Tokio Hotel: Als Zuschauer viel gelernt

Tokio Hotel
Tokio Hotel © Cover Media

Die Jungs von Tokio Hotel werden vor Konzerten zwar von Nervosität geplagt, dennoch sind sie froh, ihr Bühnen-Comeback zu feiern.

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Fleißige Konzertgänger

Als Teenie-Band ('Girl Got a Gun') standen sie an der Spitze der deutschen Charts und brachen Rekorde. Auf Schritt und Tritt wurden die vier Jungs aus dem Magdeburger Raum von den Fans und Medien verfolgt, schließlich flüchteten die beiden Frontmänner und Zwillinge Bill und Tom Kaulitz (25) 2010 vor den kreischenden Fans und dem Druck der Plattenfirma in die USA. Jetzt, vier Jahre später, kehrt Tokio Hotel mit einem neuen Album in die Heimat zurück.

Alle sind froh, wieder vereint zu sein und bald gemeinsam auf der Bühne stehen zu können. Das habe schließlich allen sehr gefehlt - auch wenn es lehrreich gewesen sei, mal auf der anderen Seite zu stehen: "Wir waren auf mehreren Konzerten in den USA und haben andere Bands gesehen. Da habe ich schon immer gedacht: Ah, ich will auch", sagte Bill im Interview mit 'stern.de' und Kollege Gustav fügte hinzu: "Da gab's schon eine kleine Träne." Aber es hatte auch etwas Positives, bei Musikveranstaltungen wie dem Coachella-Festival nicht selbst auftreten zu müssen und die Konzerte als Zuschauer zu genießen: "Natürlich ist es schön, auch mal auf der anderen Seite zu sein und total entspannen zu können. Und ich glaube, man kann auch ganz gut was lernen, wenn man sieht, was andere Bands für Scheiße auf der Bühne machen. Wenn man die ganze Zeit nur da oben steht, weiß man manchmal eben nicht, wie es beim Publikum ankommt", führte Bill weiter aus.

Außerdem blieb den Musikern dadurch die Aufregung erspart, die sie auch nach so vielen Jahren im Show-Geschäft noch immer plagt. "Wenn wir auf Tour sind, bin ich der aufgeregteste Mensch der Welt. Ich bin so aufgeregt, dass ich fürchte, irgendwann fall' ich mal um. Ich habe das Gefühl, ich werde eine andere Person. Ich bin dann auch nicht ansprechbar, weil ich so hochkonzentriert bin", verriet Bill. Aus diesem Grund nehmen sie sich auch immer anderthalb Stunden vor jeder Show eine Auszeit, in der keine Interviews und Fotos erlaubt sind. "Aber so wie ich auf der Bühne stehe, ist es in Ordnung. Das Schlimme ist das davor. Und das wird auch nicht besser", ergänzte Bill.

Mit der Nervosität müssen die Jungs dann ab 2015 wieder kämpfen, wenn sie bei ihrer geplanten Tour - von Deutschland über Frankreich nach Italien und Russland bis hin zu Australien - den Fans ihr neues Album 'Kings of Suburbia' vorstellen wollen. Die neuen Songs entstanden in den USA im Tonstudio, wo Bill und Tom Kaulitz ganz ohne Druck arbeiten konnten: "Weil wir wollten, nicht weil wir mussten", sagte sie gegenüber der 'dpa'. Die elf Lieder des neuen Albums unterscheiden sich mit einigen sanften Balladen und gefühlsgeladenen Aufnahmen von den lauten und punkigen Anfangszeiten der Band. Insgesamt sind die Lieder reifer und erwachsener. "Unsere Zielgruppe sind Leute mit gutem Musikgeschmack" - mit dieser Strategie will Tokio Hotel nicht nur die Fans von damals überzeugen, sondern auch neue Anhänger finden.

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