im Friseursalon seines Vaters aus, reinigte Löwengehege im Zoo... und präsentierte als "italienischer Hengst" seinen kleinen Sly im Softporno "The Party at Kitty and Stud's". Aber aller Anfang ist schwer, wer wüsste das besser als jener Mann, der schon bei der Geburt seine erste tragische Verletzung hinnehmen musste? Die spannendsten Fakten zum Leben und Wirken des Kult-Rabauken gibt es hier zum Nachlesen.

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Happy Birthday, Rocky!

Schwere Geburt

Als der Sohn von Frank und Jacqueline Stallone am 6. Juli 1946 auf die Welt kam, schien der Lebensweg als Schauspieler bereits beendet. Komplikationen bei der Geburt führten dazu, dass der kleine Sly mithilfe einer Geburtszange entbunden werden musste. Dabei durchtrennte de Arzt aus Versehen einen Nerv an Stallones Kopf; seine linke Gesichtshälfte ist seither aufgrund des Unfalls gelähmt. Auch seine Sprachfähigkeit ist durch die Paralyse beeinträchtigt, Stallone scheint stets zu nuscheln. Doch was andere als Behinderung angesehen hätten, machte er einfach zu seinem Markenzeichen.


Auf den Hund gekommen

Seine erste größere Rolle ergatterte Stallone 1970 in dem Schmuddelfilmchen "The Party at Kitty and Stud's" - aus Verzweiflung, wie der Mime später erklärte. So habe er die gerade einmal 200 Dollar Gage dringend benötigt, weil er kurz zuvor aus seiner Wohnung geflogen war und kurzzeitig sogar auf der Straße oder im Busbahnhof pennen musste. An seiner chronischen Mittellosigkeit änderte sich auch in den kommenden fünf Jahren trotz einiger größerer Auftritte in Filmen und im TV nichts - im Gegenteil. Selbst seinen Hund, mit dem er bislang durch Dick und Dünn gegangen war, musste Stallone für läppische 50 Dollar verkaufen, weil er auf jeden Penny angewiesen war. Nur wenige Tage später kaufte er seinen Hund zurück - für 3000 Dollar.


Danke dir, Rocky

In nur drei Tagen, so der Mythos, habe Stallone das Drehbuch zu "Rocky" verfasst. Einen Abnehmer für die Underdog-Geschichte mit Herz fand er auch schnell, nur stellte man sich für die Hauptrolle nicht den unbekannten No-Name-Darsteller vor, sondern schillernde Namen wie Robert Redford oder Burt Reynolds. Doch Stallone blieb stur und mit dem Kompromiss, das Budget des Films deutlich nach unten zu korrigieren, willigte das Filmstudio schließlich ein. Vom ersten Gehalt gab es dann keine dicke Party oder einen schicken Flitzer, sondern seinen Hund zurück, der auch in den ersten Teilen des Boxer-Dramas zu sehen ist.


Unter den ganz großen

Der Rest ist Geschichte: Stallone wurde im Jahr 1976 über Nacht zum Weltstar, "Rocky" für insgesamt zehn Oscars nominiert, von denen er die als "Bester Film", "Beste Regie" und "Bestes Editing" abgreifen konnte. Stallone war zudem als "Bester Hauptdarsteller" und für das "Beste Drehbuch" nominiert - eine Kombination, die zuvor nur den beiden Legenden Orson Welles und Charlie Chaplin gelang.


Die Allzweckwaffe Hollywoods

Nun war die Stallone-Ära endgültig angebrochen - eine Ära, die noch immer nicht zu Ende ist. In den 37 Jahren von 1978 bis in die Gegenwart spielte er in fast 50 großen Hollywood-Produktionen mit. Neben zahlreichen Fortsetzungen seines Boxklassikers waren es speziell die "Rambo"-Filme, die ihm neben Rocky Balboa eine weitere ikonische Rolle bescherten. Als kriegsgeschädigte Tötungsmaschine ballerte er sich letztmals 2008 äußerst erfolgreich durch die Kinos - mit 62 Jahren. Als nächstes soll Sly übrigens in der Fortsetzung zu "Guardians of the Galaxy" zu sehen sein. Nur ob er die Galaxie retten oder vernichten will, das ist noch nicht bekannt. Trotz seiner nun 70 Jahre ist ihm beides zuzutrauen.



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