Thilo Mischke: Nacktheit ist Tabu

Thilo Mischke
Thilo Mischke © Cover Media

Für Thilo Mischke (33) gibt es im Zuge des TV-Experiments 'We Are Watching You' nur wenige Tabus: Jeder kann an seinem Privatleben teilhaben.

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… und das Klo auch

Gestern zog der Moderator ('Galileo') im Zuge des Überwachungsexperiments in einen Glascontainer auf dem Burgplatz in Essen ein. Dort können die Zuschauer im TV, per Livestream und natürlich vor Ort eine Woche lang jede Sekunde seines Lebens mitverfolgen. Jeder Anruf des Reporters erschallt aus Lautsprechern über den Platz und seine SMS werden auf ein riesiges Display an der Außenwand des Containers projiziert. Die Zuschauer können aktiv an dem Experiment teilhaben und es beeinflussen, indem sie Mischke auf der 'Galileo'-Internetseite Aufgaben zum Thema Überwachung stellen.

Es gibt nur winzige Einschränkungen in der 24-Stunden-Live-Überwachung und diese verriet er im Interview mit 'stern.de': "Ich will das Klo als überwachungsfreie Zone. Nacktheit ist ein Tabu. Das Schöne allerdings ist: Da ich ja ein Mensch bin, keine Reportermaschine, bin ich ebenso unberechenbar wie der Zuschauer."

Mischke geht nicht davon aus, dass das Experiment negative Auswirkungen auf ihn habe. Allerdings fürchtete er, im Nachhinein seine Leichtsinnigkeit zu bereuen, seine privaten Daten jedem zugänglich gemacht zu haben. Denn alle Fotos, die er jemals in seinen Handy gespeichert oder auch mal im Internet hochgeladen hat, sind für jeden über einen Touchscreen vor dem Glascontainer einsehbar. Welche Motivation steckt dahinter, sich freiwillig dieser Überwachung auszusetzen? "Die Extreme liegen im Kleinen, dachte ich mir, als ich davon gehört habe. Öffentlichkeit ist ein abstrakter Begriff. Ich will wissen, wo der Unterschied zwischen individueller Öffentlichkeit auf der Facebook-Seite, bei Instagram oder Twitter und der inszenierten Öffentlichkeit eines Fernsehprogramms liegt. Diese beiden Phänomene gleichzeitig zu erleben ist eine äußerst Interessante Erfahrung. Glaube ich. Hoffe ich", berichtete er.

In einem 'Bild'-Interview erklärte der Fernsehstar indes, dass die Idee des TV-Experiment sei, die permanente Überwachung - der sich keiner entziehen kann und die jeden betrifft - zu veranschaulichen. Und was können die Zuschauer dabei lernen? "Ich habe da keine bestimmten Hoffnungen, es geht eher darum: So sieht das aus, so fühlt es sich an, so wirkt es sich aus. Wenn nur ein Mensch danach auf die Straße geht, für Freiheit der Gedanken im Netz - dann haben wir gewonnen", erklärte Thilo Mischke.

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