Train im Interview

'Train': Jimmy Stafford, Patrick Monahan und Scott Underwood
"Train": Jimmy Stafford, Patrick Monahan und Scott Underwood

Train: "Wir sprengen Generationen"

Mit "Hey, Soul Sister" haben Train einen echten Ohrwurm abgeliefert. Und auch ihr 90er-Jahre-Hit "Drops From Jupiter" läuft heute noch im Radio rauf und runter. Ihr fünftes Album "Save me, San Francisco" führt die 1994 gegründete Band aus Amerika zu den Anfängen mit dem gewohnten Rocksound zurück. Wir haben Jimmy Stafford, Patrick Monahan und Scott Underwood in Köln getroffen und mit ihnen über die Band und das Leben auf Tour gesprochen.

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Von Yvonne Schröer

Wie ist das Leben, wenn man in der ganzen Welt unterwegs ist und was ist das Besondere daran auf Tour zu sein?

Train (Patrick Monahan): Ich denke das Beste daran ist, dass wir auf der ganzen Welt unterwegs sind und ständig in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land sind. Auf dieser Tour sind wir zum Beispiel in Tokio und Manila auf den Philippinen. Und wir waren das erste Mal in Südamerika. In der ganzen Welt herum reisen zu können und viele verschiedene Länder kennen zu lernen ist wirklich fantastisch.

Patrick du hast zwei Kinder. Wie schaffst du es, während der Tour mit ihnen in Kontakt zu bleiben? Wie gehen sie damit um, wenn du so lange nicht zu Hause bist?

Train: Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und Wege um mit unseren Familien und Freunden zu Hause in Kontakt zu bleiben, wie zum Beispiel Skype. Als wir noch vor einigen Jahren auf Tour waren, hatten wir viel weniger Möglichkeiten mit unseren Familien Kontakt zu halten. Inzwischen hat sich einiges getan und somit ist es viel leichter das Familienleben aufrecht zu erhalten und in gewisser Hinsicht zu organisieren. Andererseits sind wir mittlerweile viel mehr im Stress und haben dadurch auch weniger Zeit, um lange mit unseren Familien zu sprechen. Das macht es wiederum sehr schwer, regelmäßig miteinander in Kontakt zu stehen.

"Wir wollten schon als Kinder Musiker werden"

Ihr tourt durch viele verschiedene Länder, gibt es da Unterschiede zwischen den Fans? Zum Beispiel zwischen den deutschen und den amerikanischen Fans?

Train: Der Europäer an sich, ist unserer Meinung nach ohnehin ein anderer Mensch als der Amerikaner, aber das ist auch gut so. Wahrscheinlich liegt der Unterschied darin, dass die Europäer einfach mit viel mehr Enthusiasmus bei der Sache sind, da die Band aus Amerika oder noch weiter weg kommt. Wir sind zum Beispiel während einer Tour höchstens zweimal hier in Deutschland, wenn überhaupt. Dadurch steigt die Begeisterung der Fans, wenn sie bei einem von den Konzerten dabei sein können. Ich denke das ist der Unterschied zu den amerikanischen Fans.

Was denkt ihr, ist das Besondere an euren Fans?

Train: Eine Sache, die wir in all den Jahren festgestellt haben ist, dass wir mit unserer Musik wirklich alle Altersgruppen erreichen können. So wie mit unserem Song 'Hey, Soul Sister’, den auch schon die ganz kleinen Kinder gerne hören. Wir sehen auf unseren Konzerten Fans, die um die 50 Jahre alt sind oder junge Eltern, die ihre Kinder zu den Shows bringen. Und sie haben alle eins gemeinsam: Sie alle lieben 'Train’. Es scheint so, als würden wir die Generationen sprengen. Ich finde wir haben wirklich tolle und besonders treue Fans, die uns als Band immer wunderbar unterstützt haben. Wir sehen häufig dieselben Gesichter in der Menge, wenn wir in Städten spielen, in denen wir schon mal waren. Ich bin aber auch immer total baff, wenn wir in Ländern sind, in denen wir zuvor noch nie waren, und die Fans sich unglaublich freuen uns zu sehen und all unsere Songs mitsingen können. Das ist wirklich ein tolles Erlebnis.

Sind eure Fans noch immer dieselben, wie sie es zu Beginn eurer Band waren? Oder hat sich das Publikum während der Jahre verändert?

Train: Auf der einen Seite gibt es die Fans, die uns von Anfang an kennen und uns bis heute treu geblieben sind. Auf der anderen Seite konnten wir mit 'Hey Soul Sister’ eine völlig neue Generation an Fans erreichen. Ich finde es einfach wunderbar, dass wir ganz junge Fans haben, die vielleicht gerade fünf Jahre alt sind, aber auch Teenager die uns toll finden. Es ist lustig zu sehen, dass die Kinder manchmal ihre Eltern zu unseren Konzerten mitbringen. Das ist wie ein riesengroßes Familientreffen und dafür sind wir sehr dankbar.

Wolltet ihr schon immer Musiker werden? War das vielleicht so was wie ein Kindheitstraum von euch, irgendwann mal in einer Band zu spielen?

Train (Patrick Monahan): Wir wollten alle schon als Kinder Musiker werden. Als ich drei Jahre alt war, habe ich zu Weihnachten meine erste kleine Trommel bekommen und ich habe mich sofort in sie verliebt. Ich glaube, wenn man wirklich ein professioneller Musiker werden will, muss man mit dem ganzen Herzen dabei sein und nichts auf der Welt mehr wollen als das. Denn du wirst in den ersten Jahren als Musiker von Brot und Wasser leben, weil es einfach eine lange Zeit dauern kann, bis man so viel Geld verdient, dass man gut davon leben kann. Wir wollten alle so sehr mit unserer Musik Erfolg haben, dass wir bereit waren, durch diese Zeit zu gehen, um jetzt unseren Kindheitstraum leben zu können.

Seit einigen Jahren sind Castingshows ja sehr beliebt. Was haltet ihr von solchen TV-Formaten, wie American Idol und X Factor? Denkt ihr das solche Shows gute Chancen sind für Newcomer oder seht ihr das eher skeptisch?

Train: Das kann man nicht pauschalisieren. Castingshows können für einige Talente ein Sprungbrett sein. Was die Künstler im Endeffekt daraus machen, ist dann jedem selbst überlassen. Aus der Perspektive eines Songwriters sind Castingsshows ebenfalls positiv, weil man dort die Chance bekommt, Songs für die Kandidaten zu schreiben. Die schlechte Seite ist, dass diese Art Musik zu machen, nicht wirklich viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat. Leider bringen solche Castingsshows häufig die berühmten 'One-Hit-Wonder’ hervor.

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