Vier Fragen zum "Polizeiruf 110: Wölfe"

Vier Fragen zum "Polizeiruf 110: Wölfe"
Matthias Brandt und Barbara Auer im "Poizeiruf 110: Wölfe" © BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Christian Schulz, SpotOn
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Der Mythos Wolfsmensch

Es war ein äußerst düsterer und mysteriöser Krimi. Im "Polizeiruf 110: Wölfe" drehte sich viel um die beiden Hauptdarsteller Matthias Brandt und Barbara Auer, aber auch einiges um den Jahrtausende alten Mythos des Wolfsmenschen. Hier gibt es die wichtigsten Fragen und die dazugehörigen Antworten zum neuesten Münchner "Polizeiruf":

1. Knabbern Katzen wirklich ihre toten Besitzer an?

Ja. Das Phänomen wird wissenschaftlich als Leichenfraß bezeichnet. Bei Todesfällen, bei denen der Leichnam zusammen mit Haustieren eingeschlossen wird, kann dies passieren. Hierfür kommen überwiegend Katzen, aber auch Hamster und Vögel in Betracht. Dabei handelt es sich teilweise auch nicht um Hunger der Tiere, sondern um Weckversuche. Im Film wird behauptet, dass Hunde solch ein Verhalten nicht an den Tag legen. Das ist falsch: Es sind auch Fälle bekannt, in denen Hunde ihre Herrchen nach dessen Ableben Bissverletzungen zugefügt haben.

2. Können Wölfe wirklich zwei Meter groß werden?

Der Zoologe spricht zunächst von einem riesigen Wolf, der zwei Meter groß gewesen sein muss. Zunächst nimmt die Polizei die Aussagen sogar ernst. Dabei gibt es überhaupt keine Wölfe in dieser Größe. Zwar variieren die unterschiedlichen Wolfsarten, die größten ihrer Zunft haben aber gerademal eine Schulterhöhe von 60 Zentimeter und eine Länge von 160 Zentimeter. Auch wenn sie mit knapp 80 Kilogramm imposante Erscheinungen sind, gibt es keine derart riesige Wolfsart wie beschrieben.

3. Hat die Polizei keine eigenen Gutachter?

Der Zoologe Dr. Wiesinger begutachtet in der Pathologie sein eigenes Werk und führt die Polizei damit kurzzeitig auf eine falsche Fährte. Theoretisch nichts Ungewöhnliches: Rechtsmediziner sind institutionelle Gutachter, die allerdings oft andere Experten zu Rate ziehen. Im Falle von tierischen Bissspuren in aller Regel Zoologen, aber auch Zahnmediziner oder Molekularbiologen. Dabei könnte es also auch in der Realität vorkommen, dass der Mörder seinen eigenen Fall begutachtet.

4. Woher kommt der Mythos Werwolf?

Der Film kokettiert an vielen Stellen, nicht zuletzt durch die Wolfsmaske des Dr. Wiesinger, mit dem Jahrtausende alten Mythos des Werwolfs. Erste Hinweise zu Geschichten über Verwandlungen von Mensch in Wolf oder umgekehrt gab es bereits in Höhlenmalereien. Auch aus der griechischen Mythologie ist der Werwolf bekannt, ebenso in zahllosen Geschichten und Märchen nahezu aller Völker im europäischen Raum, in denen Wölfe lebten. Noch im Mittelalter glaubten viele Menschen an den Wolfsmenschen. Gerüchten zufolge wurden zwischen 1520 und 1630 allein 30.000 Werwolf-Prozesse in Frankreich geführt und zahlreiche Menschen hingerichtet.

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