Hollywood Blog by Jessica Mazur

Trotz 'Size Zero'-Kurven essen die Promi-Ladys angeblich am liebsten Kalorienbomben

von Jessica Mazur

Ich weiß nicht, wie es in Deutschland aussieht, aber hier in Amerika ist es derzeit fast unmöglich ein Magazin aufzuschlagen, in dem nicht irgendein Journalist seinen Artikel damit beginnt, detailliert zu beschreiben, was Promi XY beim Interviewtermin alles in sich hinein geschlungen hat. Egal, ob 'Instyle', 'Elle' oder 'Esquire Magazine', überall werden die Promidamen anhand ihrer (angeblichen) Lieblingsspeisen vorgestellt. Alleine in den vorigen Wochen habe ich gelesen, dass Minka Kelly, Esquires 'Sexiest Woman Alive', ihre Gabel tief in eine große Portion Spagehtti Carbonara steckte, Zoe Saldana einen großen Korb frittierte Calamari verdrückte, Drew Barrymore gerne faul im Bett liegt und dabei haufenweise Makkaroni mit Käse futtert, Cate Blanchett in Parmesan frittierte Zuccini bestellte und Cameron Diaz ohne Hamburger mit Fritten nicht leben kann. Aha!

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Das Problem: Bei vielen Lesern lösen diese angeblichen Details aus dem Privatleben der Stars längst keinen Hunger mehr, sondern nur noch genervtes Augenrollen aus. Kein Wunder, denn begleitet werden diese Artikel in der Regel von Fotostrecken, auf denen deutlich die 'Size Zero'-Kurven der Celebritys zu sehen sind, die mehr auf 'Dauer-Diät' schließen lassen. Warum tun also alle weiblichen Hollywoodstars so, als würden sie essen, wie ein Bauarbeiter nach einer zehn Stunden Schicht? Weil 'a BIG Appetite' Hollywoods neustes Must Have ist! Wie die 'New York Times' berichtet, gibt es derzeit kaum einen Publicisten (das sind die Leute, die sich um das öffentliche Image der Stars kümmern), der seinen Schützling zu einem Interview schickt, ohne zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, so zu tun, als würde man schon zum Frühstück ein halbes Schwein verdrücken.

Oder noch besser, sich am besten mit extrem kalorienhaltiger Nahrung in der Hand ablichten lassen. In Hollywood-Fachkreisen gibt es sogar bereits eine Bezeichnung für dieses Verhalten: DIPE. Das steht für 'the Documented Instance of Public Eating', der dokumentierte Fall des öffentlichen Essens. DIPE ist demnach extrem wichtig für das Image eines Stars, denn wenn wir Leser sehen oder lesen, dass Promi XY mit gesundem Appetit eine Portion Pasta verschlungen hat, gehen wir angeblich automatisch davon aus, diese Person is(s)t normal. Deshalb wundert es auch nicht, dass immer mehr Paparazzifotos auftauchen, die die Stars 'ganz zufällig' beim genüsslichen Essen in irgendeinem LA Straßencafe zeigen. Ein gesunder Appetit ist in Hollywood im Moment 'a big Part of the Show'.

Es könnte also noch eine Weile dauern, bis sich eine Schauspielerin mit dem Körper einer Zwölfjährigen einem Journalisten gegenüber setzt und offen sagt: Wissen Sie was? Es gehört zu meinem Job, eine gewissen Kleidergröße einzuhalten, und das kostet mich eine ganze Menge Disziplin. Schade eigentlich! Bis es soweit ist, heißt es in Hollywood aber weiterhin: Guten angeblichen Appetit ;-)

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.