'Verrückt nach dir': Die Chemie stimmt, die Gags nicht

'Verrückt nach dir': Die Chemie stimmt, die Gags nicht

Auch wenn sie in „Er steht einfach nicht auf dich“ keins der Leinwandpärchen mimten, funkte es am Set zwischen Drew Barrymore und ihrem drei Jahre jüngeren Kollegen Justin Long. Was lag da näher, als nun einen Film zu drehen, in dem die beiden was miteinander anfangen? Das tun sie auch gleich zu Anfang von Nanette Bursteins etwas bemühter Beziehungskomödie.

Der bindungsunfähige Slacker Garrett (Long) hat am Nachmittag erst von seiner Freundin den Laufpass bekommen, da läuft ihm ein paar Stunden später in einer Bar Erin (Barrymore) über den Weg. Aus dem One-Night-Stand in seiner versifften WG wird doch eine Ferienliebe – und allen guten Vorsätzen zum Trotz eine Fernbeziehung. Denn als Erins Journalistenpraktikum beim New Yorker „Sentinel“ zu Ende geht, muss sie ihr durch Kellnerei finanziertes Studium in San Francisco fortsetzen, und Garrett will auf keinen Fall den coolen Job bei einer Plattenfirma aufgeben.

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Mit Garretts bescheidenem Gehalt und Erins Kellnerinnenlohn lassen sich aber keine teuren Wochenendtrips finanzieren, und so sehen sich die beiden zu ihrem und zum Leidwesen des Zuschauers eher selten. Bald ist tote Hose in der Beziehung der beiden angesagt – und auch beim Zuschauer. Damit ein bisschen Pep in die Sache kommt, hat Drehbuchautor Geoff LaTulippe zwecks Eifersuchtserzeugung einen appetitlichen Kellnerkollegen für Erin ersonnen – doch der Konflikt verpufft im Ansatz.

Damit auch der Beischlaf unserer Protagonisten bei den wenigen Treffen kein ungetrübtes Vergnügen ist, kommen Erins herrische große Schwester (nett: Christina Applegate als verklemmte Hausfrau mit Vorliebe für Trockensex) und Garretts total enthemmte Buddies (eher verzichtbar: Charlie Day und Jason Sudeikis) auf den Plan. Vor allem das übersexualisierte Gefasel von Garretts Kumpels wirkt so bemüht, dass man sich fast fremdschämt. Für einen Streifen über die Liebesprobleme zweier Thirtysomethings sind Fäkalwitzchen und offene Klotüren einfach zu pubertär. Natürlich kann man sich mit „Verrückt nach dir“ anderthalb Stunden lang nett die Zeit vertreiben, aber lustig ist diese Komödie leider eher nicht – und das, obwohl Drew Barrymore und Justin Long klasse spielen und beide bekanntlich komisches Talent haben

Das ist sehr schade, denn zwischen Drew Barrymore und Justin Long sprühen so schön die Funken, dass man sich nicht nur mehr gemeinsame Leinwandzeit der beiden wünscht, sondern auch, die beiden wären auch im wirklichen Leben noch zusammen. Aber dafür gibt’s ja VIP.de…

Von Mireilla Zirpins

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