Überraschende Wende im Echo-Skandal

Musikindustrie widerruft die Echo-Nominierung von 'Frei.Wild'.
Nach Protesten: 'Frei.Wild' fliegt beim Echo von der Nominierten-Liste. © picture alliance / dpa, Holger Fichtner

Musikindustrie reagiert auf Proteste und Boykott

Die Nominierung der politisch umstrittenen Rockband 'Frei.Wild' hat im Vorfeld der Echo-Verleihung für heftige Proteste gesorgt. Auch nach dem Boykott einiger nominierter Musiker stand der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hinter der Entscheidung und verwies auf das Reglement des Preises. Doch nun ist es zu einer überraschenden Wende im Echo-Skandal gekommen. Die als rechts geltenden Rocker wurden kurzerhand von der Nominierten-Liste gestrichen und vom Wettbewerb ausgeschlossen.

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"Um zu verhindern, dass der Echo zum Schauplatz einer öffentlichen Debatte um das Thema der politischen Gesinnung wird, hat sich der Vorstand nach intensiven Diskussionen dazu entschlossen, in die Regularien des Preises einzugreifen und die Band 'Frei.Wild' von der Liste der Nominierten zu nehmen", so das offizielle Statement von Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie.

Kurz nach Bekanntgabe der Nominierungen sagten 'Kraftklub' und 'MIA', die mit 'Frei.Wild' in der Kategorie 'Rock / Alternative National' nominiert waren, ihre Teilnahme am Echo ab. Wenig später äußerten sich auch weitere Bands kritisch über die Nominierung der Rocker.

'Frei.Wild' selbst wehren sich gegen den Vorwurf des Rechtsradikalismus. Nach ihrem Ausschluss wünschten sie auf ihrer Facebook-Seite "allen verbleibenden Bands viel Spass" und erklärten süffisant: "Zum Glück haben wir noch keine Flüge gebucht :)"

Bildquelle: dpa

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