TV-Moderator Amiaz Habtu spricht über seine Flucht aus Afrika

Amiaz Habtu floh mit seiner Familie aus Afrika.
Amiaz Habtu floh mit seiner Familie aus Afrika.

Amiaz Habtu: In seiner Heimat Eritrea tobte ein Bürgerkrieg

Der beliebte TV-Moderator Ermias, genannt 'Amiaz', Habtu feiert mit seiner Show ʼDie Höhle der Löwenʼ große Erfolge. Doch das Leben des 38-Jährigen verlief nicht immer in so ruhigen Bahnen, denn er floh als Kind mit seiner Familie aus Eritrea, einem krisengebeutelten Staat im nordöstlichen Afrika. Anlässlich der gegenwärtigen Flüchtlings-Debatte spricht er im Interview mit RTL nun über sein persönliches Schicksal.

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„Meine Eltern mussten zu Fuß, wir auf Kamelen und huckepack, flüchten. Das waren lange Märsche“, erklärt Amiaz Habtu, damals war er gerade zwei Jahre alt. „Meiner Mutter sind die Füße kaputtgegangen, weil ihr Paar Schuhe, das sie trug, irgendwann mal kaputt ging. Und sie hatte kein zweites Paar Schuhe dabei“, erinnert er sich an die strapaziöse Flucht zurück.

In Köln fanden der TV-Moderator und seine Familie eine neue Heimat

Enissa Amani im Interview.
Auch Enissa Amani erzählt von ihrer Flucht aus dem Iran.

Habtus Familie hatte Glück, denn nach langer Wanderschaft erreichten sie ein Land, das ein Abkommen mit Deutschland hatte. Von dort aus konnten sie mit dem Flugzeug ihre Reise fortsetzen. Dass die Menschen jetzt aus Verzweiflung eine riskante Flucht über das Meer in Kauf nehmen, bewegt den TV-Moderator zutiefst. „Wir sind damals geflogen. Wenn ich das jetzt mit den Menschen vergleiche, die jetzt über das Meer flüchten und dort ihr Leben lassen, weil sie in Schlauchbooten sitzen, bist du einfach nur traurig“, sagt Ermias, dem das Thema sehr nahe geht.

In Köln fand Familie Habut eine neue Heimat. Weil ihnen engagierte und hilfsbereite Menschen damals zur Seite standen, konnten sie sich sehr schnell integrieren. In der Rheinmetropole absolvierte Habtu ein BWL-Studium und schloss es erfolgreich als Diplom-Kaufmann ab. Der Moderator ist sich sicher, dass die Menschen, die nach Deutschland kommen, eine große Bereicherung sein können.

Einen ähnlichen Standpunkt wie Amiaz Habtu vertritt auch Comedian Enissa Amani (31), die als Kleinkind mit ihrer Familie aus dem Iran floh. Im Gespräch mit RTL verrät sie, dass ihre Flucht ein einschneidendes Erlebnis war, das sie lange Zeit nicht losließ. Denn obwohl sie in Deutschland sicher war, holte sie die Vergangenheit im Schlaf immer wieder ein: „Ich erinnere mich an Albträume. Ich erinnere mich daran, dass ich nachts immer wieder aufgewacht bin und gedacht habe, ich rieche Feuer.“ Enissa Amanis Familie entschied sich damals aus dem Iran zu fliehen, weil ihr Vater politisch verfolgt wurde. Sein Leben war in der Heimat in akuter Gefahr.

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