'Toni Erdmann'-Regisseurin Maren Ade beweist ein Gespür für präzise Alltags-Beobachtungen

Maren Ade
Maren Ade beim Filmfestival in Cannes, wo ihr Film "Toni Erdmann" begeistert aufgenommen wurde. Foto: Clemens Bilan © DPA

"Toni Erdmann" ist der bisher größte Erfolg der deutschen Regisseurin Maren Ade (39). Beim Filmfestival Cannes wurde der Film über die Entfremdung zwischen einem Vater (Peter Simonischek) und seiner Tochter (Sandra Hüller) im Mai von Kritikern und Zuschauern bejubelt, auch wenn er am Ende keinen Preis gewann.

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Die internationale Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten (FIPRESCI) zeichnete die Tragikomödie vor wenigen Tagen als "Film des Jahres" aus. Anfang Juli hatte Maren Ade gesagt, "Toni Erdmann" sei schon in rund 60 Länder verkauft worden.

Schon Ades erster Spielfilm "Der Wald vor lauter Bäumen", 2003 ihr Abschlusswerk an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, gewann international mehrere Preise. Die Tragödie erzählt von einer idealistischen, aber überforderten Lehrerin in der Provinz.

Sechs Jahre ließ sich Ade Zeit, dann folgte "Alle Anderen" mit Birgit Minichmayr und Lars Eidinger als Paar in der Krise. Bei der Berlinale gewann die Regisseurin dafür den Großen Preis der Jury, Minichmayr wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Ade beweist in den Werken ihr Gespür für präzise Beobachtungen alltäglicher Situationen - für peinliche Momente, dramatische Entwicklungen ebenso wie für humorvolle Episoden. "Humor ist für mich privat sehr wichtig, sowohl in der Beziehung als auch beim Arbeiten", sagte Ade mal in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Zusammen mit ihrer Studienkollegin Janine Jackowski gründete Ade 2000 die Produktionsfirma "Komplizen Film". Ade wurde in Karlsruhe geboren, sie lebt seit Jahren in Berlin.


dpa

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