"Titanic"-Chefredakteur Tim Wolff: "Zensur macht Satire erst schön"

"Titanic"-Chefredakteur Tim Wolff: "Zensur macht Satire erst schön"
Jan Böhmermann erhält aus der Ecke der deutschen Satiriker Zustimmung für sein Gedicht "Schmähkritik" © imago/Future Image

Hat Jan Böhmermann (35) mit seinem Gedicht "Schmähkritik" über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan die Grenzen der Satire und des guten Geschmacks überschritten? Das ZDF löschte das Video jedenfalls im Laufe des vergangenen Freitags von allen Kanälen - doch diese Reaktion ruft im Lager der deutschen Satiriker keineswegs Unmut hervor.

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Nach Böhmermanns Schmähkritik

"Titanic"-Chefredakteur Tim Wolff (38) stufte die Reaktion des ZDFs auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news "als hervorragend" ein. "Zensur macht Satire erst schön", so der leitende Redakteur des zweitgrößten Satiremagazins Deutschlands.


Satire darf sehr viel

Auch zu der Frage, was Satire darf, hat der Chefredakteur des Berliner Magazins eine klare Haltung. Satire dürfe "sehr viel", so Wolff. Persönlich finde er diese Frage aber "langweilig und ausgelutscht".


Bezogen auf den "Erdowie, Erdowo, Erdogan"-Song der NDR-Sendung "extra3" hatte Böhmermann in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" auf satirische Art über die Kunst-, Meinungs- und Pressefreiheit und darüber, was Satire in Deutschland auf keinen Fall darf, aufklären wollen. Das Gedicht "Schmähkritik" war dazu in eine längere Passage der Sendung eingebettet, in der sich der Moderator zusammen mit Ralf Kabelka mit dem Lied aus der NDR-Sendung und dessen Folgen beschäftigte.



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