Uwe Ochsenknecht: "Uli Hoeneß ist gut weggekommen"

Uwe Ochsenknecht: "Uli Hoeneß ist gut weggekommen"
Uwe Ochsenknecht in seiner Rolle als Udo Honig © Sat.1/ Arvid Uhlig

Fußballmanager Udo Honig hat sich vom Metzgerjungen zu einem der mächtigsten Fußballpräsidenten der Welt hochgearbeitet, wurde aber wegen eines Steuerdeliktes verurteilt und lernt nun im Knast eine völlig neue Welt kennen. Die Story kommt Ihnen bekannt vor? Richtig: Sat.1 näherte sich am Dienstag, den 8. September, dem Fall Uli Hoeneß von der satirischen Seite. Im Interview erklärt Hoeneß-Double Uwe Ochsenknecht (59, "Männer"), wie schwierig es für ihn war, in die Rolle des Ex-Bayern-Präsidenten zu schlüpfen. Boris Becker wäre in seinen Augen wesentlich leichter gewesen, zu imitieren...

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"Die Udo Honig Story"

 

Sie spielen in der Sat.1-Satire Udo Honig, in Anlehnung an Uli Hoeneß. Wie ordnen Sie für sich den Prozess und das Urteil gegen den ehemaligen Bayern-Präsidenten ein?

 

Uwe Ochsenknecht: Ich denke, er ist ziemlich gut weggekommen. Es waren nur wenige Prozesstage und das Urteil am Ende fand ich sehr milde.

 

Glauben Sie, dass die Öffentlichkeit "zu hart" oder "zu weich" mit ihm umgegangen ist?

 

Ochsenknecht: Ich muss gestehen, dass ich das nicht so genau verfolgt habe, um mir darüber ein Urteil zu erlauben. Was ich aber sagen kann ist, dass die Justiz ihn in meinen Augen schon recht sanft angepackt hat.

 

Hätten Sie ihm ein Delikt in solch einer Größenordnung zugetraut?

 

Ochsenknecht: Nein, da war ich doch sehr überrascht. Vor allem, weil er immer so auf Saubermann gemacht hat und auch als moralische Instanz galt.

 

Versuchen Sie ihn in ihrer Rolle detailgetreu zu kopieren oder interpretieren Sie die Rolle für sich selbst neu?

 

Ochsenknecht: Es ist eine gute Mischung: Ich habe ihn so gespielt, dass er erkennbar ist. Aber man kommt nicht drumherum, seine eigene Person hineinzumischen. Es sollte aber auf keinen Fall eine reine Persiflage seiner Person werden - das wäre zu platt. Mein Ziel wäre erreicht, wenn der Zuschauer nach ein paar Minuten nicht mehr darüber nachdenkt, ob das auf dem Bildschirm jetzt Uli oder Uwe ist.

 

Ist es schwerer oder einfacher eine reale Person zu verkörpern?

 

Ochsenknecht: Es ist nicht einfach, jemanden zu spielen, von dem es Bild- und Tonmaterial gibt. Als ich zum Beispiel Ludwig van Beethoven gespielt habe, konnte ich zwar nicht wirklich recherchieren, aber es gab auch nicht die Gefahr, die Figur verfälscht darzustellen.

 

Sie sprechen im Film den schwäbisch-bayerischen Dialekt von Hoeneß. War das für Sie schwer zu erlernen?

 

Ochsenknecht: Ja, Hoeneß versucht mit seinem schwäbisch-bayerischen Mix, hochdeutsch zu reden. Das ist natürlich alles andere als einfach.

 

Waren Sie, nachdem Sie das erste Mal als Hoeneß aus der Maske kamen, von ihrem Aussehen überrascht?

 

Ochsenknecht: In der Tat! Ich hätte das selbst nicht für möglich gehalten, ihm äußerlich so nahe zu kommen. Die Maskenbildner haben da wirklich einen tollen Job gemacht.

 

Die Udo-Honig-Story ist eine Satire, die Reales mit Fiktivem mischt...

 

Ochsenknecht: ...und genau das macht in meinen Augen eine richtig gute Satire aus. Der Zuschauer soll nicht erkennen, was nun Wirklichkeit war und was wir dazugedichtet haben.

 

Warum ist das Genre der Satire in ihren Augen der richtige Ansatz für einen Film über Uli Hoeneß?

 

Ochsenknecht: Alle starken Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen und nicht langweilig sind, eignen sich dafür. Und Uli Hoeneß hat seit Jahrzehnten extrem polarisiert. Das war schon immer so, lange vor dem Skandal um die Steuerhinterziehung.

 

Welche Person würde sich denn noch eignen für eine Satire?

 

Ochsenknecht: Ohne Zweifel Boris Becker! Boris ist eine starke Persönlichkeit mit einer interessanten Historie und hat sicherlich ein paar Merkmale, die sehr reizvoll wären, darzustellen.

 

Das wäre doch die perfekte Rolle für Sie, ihr Mannheimer Dialekt ist ja im Prinzip schonmal der Gleiche.

 

Ochsenknecht: Das stimmt, das wäre einfach. Aber mit dem Tennisspielen hätte ich so meine Probleme: Da müsste er mich wohl doublen...

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