Todesschütze von Aurora verfügte legal über 6.000 Schuss Munition

Amoklauf von Aurora
Noch immer versuchen Spezialisten in die Wohnung des Todesschützen zu kommen. © REUTERS, JOSHUA LOTT

Polizei versucht weiterhin in die Wohnung zu kommen

Amerika steht unter Schock und trauert um die zwölf Toten des Kino-Massakers in Colorado. Viele Menschen legten in der Nähe des Tatorts in der Kleinstadt Aurora Blumen nieder, gedachten der Opfer und zündeten Kerzen an. Die Trauernden umarmten sich, viele weinten.

- Anzeige -

Mitten in die Trauer mischt sich nun auch immer mehr Wut über das zu lasche Waffengesetz in den USA. Bis jetzt versucht die Polizei noch immer in die Wohnung des Amokschützen zu kommen, wegen zahlreicher Sprengfallen gelingt dies nur schwer. Die erste Sprengfalle konnten Spezialisten mittlerweile entschärfen. Es handele sich um einen Stolperdraht und eine entzündliche Vorrichtung, teilte Polizei-Sprecherin Cassidee Carlson mit. "Der Draht sollte klar töten."

Nach Angaben von Experten wird nun klar über welch riesiges Waffenarsenal James Holmes verfügt hat: Ein Sturmgewehr, eine Schrotflinte und ein oder zwei Pistolen - alle legal in seinem Besitz. Allein 6.000 Schuss Munition soll der 24-Jährige im Internet gekauft haben. Bei der Premiere des Batman-Films 'The Dark Knight Rises' hatte der Attentäter einen Großteil der Munition wahllos ins Publikum abgefeuert.

"Der Mann hatte im Grunde ganz normale Waffen", zitiert die 'New York Times' den Rechtsexperten Eugene Volokh. Wenn nicht Dokumente auftauchen, die Holmes geistige Probleme attestieren, "gibt es keinen Hinweis, dass ihm nach geltender Rechtslage irgendwelche Waffen verweigert werden mussten". Der 24-Jährige hatte keine Vorstrafen.

Holmes hält sich für den Joker

Das Motiv des Täters ist weiterhin unklar. Offensichtlich hatte Holmes seine kaltblütige Tat von langer Hand vorbereitet. Wie der Bewaffnete in das Kino kommen konnte, sei noch unklar, teilte die Polizei mit.

Der Todesschütze hatte sich Medienberichten zufolge die Haare rot gefärbt und sagte bei einer Vernehmung mit der Polizei aus, er sei der Batman-Bösewicht 'Der Joker'. Der Amokschütze hatte schwarze kugelsichere Kleidung, einen Helm und eine Gasmaske getragen. Nach der Bluttat, bei der 58 Menschen verletzt wurden, ließ er sich widerstandslos festnehmen. Holmes wird am Montag den Richtern vorgeführt.

Der 18- jährige Oliver Robinson war im Kino bei der Premiere des neuesten Batman-Films, als der Amokschütze das Feuer eröffnete. Er hatte Glück und saß in der Nähe des Ausgangs. "Wir suchten Deckung, bis er zu schießen aufhörte. Als er nachlud, flüchteten wir", sagte er der 'Denver Post'.

— ANZEIGE —