Thomas Godoj im exklusiven Interview

RTL.de-Interview mit Thomas Godoj
Thomas Godoj wurde in Polen geboren und heißt eigentlich Tomasz Jacek Godoj.

"Ich habe hart an mir gearbeitet"

Dann ist dein Leben heute so, wie du es dir vor … sagen wir zehn Jahren erträumt hast?

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Godoj: Ich mache ja seit mehr als zehn Jahren schon Musik, und davon zu leben ist der Traum eines jeden Musikers. Damals waren wir noch sehr jung und unerfahren und wollten bloß Musik machen. Ich bin mit dem zufrieden, was ich habe. Man muss natürlich immer zusehen, dass man damit auch weiterhin seine Familie ernährt. Man hört immer wieder: ‚Musik? Ist doch brotlose Kunst!‘ Ja, okay, teilweise schon – aber teilweise eben auch nicht. Man muss es einfach geschehen lassen, und man muss davon auch leben können. Ich habe in den letzten Jahren hart an mir selbst gearbeitet und bin sehr froh, dass es immer noch so gut läuft. Mir war klar, dass man immer wieder auch Rückschritte in Kauf nehmen muss, denn der Erfolg, den man da geschenkt bekommen hat, der hält ja nicht ewig. Den muss man sich weiter erarbeiten.

Wie beurteilst du denn aus heutiger Sicht deine Teilnahme an DSDS?

Godoj: Es war definitiv ein Sprungbrett. Und eine tolle Erfahrung, für die ich dankbar bin. Schwierig wird es im Nachhinein, wenn dieser Hype nicht mehr da ist. Dass man in eine Schublade gesteckt wird oder man sogar manchmal erst gar nicht angehört wird, weil man eben aus einem Castingformat kommt. Aber letztlich entscheiden die Leute da draußen, und man schaut, dass man sich selbst zwischen den musikpolitischen Fronten verdünnisiert, und sein eigenes Ding macht. Ich kann insgesamt zum Thema Castingshow nichts Schlechtes sagen; ich finde nur, dass die Leute, die darüber negativ urteilen, sich Gedanken machen sollten. Ich denke, dass diese Sendung, wo ich herkomme, nicht viel anders tickt, als jede andere Castingsendung, die in Deutschland läuft.

Kommst du noch dazu, aktuelle Staffeln zu verfolgen?

Godoj: Nein, aber TV schauen ist bei mir insgesamt sehr rar. Wenn, dann Kindersendungen mit den Kids (lacht). Für eine Stunde. Und dann geht’s ab ins Bett!

Wie gefällt deinen Kindern (Lynn (4) und Louis (2)) deine Musik?

Godoj: Die Kleine hat schon das ganze Album intus (grinst). Wenn ich die beiden vom Kindergarten abhole, dann heißt es: ‚Papas Musik hören‘. Das macht mich sehr stolz!

"Kritische Stimmen muss man abkönnen"

RTL.de-Interview mit Thomas Godoj
Die "Männer sind so"-Tour von Thomas Godoj startet - wie sollte es anders sein - natürlich in seiner Heimat Recklinghausen.

Deine Zeit ist knapp – verfolgst du im Internet die Fanbeiträge und was in der Community so passiert?

Godoj: Ja klar, über Facebook. Es gibt noch viele weitere Onlineseiten und Communitys, aber da bin ich nur ganz selten. Nicht, weil mir das nicht gefällt, sondern weil ich einfach die Zeit dazu nicht habe. Ich poste auf meiner Facebookseite und schaue mir die Kommentare dazu an. Auch kritische Stimmen. Das muss man abkönnen. Man darf sich von der virtuellen Welt aber nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Das ist wie beim Fußball – entschieden wird’s auf dem Feld. Bei mir auf der Bühne!

Deine Fangemeinde ist immer noch riesig. Kannst du Veränderungen seit „damals“ feststellen?

Godoj: Diejenigen, die wirkliches Interesse hatten, die ich schon durch die ersten Touren überzeugt habe, haben sich immer selbst über meine Musik informiert und sind weiterhin drangeblieben. Dass man bei manchen Medien nicht die größte Aufmerksamkeit bekommt, macht die öffentliche Wahrnehmung oft schwierig. Mein Street-Team ist super engagiert und legt sich richtig ins Zeug, klebt Tourneeplakate, macht alles Mögliche, dafür bin ich sehr dankbar. Wenn man dann zu hören bekommt 'Ach, den gibt’s noch? Wusste ich gar nicht - toll, den fand ich immer gut!', da denkt man schon 'Dann informier dich doch mal!' Aber die hole ich mir halt anders ab – die kriege ich schon noch! (lacht)

Das wirst du sicher – immerhin ist deine Fangemeinde sehr breitgefächert. Dein möglicherweise ältestes Fan-Mitglied war damals eine 80-jährige Dame, die für dich angerufen hat.

Godoj: Ja. Die ist mittlerweile 85, kommt immer noch zu Konzerten und gibt sich die volle Dröhnung.

Ist das dein Ernst?

Godoj: Ja. Und ich begrüße sie mit Handschlag.

Dann freut sie sich sicher schon auf deine anstehende Tour – sie startet passend zur Albumveröffentlichung am 31. Mai. Gibt es Überraschungen auf der Bühne?

Godoj: Wir probieren gerade mit der Band so einiges aus. Es fanden schon ein paar Proben statt; wir strukturieren den Ablauf noch, denn wir wollen z.B. nicht immer mit dem gleichen Song starten. Wir versuchen, die Songs immer etwas zu würfeln, und nicht alle Gigs gleich zu spielen.

Wir freuen uns darauf. Vielen Dank für das Interview!

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