Thomas Ohrner: "Die Zeiten der großen TV-Shows sind vorbei"

Thomas Ohrner: "Die Zeiten der großen TV-Shows sind vorbei"
Thomas Ohrner zu Gast in der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" © © 2015 Clemens Bilan/Getty Images für HISTORY Deutschland

Mit Serien wie "Timm Thaler" und "Manni, der Libero" lockte Thomas Ohrner ein Millionenpublikum vor die Bildschirme. Auch als Moderator feierte der 50-Jährige Erfolge und übernahm unter anderem von Michael Schanze die erfolgreiche Samstagabendshow "Flitterabend". Heute ist das Multitalent hauptsächlich im Radio zu hören. Einen seiner seltenen TV-Auftritte gibt es am 14. Dezember in der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" (History, 22 Uhr) zu sehen, die ab dem 16. November jeden Montag auf dem TV-Sender ausgestrahlt wird. Zudem wird er in der Kino-Verfilmung "Timm Thaler" eine kleine Rolle übernehmen. Warum das Fernsehen für ihn heute keine große Rolle mehr spielt, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

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Seltener Auftritt im TV

Im Dezember schauen Sie als Gaststar in der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" vorbei. Bekommen wir Sie jetzt wieder öfter im Fernsehen zu sehen?

Thomas Ohrner: Nein, das war ja nur eine Gastrolle. Wenn auch eine, die mir großen Spaß gemacht hat: Mit Kasi schippere ich da auf seinem Hausboot über die Spree. Ich liebe ja Boote und hätte gerne auch selbst ein Hausboot. Neben mir sind auch noch andere Prominente in der Sendung dabei. Meine Hauptaufgabe liegt seit vielen Jahren beim Bayerischen Rundfunk, dort mache ich regelmäßig meine Hörfunksendungen. Eine Tätigkeit, die mich sehr ausfüllt. Außerdem drehe ich noch ein bisschen an "Timm Thaler". Der Film kommt im nächsten Jahr in die Kinos und ich habe eine kleine Gastrolle.


Können Sie uns schon etwas mehr über den Film verraten?

Ohrner: Das ist natürlich geheim, ich bin zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Was ich sagen kann, ist, dass es ein Gastauftritt sein wird. Timm Thaler kann ich nicht mehr spielen und Baron Lefuet will ich gar nicht spielen, dafür bin ich zu freundlich. Außerdem wird sich der Film in keinster Weise mit der Fernsehserie vergleichen lassen. Er ist nicht nur ganz anders geschrieben, er spielt auch in einer ganz anderen Zeit. Die Serie richtete sich damals in erste Linie an Kinder und Jugendliche. Der Kinofilm ist ein stückweit erwachsener.


Wenn schon nicht als Schauspieler, kehren Sie dann vielleicht als Moderator ins TV zurück?

Ohrner: Das kommt immer auf die Aufgabe an. Ich bin ja kein Intendant, der entscheiden kann, jetzt eine Fernsehsendung zu machen.


Viele Fans würden sich sicherlich über eine Rückkehr von Shows wie "Flitterabend" freuen?

Ohrner: Ich glaube, die Zeiten der großen Shows sind vorbei. Selbst "Wetten, dass..?" ist gestorben. Wenn Thomas Gottschalk einmal im Jahr "Wetten, dass..?" macht, dann hätte das einen Event-Charakter, dann würden die Leute vielleicht wieder gucken. Die Nutzung des Fernsehens ist eine ganz andere geworden, die Zielgruppen haben sich verschoben. Das Fernsehen als solches verliert immer mehr an Bedeutung. Es wird zwar immer noch genutzt, aber lange nicht mehr so wie vor zwanzig Jahren. "Timm Thaler" verfolgten damals über zwanzig Millionen Zuschauer. Das ist heute unvorstellbar und wird es so auch nicht mehr geben.


Schade eigentlich, galten solche Sendungen früher doch noch als Familienereignis...

Ohrner: Das Fernsehen ist ein Sekundärmedium geworden. Das sehe ich auch bei meinen Kindern. Das Fernsehen spielt bei ihnen überhaupt keine Rolle mehr, ausgenommen wenn Fußball läuft. Alles andere schauen sie sich im Computer oder in Mediatheken an, die lassen sich nicht vorschreiben, um 20:15 Uhr eine Sendung einzuschalten. Bei uns zu Hause existiert auch gar kein Fernseher mehr im Wohnzimmer. Wir haben ein Fernsehzimmer, da kann sich jeder nach oben setzen, wenn er denn unbedingt was anschauen möchte. Aber ansonsten bleibt das Ding aus. Ich selbst schaue vielleicht einmal die Woche fern. Wenn jemand mit einem Format auf mich zukommen würde, das zu mir passt, bin ich sicher nicht abgeneigt. Wenn es nicht kommt, ist es aber auch nicht schlimm. Ich muss jetzt auch nicht jeden Blödsinn mehr machen.


Sie haben im Sommer Ihren 50. Geburtstag gefeiert...

Ohrner: Deswegen wird man von heute auf morgen nicht weiser, aber das Alter hat mir keine Angst eingejagt. Wenn ich jetzt 60 oder 70 geworden wäre, wäre ich vielleicht ins Nachdenken gekommen. Aber mit 50 da kann noch einiges kommen - privat und beruflich. Das bleibt spannend. Ich bin keiner, der sagt, ich pflege jetzt nur noch meinen Garten und schneide die Rosen. Ich freue mich auf das, was noch kommt. Ich ruhe in mir selbst und habe noch keine Panikattacken.



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