Uriah Heep auf Tour mit Status Quo: So hört sich die 'Salisbury'-Neuauflage an

Uriah Heep
Gary Thain, David Byron, Mick Box, Lee Kerslake und Ken Hensley (circa 1975). Foto: Michael Putland/Getty Images © deutsche presse agentur
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Trotz technischer Brillanz und Millionen verkaufter LPs hat es die britische Band Uriah Heep nie ganz geschafft, in den Rock-Olymp aufzusteigen. Dafür mussten die vermeintlichen Nachahmer von Led Zeppelin und Deep Purple zu viel Spott und Häme über sich ergehen lassen.

Zu Unrecht, wie das Album "Salisbury" beweist, die neueste Edition aus der Reihe sukzessiver Neuauflagen der Heep-Alben. Gerade dieses experimentierfreudige Prog-Meisterstück hat es verdient, digital optimiert zu werden. Das neue Klangbild vom Spitzen-Toningeneur Andy Pearce ist erfrischend kräftig und warm. Zusätzlich reizvoll: Das Werk kommt als 2 CD-Set mit zahlreichen Bonustiteln daher.

Die fünf Briten um den charismatischen Sänger David Byron und Songschreiber Ken Hensley hatten bereits bei Erscheinen des Albums im Jahr 1971 ihren ersten kreativen Höhepunkt erreicht. Das Debütwerk "...Very 'Eavy ...Very 'Umble" (bereits neu aufgelegt) war ja eher umstritten. Ein Schreiber der Zeitschrift "Rolling Stone" meinte dazu gehässig: "Wenn diese Gruppe es schafft, bring ich mich um."

Auf "Salisbury" wurde der Hard-Rock-Sound mit klassischen Einschüben durch den satten Hammond-Orgel-Sound und Byrons ausdrucksstarken Falsett geprägt.

Alleine der Titeltrack dauert ganze 16 Minuten und steht für anspruchsvollen Hardrock mit vielen progressiven Elementen. Für diesen Höhenflug wurde ein ganzes Orchester mit Streichern und Trompeten aufgefahren. Die neue CD-Edition enthält zudem eine Live-Version des Songs.

Verblüffend einfach dagegen ist der Megahit "Lady in Black". Der Lagerfeuer-Klassiker besteht aus nur zwei Akkorden, nämlich A-Moll und G-Dur. Als einer der simpelsten Hits der Rockgeschichte steht das Lied deshalb bei Gitarrenanfängern immer noch hoch im Kurs. Merkwürdigerweise dauerte es sechs Jahre bis der Song die Charts erobern konnte. Dann hielt er sich hartnäckig - 13 Wochen allein in Deutschland.

Das informative Booklet zur Doppel-CD schrieb Joel Melver mit zahlreichen Erinnerungen und Statements vom Gitarristen Mick Box und Ken Hensley, der die Heep-Sammlung kuratiert. Uriah Heep treten noch heute auf, wenn auch drei der Gründungsmitglieder inzwischen tot sind. Das Quartett wird nun vom 59-jährigen Sänger Bernie Shaw geführt. Urgestein Box ist als Einziger der Urbesetzung noch dabei.

Als "Special Guests" von Status Quo, die sich momentan auf ihrer Abschiedstournee befinden, kann man Uriah Heep den ganzen November hindurch live in Deutschland erleben. Die beiden Rock-Urgesteine starten ihre gemeinsame Tour am 10.11. in der Barclaycard Arena in Hamburg. Insgesamt 15 Termine stehen an.

Einen schönen Einstieg in das Heep-Universum vermittelt übrigens auch die gerade erschienene Retrospektive "Your Turn To Remember: The Definitive Anthology 1970-1990", auf der 33 Songs einen Überblick über das musikalische Schaffen der Band geben.


Quelle: DPA
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