'Vaterfreuden': Matthias Schweighöfer wird vom Frettchen entmannt!

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Matthias Schweighöfer 'Vaterfreuden'
Dieses Frettchen bereitet Matthias Schweighöfer in 'Vaterfreuden' ordentlich Probleme. © dpa, Warner Bros. Ent.

3 von 5 Punkten

"Na, schon den neuen Schweighöfer gesehen?" Keine Frage, allmählich könnte der Traum aller Schwiegermütter – und damit ist kein Geringerer als Matthias Schweighöfer gemeint, ist drauf und dran, sein eigenes Filmgenre kreieren. Auch sein neuester Coup ‚Vaterfreuden - Die einen so, die anderen so‘ schafft es, aus einem simplen Thema einen interessanten, lustigen und anrührenden Film zu machen.

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Felix (Matthias Schweighöfer, 'Frau Ella', 'Schlussmacher') ist leidenschaftlicher Single und kann sich nichts Besseres vorstellen, als wechselnde Partnerinnen zu haben - natürlich ohne eine feste Bindung eingehen zu wollen. So hangelt er sich von einem One-Night-Stand zum nächsten. Doch seine ganze Welt gerät ins Wanken, als sein großer Bruder Henne (Friedrich Mücke, 'Russendisko'), samt Frettchen Karsten plötzlich in seine Wohnung zieht und diese auf den Kopf stellt. Ihm hat es der notorische Pleitegeier Felix auch zu verdanken, dass er sein Sperma bei einer Samenbank abliefert, um dadurch Geld zu verdienen. Denn wie das Schicksal es so will, wird Felix von Hennes' Frettchen kurze Zeit später sterilisiert: Bei einem missglückten Sexspiel beißt dieser beherzt in das beste Stück von Felix. Autsch!

Fans von Schweighöfer-Filmen können sich jetzt mühelos vorstellen, wie es weitergeht: Da er von nun an keine Kinder mehr bekommen kann, entschließt sich Felix, die Empfängerin seines gespendeten Samens aufzusuchen, um mit ihr eine glückliche Familie zu gründen. Ne, ist klar… Wie sein Bruder auf illegalem Weg herausfindet, soll dies die Sportmoderatorin Maren (Isabell Polak, 'Böse Mädchen') sein. Die ist jedoch glücklich mit Ralph (Tom Beck 'Alarm für Cobra 11') liiert und freut sich auf das Kind. Es beginnt also für Felix eine turbulente Reise mit dem Ziel, die Mutter seines Kindes doch noch für sich zu gewinnen.

Beim Frettchen ist noch Luft nach oben

'Vaterfreuden': Matthias Schweighöfer wird vom Frettchen entmannt!

Eine komische Situation, die Schweighöfer authentisch auf die Leinwand bringt. Wie authentisch allerdings die ganze Geschichte ist, sei mal dahingestellt. Aber keine Frage, generell beweist er hier, was für ein guter Schauspieler er ist. Selbst wenn man ihm die Rolle des Womanizers nicht direkt abkaufen würde, so bringt er es gekonnt rüber und schafft auch den Wechsel zwischen Frauenheld und Softie innerhalb der Story. Die Hauptdarstellerin Isabell Polak verblasst dagegen regelrecht neben Schweighöfer und scheint fast überfordert zu sein mit der Vielfalt an Emotionen, die ihre Rolle mit sich bringt.

Einen kleinen Punktabzug gibt es für die ‚Special-Effects‘ – wenn man diese so bezeichnen kann. Das Frettchen Karsten ist in einigen Szenen animiert. So weit so gut, schließlich kann man ein Tier nicht sooo gut dressieren, dass es auf jedes Kommando gehorcht. Dem Frettchen jedoch eine fast menschliche Stimme zu verleihen, die dauernd vor sich hin quietscht und murmelt, ist sowohl befremdlich, als auch störend.

Auch der Niedlichkeits-Faktor kommt leider nicht richtig zu Geltung. Matthias Schweighöfer dagegen begeistert als Darsteller, Produzent und Regisseur in vollen Zügen. Mit seiner speziellen Art hat er bestes Popcorn-Kino geschaffen und sorgt als "entmannter" Womanizer für sehr viele Lacher, wenn man auf den etwas verschrobenen Humor steht.

Von Irena Bauer

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