'The Shallows'-Filmkritik: Der Hai-Thriller mit Blake Lively bietet gelungene Unterhaltung für einen Sommerabend

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Blake Lively im Hai-Thriller 'The Shallows' - Filmkritik
Blake Lively im Hai-Thriller 'The Shallows'

3 von 5 Punkten

Kaum ein Tag vergeht momentan, an dem Blake Lively nicht ihren ständig wachsenden Babybauch in wechselnden Designeroutfits an den Kameras der Paparazzi vorbei spazieren führt. Da kann man sich kaum vorstellen, dass die Glamour-Blondine, die durch die Serie ‚Gossip Girl‘ berühmt wurde, kurz zuvor noch mit Washbrett-Bauch einen ganzen Hai-Horror-Film im knappen Bikini-Höschen bestritten hat – wohlgemerkt gerade mal zehn Monate nach der Geburt ihrer ersten Tochter James.

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Und nicht nur Blake Lively ist stolz auf ihre Bikini-Figur zwischen den beiden Schwangerschaften. Auch Regisseur Jaume Collet-Serra und sein Kameramann Flavio Martínez Labiano, die schon bei ‚Non-Stop‘ zusammengearbeitet haben, feiern den Traumkörper der 28-Jährigen ausgiebig, lassen die Kamera immer wieder an ihren Endlosbeinen hinabgleiten. Und vielleicht einmal zu viel muss Blake Lively mit Mühe den Reißverschluss ihres Neopren-Oberteils über den Brüsten schließen.

Ein paar Ungereimtheiten und eine ansehnliche Screamqueen

Blake Lively macht in 'The Shallows' eine gute Figur
Blake Lively macht in 'The Shallows' eine gute Figur

Ganz schlicht Nancy heißt die aufregende Blondine in diesem kleinen Schocker, der ohne Umschweife zur Sache kommt. Damit wir uns auch schon gruseln, wenn Nancy ganz allein am Strand ihr Handtuch ausbreitet, machen wir schon im Prolog Bekanntschaft mit dem weißen Hai, der scheinbar ohne Grund bestialisch einen Menschen meuchelt, bevor sich das Auge des Zuschauers überhaupt an die Dunkelheit im Kinosaal gewöhnt hat. Doch selbst ohne dieses Vorwissen möchte man Nancy, die Blake Lively anfangs äußerst naiv anlegt, ständig zurufen „Tu’s nicht, Mädchen!“

Denn so wie in Horrorfilmen Opfer stets gern in Sackgassen fliehen, so tappt auch Surferin Nancy etwas plump in die Falle. Da fährt sie als Frau allein per Anhalter zu einem entlegenen Strand in Mexiko und bleibt, obwohl ihre Verabredung ihr schon per SMS abgesagt hat. Am Strand von anderen Touristen keine Spur. Zwei männliche Surfer paddeln auf ihren Boards in der flachen Bucht, die dem Film seinen Titel gegeben hat. Welche Frau, die bei Verstand ist, hätte da entspannt ihr Handtuch ausgebreitet? Nancy verzichtet sogar auf eine Mitfahrgelegenheit, als die beiden Surfer genug vom Wasser haben. Damit wir gar nicht lange darüber nachdenken können, wie Nancy denn eigentlich hätte nach Hause kommen wollen, taucht der Hai auf – angelockt von einem Wal-Kadaver.

Als die arme Nancy durchschaut, in welche Situation sie da geraten ist, ist es natürlich schon zu spät. Auf der Flucht vor dem Hai wirbelt dieser sie und ihr Board einmal quer durch die Bucht. Und, man hätte Geld darauf gesetzt, Nancy zieht sich bei der Kollision mit einem der vielen Steine unter Wasser eine blutige Fleischwunde, der Hai tut ein Übriges. Mit letzter Kraft rettet die Nancy sich auf einen großen Felsen. Ihre Verletzung näht sie mal eben mit einem Schmuckstück zusammen - dafür hat man ihr ein angefangenes Medizinstudium ins Drehbuch geschrieben. Der Zuschauer muss durch ein paar schaurige Nahaufnahmen hindurch – aber alles nichts gegen das, was der Hai mit den Menschen anstellen wird, die irgendwann dann doch noch in der menschenleeren Bucht auftauchen.

Was dann kommt, wirkt ein wenig wie auf dem Horrorfilm-Reißbrett entworfen. Man kann die Uhr danach stellen, wann auf eine Phase der relativen Ruhe das nächste Ungemach für die arme Nancy droht, die sich da nachts auf dem Meer einen mutigen Kampf Frau gegen Vieh liefert. Empfindliche Seelchen haben hier keinen Spaß, genreerfahrene Zuschauer mögen bemängeln, dass vieles erwartbar ist und Jaume Collet-Serra, der schon mit Streifen wie ‚House Of Wax‘ oder ‚Orphan‘ ein Faible fürs Gruselige bewiesen hat, seinen an sich sehr spannenden Thriller völlig unnötig mit einem aufdringlichen Soundtrack zugeseift.

Ein paar Ungereimtheiten wie ein nicht konsistent steigender Wasserspiegel am Fels in der Brandung oder eine Wunde, die immer dann blutet, wenn der Hai in der Nähe ist, stören das insgesamt ganz ansprechende Gesamtbild. Denn Blake Lively schlägt sich als sportliche Screamqueen ganz ordentlich – nicht nur optisch. Das Genre des Hai-Horrors wurde hier nicht neu erfunden, aber nette Unterhaltung für einen Sommerabend ist ‚The Shallows‘ allemal.

Von Mireilla Zirpins

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