Tom Odell im exklusiven Interview

Tom Odell im Interview
Ein sympatischer und bodenständiger Typ : Tom Odell

"Ich bin nicht wirklich der Plan-B-Typ"

Du hast mit sieben Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Wusstest du schon immer, dass es das ist, was du machen willst und nichts anderes? Oder hattest du einen Plan B, wenn es nicht geklappt hätte?

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Tom: Nein, ich bin nicht wirklich ein Plan-B -Typ. Ich glaube, du musst dich Sachen verpflichten. Ich habe mir aber nie zu viele Gedanken um Plan Bs und Plan As gemacht. Das ist, als wenn ich sagen würde: Okay, wenn du das Mädchen nicht kriegen kannst, dann nimmst du halt ein andere, das Zweitbeste. Ich habe aber nie gefühlt, dass da wirklich eine andere Option gewesen wäre. Aber egal, wie weit ich mich von der Musik entfernen würde, ich würde immer wieder bei der Musik enden.

Also gibt es keinen anderen Beruf, den du gerne ausüben würdest?

Tom: Hm, ein Zoologe. Ich weiß nicht, ich mag Tiere.

Was für Interessen hast du neben der Musik?

Tom: Hm, was für Interessen habe ich neben der Musik? Ich mag lesen, ich mag es Filme zu gucken.

Irgendein Lieblingsfilm im Moment?

Tom: Mich interessieren zurzeit Musik-Dokumentationen. Ich hab eine von Dennis Wilson geguckt. Das hat mich umgehauen.

Gibt es aus dem Jahr 2012 oder 2013 eine ganz besondere Erinnerung?

Tom: Als mein Album an die Nummer 1 in England geschossen ist. Da war ich sehr glücklich drüber. An dem Tag habe ich auf dem ‚Glastonbury Festival‘ gespielt und kurz bevor ich auf die Bühne bin, habe ich davon erfahren. Das war die bislang größte Show in meiner Karriere, da waren ungefähr 10000 Leute, es war komplett voll. Und ich habe auf der Bühne gestanden und der Menge erzählt, dass mein Album Nummer 1 ist, nachdem ich ‚Another Love‘ gespielt habe. Es war ein Moment, den ich niemals vergessen werde. Es war wirklich speziell.

Wirst du vor Shows denn sehr nervös?

Tom: Ja, das werde ich. Aber es ist eine andere Nervosität. Ich bin nicht so nervös, wenn ich auf der Bühne stehe, ich bin eher nervös vor Sachen, die wir neu ausprobieren. Aber seit November vergangenen Jahres habe ich bestimmt um die 200 Gigs gespielt. Daher bin ich wahrscheinlich nervöser vor solchen Sachen hier (Interviews), als vor Shows.

Ach wirklich, wie kommt's?

Tom: Siehst du das nicht? Ich zerlege doch dieses Flaschenetikett (lacht und zeigt die Flasche, an der er die ganze Zeit gepiddelt hat). Das kommt daher, dass bei Interviews einiges für Musiker schief gehen kann. Musiker sind gut darin, Musik zu machen und auf der Bühne zu sein und Songs zu schreiben. Ich glaube nicht, dass Musiker wirklich gut darin sind, ihre Musik in Interviews zu erklären. Ich habe meine Zeit als Teenager damit verbracht, in meinem Zimmer Songs zu schreiben. Ich habe sie nicht damit verbracht, mit Leuten zu reden, ich fühle mich da nicht sehr wohl. Ich fühle mich wesentlich wohler dabei ein Set mit meinem Klavier zu spielen, als zu versuchen, zu erklären wieso ich Sachen mache.

"Im Moment bin ich ziemlich glücklich"

Tom Odell im exklusiven Interview
© Andrew Whitton Photography

Du hast noch eine lange Tour vor dir: Durch Europa und die USA. Wie bereitest du dich auf so eine Herausforderung vor?

Tom: Ich weiß nicht, ich denke mit ein wenig Schlaf. Ich habe mich schon daran gewöhnt. Ich toure seit letztem November und wir haben seitdem nicht wirklich aufgehört. Du gewöhnst dich an wenig Schlaf. Aber um ehrlich zu sein, ich liebe das Touren. Das ist, wovon ich immer geträumt habe und ich würde es für nichts tauschen wollen. Ich liebe es, jeden Abend Shows zu spielen. Also im Moment bin ich ziemlich glücklich.

Gibt es irgendwelche Rituale vor einer Show?

Tom: Ja, ich meditiere für sechs Stunden vor meinen Shows (lacht). Aber nein, ich hab keine. Ich mag es, mit einer Gitarre zu singen, bevor ich auf die Bühne gehe.

Letzte Frage: Hast du einen Lieblingssong auf der Platte?

Tom: Hm, es ist komisch, denn ich habe sie geschrieben und ich spiele sie jede Nacht. Ich höre sie mir nicht auf die gleiche Weise an, wie ich mir das Album von jemand anderem anhören würde. Es ist eine andere Herangehensweise an Musik. Ich mag sie alle, ich bin stolz auf alle Songs. Es ist nicht meine Aufgabe zu urteilen, das bleibt die Aufgabe von den Leuten da draußen.

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