The Vaccines: Immun gegen die Moderne

The Vaccines: Immun gegen die Moderne
Oldie but goldie: The Vaccines in Rockstar-Pose © Sony

Und die Hysterie um Impfstoffe geht weiter: The Vaccines (deutsch: Die Impfstoffe) landeten 2011 auf der BBC-Liste der vielversprechendsten Newcomer - dabei war der Hype um Garagen- und Indierock da eigentlich schon fast wieder vorbei. Ihr erstes Album "What Did You Expect From The Vaccines" kam so gesehen zwar viel zu spät - wurde von vielen aber sogar als besser befunden, als der damals aktuelle Output ihrer Haupt-Referenzband, The Strokes.

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Die guten Indierockzeiten

Wenn Sänger Justin Young erklärt, er wollte diesmal ein Album machen, das wie 2015 klingt, muss man ihn leider enttäuschen: Die akustischen Zeiten haben sich für The Vaccines nicht hörbar geändert. Auf "English Graffiti", einer Anspielung auf George Lucas' Rock'n'Roll-Film "American Graffiti", spielen noch immer Garagenrock und Indierock die Hauptrollen, in Nebenrollen hören wir den Rock'n'Roll der Fünfziger oder Surfpop.


Das bedeutet: Die Regler am Anschlag, die Gitarre im Schwitzkasten, das Schlagzeug ordentlich bearbeitet, alles immer schön verzerrt, laut und dreckig. So drehen die Gitarren auf der ersten, famosen Single "Dream Lover" richtig durch, bedienen sich die Engländer in "Minimal Affection" am selben Synthie-Effekt, wie schon die Strokes in "12:51" und dürften die Handclaps in "20:20" keinen Seitenscheitel akkurat sitzen lassen. Einzig der Remix von "Dream Lover" ist eine moderne Ausnahme - was ja allerdings in der Natur der (Remix-)Sache liegt.


Man muss den Tatsachen ins Auge sehen: The Vaccines wollten unbedingt ein sehr modernes Album aufnehmen - nun ist es eben ein sehr altmodisches geworden. Dafür rockt es. Und beweist, dass die Jungs einfach nicht anders können, als Rock'n'Roll zu schrammeln. Früher war das noch was wert.

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