Tom Beck im exklusiven Interview: "Mein Vater ist mein schärfster Kritiker"

Exklusives Interview mit Tom Beck: "Mein Vater ist mein schärfster Kritiker"
"Mein Vater ist mein schärfster Kritiker" - das findet Sänger und Schauspieler Tom Beck. © pfa Photography / Per Florian Appelgren

Sänger und Schauspieler Tom Beck plaudert aus dem Nähkästchen

Den meisten dürfte Tom Beck aus „Alarm für Cobra 11“ bestens bekannt sein – seine Fangemeinden reichen bis über den großen Teich. Dass er jedoch seit seinem fünften Lebensjahr Musik macht, ist für viele neu. Nach zwei englischsprachigen Alben hat Tom jetzt mit „So wie es ist“ sein erstes Werk in deutscher Sprache veröffentlicht. VIP.de hat ihn in Köln zum Interview getroffen und nachgefragt, wieviel schwieriger es ist, deutsch zu texten, welche Frage ihn am meisten nervt und wie er mit dem ewigen Klischee „ach, jetzt singt er auch noch“ umgeht.

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von Nicole Feybert

Wir sind mit Tom Beck in einer PR-Agentur mitten in Köln verabredet. Der ehemalige „Cobra 11“-Star begrüßt uns – inklusive Hund des Fotografen – entspannt, ohne Zeitdruck und im lässigen „gerade aufgestanden“-Look. Hund Bruno macht es sich zwischen uns auf dem Sofa bequem. So könnten Interviews ruhig öfter beginnen. Trotzdem fragen wir als erstes einmal nach, welche Frage er inzwischen nicht mehr hören kann – sicher ist sicher. Tom überlegt kurz: „Die Frage, die am meisten nervt – und die ich bislang in wirklich jedem Interview gehört habe: ‚Musik oder Schauspielerei: Wenn du dich für eins entscheiden müsstest…‘ - ich kann die einfach nicht beantworten, denn ich muss mich ja gottseidank nicht entscheiden. Dass man die Frage jemandem stellt, der vor der Kamera steht und parallel auch Musik macht, kann ich aber verstehen. Jared Leto kann das zum Beispiel nicht. Ihm wurde diese Frage einmal am Telefon gestellt, da hat er aufgelegt“, verrät er im Interview mit VIP.de.

Naheliegend ist die Frage allemal, da Tom Beck einem Millionenpublikum von Europa bis in den USA in erster Linie als Schauspieler bekannt ist. Oft wird er mit dem altbekannten Klischee „jetzt macht er also Musik“ konfrontiert. Tom grinst. „Man kann es den Leuten nicht verübeln, die Präsenz ist durchs TV natürlich größer. Dass ich viel eher Musiker als Schauspieler war, weiß ja keiner. Ich habe mir das anfangs einfacher vorgestellt - aber man muss es halt immer wieder erklären und die Leute noch viel mehr davon überzeugen, dass man als Musiker seine Berechtigung hat.“ Dabei hat Tom sich der Musik bereits mit fünf Jahren verschrieben, lange bevor Schauspielerei überhaupt ein Thema war. „Meine eigentlichen Wurzeln sind musikalisch, ich habe als Kind mit dem Akkordeon angefangen. Meine Mutter hat zu Beginn damals Farbkleckse auf die Tasten geklebt, und ich habe nach den Farben gespielt. Dann habe ich Orgel gelernt, dann Klavier, dann Gitarre.“

„Ich habe anfangs zu schnell aufgegeben“

Exklusives Interview mit Tom Beck: "Mein Vater ist mein schärfster Kritiker"
Sänger und Schauspieler Tom Beck im exklusiven Interview. © pfa Photography / Per Florian Appelgren

Dass Tom Beck nach zwei englischsprachigen Alben, die Rock- und Country-Einflüsse hatten, nun deutsche Songs aufgenommen hat, überrascht. Für ihn selbst ist es das Gefühl, angekommen zu sein. „Ich habe mit deutsch immer geliebäugelt, aber man muss beim Texten viel präziser sein. Ich habe anfangs zu schnell aufgegeben, ich dachte das passiert von heute auf morgen. Aber man muss sich lange damit auseinandersetzen bis man die eigene Persönlichkeit in Verbindung mit der Musik transportiert bekommt.“ Plant er, weiterhin in deutscher Sprache zu texten? „Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, ich habe die richtige Richtung für mich gefunden.“ Ein deutscher Musiker steht auf jeden Fall auf seiner Wunschliste für eine Zusammenarbeit: „Ich habe Udo Lindenberg mal einen Song geschickt.“ Klingt nach einem vielversprechenden Sound. Mit seinem eigenen Album ist Tom jedenfalls sehr zufrieden - legt er es eigentlich auch privat mal auf? Tom grinst und verrät „Ich höre das Ding im Auto rauf und runter. Ja ja, ich weiß, das klingt wahnsinnig selbstverliebt. Aber ich bin wirklich stolz auf das Ergebnis.“

Genau das präsentiert er derzeit. Er ist auf Deutschland-Tour –die übrigens am 27.2., genau einen Tag nach seinem 37. Geburtstag startete. Aber den zu feiern ist eh nicht sein Ding. „Ich weiß gar nicht, wann ich meinen letzten Geburtstag richtig gefeiert habe. Ich bin darüber nicht böse, sondern ganz froh. Ich mache lieber auf Tour das ein oder andere Fest.“ Ganz so locker ist er allerdings nicht, wenn er weiß, dass Freunde und Familie im Publikum sind. „Mein schärfster Kritiker ist mein Vater. Wenn der im Publikum ist, dann muss ich mich ganz warm anziehen…“ Tom lacht. „Das ist zwar schön, aber auch ein viel größerer Druck. Weil Freunde und Familie dich kennen und auch schon mal genauer hinschauen. Von meinem Vater gibt’s nach der Show immer Manöverkritik. Meistens hat er recht – ganz ehrlich, das ärgert mich, und ich versuche es, beim nächsten Auftritt noch besser zu machen.“

Wer Tom Beck live erleben will, hat bis Ende März Gelegenheit dazu: Seine „So wie es ist“- Tour führt ihn quer durch Deutschland.

Tourdaten: http://tom-beck.de/dates/

Bildquelle: pfa Photography / Per Florian Appelgren

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