The Pusher im Interview

Vor vier Jahren lernten sich 'The Pusher' in Stockholm kennen
Vor vier Jahren lernten sich 'The Pusher' in Stockholm kennen

"Ich war noch nie so durchgeschwitzt!"

Man merkt, dass in all euren Songs auf dem Album ‚The Art of Hitmusic’ sehr viel Herz und Seele stecken. Ist der Produktionsprozess genauso emotional, wie die Songs selbst?

- Anzeige -

Jakke: Die Songs sind unsere Babys.

Karl: Es erfordert sehr viel Energie, um in diese besondere Stimmung zu kommen, in der man die Dinge, die man in seinem Kopf hat und fühlt, auch artikulieren kann. Und umgekehrt verlangt es dir auch sehr viel ab, jemandem zu sagen, dass seine Idee so nicht funktioniert oder nicht so toll ist.

Pontus: Bei Kritik ist man natürlich schnell eingeschnappt, aber wir haben sehr viel Achtung vor der Leistung des anderen und darum wissen wir, dass die Kritik vielleicht berechtigt und nicht persönlich gemeint ist.

Karl: Jakke hat seinen Style und ich habe meinen. So ist das nun mal. Wir kombinieren die besten Eigenschaften von jedem von uns und holen das Maximum aus der Band heraus.

Jakke: Wenn wir durch die Studiotür gehen, wissen wir, dass Worte, die fallen, nicht persönlich gemeint sind. Es geht nur um die Musik.

Pontus: Ja, es gibt gute und schlechte Tage. An manchen Tagen kann es schon mal drunter und drüber gehen. Damit muss man auch umgehen können.

Karl: Manchmal geht die Produktion sehr schleppend voran und man muss einen Schritt zurücktreten und alles noch mal überdenken oder komplett über den Haufen werfen. Da geht’s nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern darum, die beste Band zu sein, die wir sein können.

Wie sieht denn so ein typischer Tag im Studio bei euch aus?

Karl: Das kommt drauf an, in welcher Phase wir uns grade befinden. Wenn wir die Texte haben und den Sound, dann gehen wir sofort ins Studio, spielen wir das Ding wieder und wieder ein und nehmen am Ende den besten Take. Das macht richtig Spaß, weil es nur um die Musik geht. In der Produktionsphase geht es eher darum, Sounds abzumischen.

Pontus: Und dann wird gekämpft. Der Umgangston wird rau ...

Jakke: ... und man kann es auf dem Album glaube ich auch hören, dass wir um jedes Lied und jedes Detail gekämpft haben. Es hat viel Schweiß und Tränen gekostet, die Songs so hinzubekommen, dass wir alle damit glücklich sind.

Pontus: Siehst du die Stelle da in Jakkes Gesicht (deutet auf Jakkes Auge, an dem eine Art Veilchen zu sehen ist) - das ist das Ergebnis von unseren Kämpfen (alle lachen).

Jakke: Ja, und das hat sehr wehgetan, kann ich dir sagen!

Und wie sieht ein typischer Tag während einer Tour aus?

Pontus: Du stehst morgens früh in einer Stadt auf, gehst ab unter die Dusche, dann ein kurzes Frühstück und los geht’s mit dem Tourbus. Dann kommst du in der nächsten Stadt an. Soundcheck, Interviews, Gig, Bier - Jeden Tag das gleiche.

Jakke: Das stimmt, aber wir genießen das und fühlen und uns sehr geehrt.

Ihr seid ja auch bei 'Facebook’ sehr aktiv, postet Fotos und Gedanken. Wie wichtig ist euch diese Verbindung zu euren Fans?

John: Sehr wichtig. Wir sind 'Facebook’-Freaks! Wir finden es super, mit unseren Fans zu interagieren und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Das ist eine tolle Möglichkeit für uns, ihnen nah zu sein.

Jakke: Was ich an 'Facebook’ gut finde ist, dass du selbst entscheiden kannst, wie viel du von dir preisgibst. Wir sind diejenigen, die kontrollieren, was nach außen sickert.

Karl: Und es ist toll zu hören, was die Fans über unsere Songs denken. Wir fragen sie immer, welche Emotionen und Erinnerungen sie mit unseren Liedern verbinden.

Pontus: Unsere Fans machen so viel für uns, reisen und überallhin nach, drucken Flyer. Wir wollen ihnen so auch was zurückgeben.

Ich habe gehört, dass eure Fans letzte Nacht hier vor der Konzerthalle übernachtet haben!

Jakke: Echt? Diesen Morgen? Das ist ja abgefahren!

Karl: Verrückt.

John: Cool!

So eine Tour ist ja auch sehr anstrengend: Wie bereitet ihr euch körperlich und mental darauf vor?

Karl: Puh, es ist schwer sich auf so was vorzubereiten! Es ist jedes Mal anders. Wir touren jetzt seit knapp fünf Jahren, aber diese Tour mit 'Sunrise Avenue’ ist wie keine andere.

Pontus: Die Tour verlangt einem einiges ab, aber es wird von Mal zu Mal einfacher. Ich glaube, ich war noch nie so gut in Form! (lacht)

Jakke: Am Anfang war alles noch viel schwerer. Heute hast du jemanden, der dir deinen Kram hinterher trägt - früher mussten wir den verdammten Tourbus selber tragen! (alle lachen) Es wird leichter. Klar, trainieren wir zwischendurch ein bisschen - viel weniger, als wir sollten! Aber andererseits trainieren wir jeden Tag, wenn wir auf der Bühne stehen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie verschwitzt wir sind, wenn wir von der Bühne kommen.

Karl: Ja, es ist verdammt heiß da oben. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so durchgeschwitzt.

Erinnert ihr euch noch an euer erstes Konzert und daran, wie ihr euch in dem Moment gefühlt habt?

Karl: Es fühlte sich vom ersten Moment an wie eine Droge. Und du brauchst immer mehr davon.

Jakke: Ich kann mich noch genau erinnern, als wir das erste Mal eine Show gespielt haben und die Leute die Texte auswendig mitgesungen haben. Ich hätte fast angefangen zu weinen.

Pontus: Es ist jedes Mal eine Herausforderung, weil immer andere Leute im Publikum sind und du ihnen jedes Mal aufs Neue beweisen musst, dass du es drauf hast. Das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

— ANZEIGE —