'The Nice Guys' mit Ryan Gosling und Russell Crowe: Sehenswerte Buddy-Action mit pausenlosem Witz

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Filmkritik zu 'The Nice Guys': Coole Buddy-Action mit Ryan Gosling und Russell Crowe
Gegensätzlicher geht es kaum: Ryan Gosling und Russell Crowe

3,5 von 5 Punkten

'Dick und Doof', Bud Spencer und Terence Hill oder 'Starsky und Hutch' – Die sogenannten Buddy-Movies sind schon seit Jahrzehnten auf den Leinwänden beliebt und gern gesehen. Die Geschichten leben vor allem von den gegensätzlichen Charakteren, die eine tiefe Freundschaft verbindet und sie somit alle Hindernisse aus dem Weg schaffen können. So auch bei dem neuesten Coup von Regisseur Shane Black ('Iron Man 3', 'Kiss Kiss Bang Bang') 'The Nice Guys'. Nunja, wirklich nett sind die beiden Hauptfiguren nicht und es besteht auch keine Freundschaft zwischen Holland March (Ryan Gosling) und Jackson Healy (Russell Crowe), doch die beiden sind so unterschiedlich, dass sie sich wiederrum perfekt ergänzen.

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Während Holland March (Gosling) der sensible, tollpatschige und erfolglose Privatdetektiv einen schrägen Auftrag nach dem anderen annimmt, ist Jackson Healy (Crowe) kein Mann der großen Worte. Statt zu diskutieren, wird dann eben einfach drauflosgeschlagen. Um den äußerst kniffligen Fall einer ermordeten Porno-Darstellerin und der vermissten Richter-Tochter Amelia zu lösen, müssen die beiden zusammenarbeiten – ob sie wollen oder nicht. Die witzigen Dialoge und das verrückte Verhalten der beiden 'Ermittler' passen perfekt in die 70er Jahre.

Die Kostüme passen zu der Zeit und auch die boomende Porno-Szene in Los Angeles wird überzeichnet dargestellt. Russell Crowe ('Gladiator') passt perfekt in die Rolle des gediegenen und untersetzten Schlägers und man hat Spaß, ihm beim Verprügeln von Bösewichten zuzuschauen. Vom dem Oscar-gekrönten 'Gladiator' ist aber leider nicht mehr viel übrig. Aber für den Augenschmaus ist da sein Gegenpart zuständig: Ryan Gosling sorgt für einen Lacher nach dem anderen während der beinahe zwei Stunden. Seine tollpatschige und auch sensible Art wirkt sympathisch und seien wir mal ehrlich – den perfekten Hundeblick hat er selbst als Detektiv der 70er Jahre drauf.

Teenager stellt Hollywood-Stars in den Schatten

Filmkritik zu 'The Nice Guys': Coole Buddy-Action mit Ryan Gosling und Russell Crowe
Agourie Rice stellt selbst Ryan Gosling in den Schatten

Trotz des perfekten Zusammenspiels von Ryan Gosling und Russell Crowe schafft es eine Person, die beiden in den Schatten zu stellen. Holland Marchs Tochter Holly (Angourie Rice) ist zwar erst 13 Jahre alt, fungiert jedoch bereits als moralische Instanz im ganzen Film. Sie führt ihrem Vater – der seine Tochter auch Autofahren lässt, weil er mal wieder zu viel getrunken hat – vor Augen, dass er ein schlechter Mensch sei und schafft es, ihn und seinen vermeintlichen Partner auf den rechten Weg zu bringen. Mit ihrem herrlichen trockenen Humor und ihrer rationalen Denkweise hat sie ihre beiden 'Aufpasser' voll im Griff und hilft sogar dabei, den Fall zu lösen.

Wer viel Action und schrille Bilder liebt, für den ist 'The Nice Guys' ein Muss. Auch wenn man während der gesamten 116 Minuten vergeblich versucht, einen tieferen Sinn in dem Plot zu finden, so wird es dennoch niemals langweilig. Viele unterschiedliche Spannungsbögen und die witzigen Dialoge halten den Zuschauer bei Laune. Und am Ende merkt man gar nicht, dass der eigentliche Fall von den beiden Ermittlern schon gelöst wurde und wartet auf den nächsten Witz oder die nächste bissige Bemerkung von Jackson Healy. Das offene Ende lässt immerhin noch Spielraum für eine mögliche Fortsetzung und mit den beiden Schauspielern Gosling und Crowe wird diese bestimmt nicht minder lustig.

Kinostart: 02. Juni 2016

Genre: Action/Komödie

Originaltitel: The Nice Guys

Filmlänge: 116 Minuten

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