Til Schweiger macht auf Bauer sucht Frau: 'Männerherzen 2'

3,5 von 5 Punkten

Einst wurde Til Schweiger verspottet, weil er sich mit einem Zicklein fürs Cover der deutschen ‚Vanity Fair’ ablichten ließ und dabei unfreiwillig komisch wirkte. Nun steigt er auf ein winziges Pony – diesmal aber bewusst, um die Lacher auf seiner Seite zu haben. Nach dem großen Erfolg von Simon Verhoevens Komödie ‚Männerherzen’ ist Til Schweiger auch im zweiten Teil wieder mit von der Partie. Doch diesmal läuft es gar nicht gut für seinen Womanizer Jerome.

Seine Ex bricht nicht in Begeisterung aus, als er nach 20 Jahren wieder bei ihr anklopft. So zieht sich der in seinem Ego gekränkte Berliner Szene-DJ beleidigt zurück aufs Land – zu Mama und Papa, wo Jerome übrigens noch auf den Namen Hansi hört. Dort wartet er holzhackend und Wurstbrote kauend auf die Frau fürs Leben, die ihm bald in Form einer reitenden Schönheit (Mina Tander, ‚Harte Jungs’) erscheint. Aber er stellt sich beim Baggern ungefähr so geschickt an wie der durchschnittliche Kandidat bei ‚Bauer sucht Frau’ und landet prompt mit Kindern in einem Ponyreitkurs.

Dazu hält seine Mutter ihn auch noch für schwul, weil er Günni (Christian Ulmen, ‚Jerry Cotton’) am Telefon darauf einschwört, dass man auch als schwerstverklemmter Heini vom Gewerbeaufsichtsamt sexy sein kann. Günni hat nämlich Angst vor dem ersten Geschlechtsverkehr mit seiner Zoofachverkäuferin (Nadja Uhl). Und dann schlägt auch noch die singende Herrentorte Bruce bei Jerome auf und braucht ganz, ganz viel Zuwendung. Denn Bruces neuer Song ‚Ganz, ganz viel Liebe’ kam bei seiner Plattenfirma gar nicht gut an. Dabei hatte sich der Schlagerschnulli mit der Föhnfrisur gerade so schön an das Leben als Schlagerstar gewöhnt...

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Konsequenterweise hat Verhoeven den Part des Schlagerfuzzis Bruce Berger, der im ersten Teil der Publikumsliebling war, ausgebaut. Liebevoll inszeniert er ihn als Aufsteiger mit Allüren, an dessen protzigem Motorrad das vielsagende Nummernschild ‚B-OY 69’ prangt. Mit viel Hingabe und feiner Ironie mimt Justus von Dohnányi die Entwicklung seiner Figur zum abgedrehten Schmalzbarden, der genau so schnell wieder abstürzt, wie er emporkam.

Auch die anderen Akteure sind zum größten Teil alte Bekannte aus Teil eins. Cafébesitzer Philipp (Maxim Mehmet) hat seine Nina (Jana Pallaske) geschwängert und durchleidet nun mit ihr die Karikatur eines Geburtsvorbereitungskurses. Und Niklas (gespielt von ‚Doctor’s Diary’-Star Florian David Fitz) entdeckt, dass er damals seine Verlobte doch besser für die Praktikantin (Inez Björg David) verlassen hätte. Denn die ist jetzt erfolgreiche Serienaktrice, und er muss ihrem megapeinlichen Fanclub beitreten, um wieder an sie ranzukommen.

Das hilflose bis verzweifelte Gebalze bietet wieder viel Potenzial für Missverständnisse zwischen den Geschlechtern. Dabei ist mancher Gag ein bisschen platt und kommt mit Anlauf daher, aber das flotte Tempo kann es fast mit dem Vorgänger aufnehmen, und die Männergespräche der Großstadtfreunde sind wieder so herzerfrischend komisch wie ‚Sex And The City’ für Männer. Alle Rollen sind perfekt besetzt und pointiert gespielt. Und so dürfte der zweite Teil den Erfolg des Vorgängers an der Kinokasse locker toppen, denn ‚Männerherzen’ ist längst kein Geheimtipp mehr.

Von Mireilla Zirpins

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