'The King's Speech': Colin Firth als stotternder König

4,5 von 5 Punkten

Wenn sogar die sonst eher als "not amused“ bekannte Queen Elizabeth den Film in höchsten Tönen lobt, dann will das schon was heißen. Schließlich geht es in ‚The King’s Speech’ um die wahre Geschichte ihres Vaters, König George VI., für den der Kampf gegen das Stottern zur wichtigsten Aufgabe seines Lebens wurde. Der Film schafft es den Zuschauer zu fesseln – und das ganz ohne die Hollywood-typische Mischung aus Sex, Action und schönen Schauspielern, sondern ganz allein durch die starke Performance und Präsenz der Hauptdarsteller.

Seit seiner Kindheit leidet George VI. (Colin Firth) unter schwerem Stottern. Während ihm das Sprechen mit seinen zwei Töchtern und seiner Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter) weniger Probleme bereitet, ist das Reden vor einem Publikum für ihn eine Qual. Dies wäre auch gar kein Drama, wenn George in seiner Position als britischer Königssohn und später als König nicht andauernd Reden halten müsste, bei denen er Blut und Wasser schwitzt, während die Zuhörer beschämt wegschauen. Diverse Spezialisten scheiterten bereits bei dem Versuch seinen Sprachfehler mit fragwürdigen Methoden und Experimenten zu beheben. Das Blatt wendet sich jedoch, als Sprachtherapeut Lionel Logue (Geoffrey Rush) in Georges Leben tritt und auch die psychisch bedingten Ursachen für sein Stottern beleuchtet.

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Die Geschichte handelt nicht nur davon wie der schüchterne George langsam in die Rolle eines charakterstarken Königs hineinwächst, sondern vor allem von der tiefen Freundschaft, die sich trotz aller Widrigkeiten zwischen ihm und Lionel entwickelt. Der Regisseur verzichtet dabei auf Kitsch oder sentimentale Rückblenden, sondern gibt die Situation auf eine rohe und minimalistische Weise wieder. Trotzdem mangelt es zu keinem Zeitpunkt an Unterhaltungswert, Humor oder Dramatik.

Helena Bonham Carter beweist in ihrer Rolle der einfühlsamen, aber resoluten Queen Mum, dass hinter jedem starken Mann eine noch stärkere Frau steht. Genauso glänzt Colin Firth in seiner Rolle des Königs, die er glaubwürdig auf die Leinwand bringt. Sein Stottern klingt nicht aufgesetzt, es ist authentisch und reißt den Zuschauer mitten ins Geschehen. Man fühlt mit ihm, man leidet mit ihm, man triumphiert mit ihm. Zu Recht wird dem Schauspieler ein Oscar als bester Hauptdarsteller prophezeit.

Von Mariana Jang

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