Udo Lindenberg: Ich habe mich vernachlässigt gefühlt

Udo Lindenberg
Udo Lindenberg © Cover Media

Udo Lindenberg (68) verschaffte sich als Kind mit seiner Trommel Aufmerksamkeit.

- Anzeige -

… in meiner Kindheit

Der Rockmusiker ('Das Leben') kam als zweites von vier Kindern im westfälischen Gronau zur Welt. Schnell verließ er das Elternhaus, um eine Lehre als Kellner zu machen, die vor allem dazu diente, ihn aus seinem Heimatort herauszubringen. In einem Interview mit dem 'Spiegel' sprach der Star über seine Kindheit und Jugend und verriet, dass er sich "ab und zu vernachlässigt gefühlt habe". Er hat einen älteren Bruder, früher ein wahres "Vorzeigekind", nach dem sich seine Eltern eigentlich ein Mädchen gewünscht hatten: "Dann kam aber ein Knabe, nämlich ich. Meine Eltern waren doch ein bisschen enttäuscht. Ein Jahr nach mir kamen Zwillinge, die eine Sensation waren, zwei so süße Mädchen. Und der Junge dazwischen lief halt so mit", berichtete er.

Die Trommel wurde für Lindenberg in seiner Kindheit das wichtigste Spielzeug. Dank ihr konnte er sich auch die nötige Aufmerksamkeit verschaffen: "… vielleicht war das auch so ein Ruf: 'Hey, ich bin auch hier!" Aber gleichzeitig habe auch echte Leidenschaft hinter seiner Trommelei gesteckt, erinnerte er sich weiter: "Es war ein tief empfundener Auftrag. Ich habe das gespürt. Ich habe die Trommel mit ins Bett genommen, die Trommel war etwas zum Kuscheln für mich, so wie andere den Teddy nehmen. Die Trommel war mein Ein und Alles."

Mit 15 zog der Musiker weg von zu Hause, um eine Kellnerlehre in Düsseldorf im Breidenbacher Hof zu machen. Doch schon ein Jahr später verdankte er seiner Trommel seinen Berufswechsel: Mit 16 war er Profi und trommelte die nächsten zwölf Jahre lang. Seine Liebe zu Hotels, die er im Zuge seiner kurzen Kellnertätigkeit entdeckte, hat die Rocklegende allerdings bis heute behalten. Nicht umsonst wohnt Lindenberg seit 19 Jahren in dem Hamburger Hotel 'Atlantic'. "Das Leben im Hotel ist für mich genau das Richtige. Da habe ich alles - meine Ruhe, wenn ich sie haben will, aber auch jede Menge total unterschiedliche Leute an der Bar, wenn ich das haben will. Mit denen kann ich über Texte, Shows und alles Mögliche reden, wann immer ich will. Das ist ein bisschen so wie eine WG", erklärte er unlängst im Interview mit 'svz.de'.

Im kommenden Jahr sind es 20 Jahre, die Udo Lindenberg dann das 'Atlantic' sein Zuhause nennen kann - ein weiteres Jubiläum, das es zu feiern gilt: "Schon wieder eine Sause. Das hört ja gar nicht mehr auf. Erst 40 Jahre Panikorchester, jetzt die ersten Stadionkonzerte und dann das. Alles gute Gründe für große Partys."

Cover Media

— ANZEIGE —