Udo Reiter: Intendant und Förderer Thomas Gottschalks

Der Journalist Udo Reiter
Wissenswertes über Udo Reiter © picture alliance / Geisler-Fotop, gbrci/Geisler-Fotopress

Udo Reiter hatte ein spannendes Leben

Udo Reiter wurde am 28. März 1944 in Lindau geboren und starb am 9. Oktober 2014 in Gottscheina bei Leipzig. Er wuchs als Sohn eines Flugzeugmechanikers in einer katholischen Familie auf. Reiter hatte eine unbeschwerte Kindheit und war ein guter Schüler.

- Anzeige -

1963 legte er sein Abitur ab und begann anschließend an der Uni München Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften zu studieren. In den Semesterferien trampte der unternehmungslustige Student durch die Türkei und durch Syrien bis nach Jerusalem. Insgeheim verfolgte Udo Reiter trotz des begonnenen Germanistikstudiums das Ziel, Pilot zu werden. Der Beruf seines Vaters hatte in ihm das Interesse für Flugzeuge geweckt. Um seinen Traum wahr werden zu lassen, meldete sich Udo Reiter zur Pilotenprüfung an und absolvierte sie. Kurz vor Weihnachten 1966 erhielt der 22-jährige von der Lufthansa die Nachricht, dass er die Prüfung bestanden habe. Seine Wünsche schienen sich zu erfüllen.

Nach einem Verkehrsunfall war er jedoch vom fünften Brustwirbel an abwärts querschnittgelähmt. Udo Reiter verlor vorerst seinen Lebensmut. Allein durch die Fürsorge seines Vaters, der ihn in eine Spezialklinik verlegen ließ, gewann er ihn wieder. Im Rollstuhl kehrte Udo an die Uni zurück und setzte das begonnene Studium fort. Während er seine Doktorarbeit schrieb, geriet er abermals in eine schwere Krise. Tief deprimiert beschloss er, seinem Leben ein Ende zu setzen. Es gelang ihm, auf legale Weise an eine Waffe zu kommen. Er begründete seinen Antrag damit, dass er als Rollstuhlfahrer eine Möglichkeit brauche, sich bei Überfällen wehren zu können. Udo Reiter beendete seine Doktorarbeit, schrieb einen Abschiedsbrief und nahm den Revolver in die Hand. Plötzlich merkte er, dass er noch nicht bereit war, zu sterben. Er wollte sein Leben behalten und das Beste daraus machen.

Ein Lindauer Landtagsabgeordneter nahm sich seines Falles an und Udo Reiter landete nach dem Abschluss seines Studiums beim ‚Bayerischen Rundfunk‘. Später wurde er Intendant des ‚Mitteldeutschen Rundfunks‘ in Leipzig. Udo Reiter heiratete und bekam eine Tochter. Er begegnete vielen interessanten Persönlichkeiten wie Golo Mann, Leonard Bernstein, dem Papst und dem Dalai Lama. 2011 beendete Udo Reiter seine berufliche Laufbahn und ging in den Ruhestand. Er lebte mit seiner zweiten Frau, der Schriftstellerin Else Buschheuer, in seiner Wahlheimat Gottscheina bei Leipzig und schrieb Kolumnen. Nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, wählte er den Freitod. Am 10. Oktober 2014 wurde er mit einer Schusswunde tot auf seiner Terrasse aufgefunden.

— ANZEIGE —