'The Loft': Ein spannender Erotik-Thriller mit Karl Urban und James Marsden

Filmkritik zu 'The Loft'

Kinostart: 11. Dezember 2014
Genre: Thriller, Drama
Originaltitel: The Loft
Filmlänge: 108 Minuten

4,5 von 5 Punkten

Man muss es wohl so sagen: ’The Loft’ ist eine Herzensangelegenheit für Regisseur Erik van Looy. Nachdem er das Drehbuch von Bart de Pauw im Jahr 2008 bereits zum erfolgreichsten belgischen Film aller Zeiten gemacht hat, versucht er sich nun mit einer Adaption seines Whodunit-Thrillers in Hollywood. Und das ist ihm durchaus gelungen. Ein, zwei offene Fragen bleiben aber dennoch.

— ANZEIGE —

Von Thomas Ziemann

Der Architekt Vincent (Karl Urban, ’Der Herr der Ringe’) hat für sich und seine Freunde in Downtown Los Angeles ein luxuriöses Loft eingerichtet. Er gibt Chris (James Marsden, ’X-Men’), Luke (Wentworth Miller, ’Prison Break’), Filip (Matthias Schoenaerts, ’Bullhead’) und Marty (Eric Stonestreet, ’Modern Family’) jeweils einen Schlüssel. Die Idee dahinter: Jeder von ihnen kann mit seiner Geliebten herkommen, ohne sich sorgen zu müssen, dass ihm seine Ehefrau auf die Schliche kommt. Das läuft auch ganz gut, bis Luke eines Morgens die Leiche einer unbekannten Frau im Loft findet - offenbar das Ergebnis eines bestialischen Mordes. Jeder der Freunde schwört natürlich, dass er nichts damit zu tun hat. Doch nach und nach kommt es unter den Fünfen zu gegenseitigen Verdächtigungen.

Van Looy ist sich und dem Plot treu geblieben. ’The Loft’ ist zwar kein klassisches Shot-by-Shot-Remake, doch die Figuren, erzählerischen Wendungen und Überraschungen der Geschichte sind gleich geblieben. Sogar Teile des Original-Casts, wie Matthias Schonaerts, brachte van Looy mit über den großen Teich. Der Ansatz ist klar und mehr als nachvollziehbar: Warum etwas verändern, was schon einmal prächtig funktioniert hat?!

'The Loft' mit Karl Urban und James Marsden Der Morgen, der alles verändern sollte

’The Loft’ ist und bleibt ein europäischer Thriller, dem van Looy lediglich ein Hollywood-Makeover verpasst hat. Der Film wirkt in sich wärmer, weniger düster und ist visuell verführerischer gestaltet - was auch dem durchweg stylischen Cast geschuldet ist. Zudem kommt es dem Plot zugute, dass das Remake ganze zehn Minuten kürzer ist. So kann van Looy die Zügel der Spannung zum Ende hin nach Belieben anziehen.

Wie schon beim Original, ist aber auch diesmal nicht alles Gold, was glänzt. Im Gegenteil: Van Looy und de Pauw nehmen es sich in den Rückblicken heraus, den Zuschauer anzulügen. So bricht der Film mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass alles was der Zuschauer sieht, auch wahr ist. Hier muss jedoch die Frage erlaubt sein, was ist, wenn derjenige, der es im Film erzählt, es auch nicht besser weiß? Aufgrund der herrlich verschachtelten Story, mag man sich sowieso nicht weiter darüber aufregen. Der plotgetriebene Film bietet genügend Überraschungspotenzial, um den Zuschauer bis zum Schlussakt im Kinosessel zu fesseln.

Wer das Original bereits gesehen hat, muss sich nicht unbedingt eine Kinokarte kaufen. Es sei denn, man möchte die kleinen, aber feinen Unterschiede miteinander vergleichen. Für wen ’The Loft’ allerdings noch cineastisches Neuland ist, der darf sich auf einen raffiniert angelegten, spannenden Erotik-Thriller freuen, der vor allem in der US-Version ganz schön sexy daherkommt.

— ANZEIGE —