'The Jungle Book': Das neue 'Dschungelbuch' ist düster, spannend und zum Fürchten

"The Jungle Book": Das neue "Dschungelbuch" ist düster
Urwald-Idylle wie hier mit Bär Balu erlebt Mogli nur selten © 2016 Disney Enterprises

In Deutschland sahen mehr als 27 Millionen Kinozuschauer "Das Dschungelbuch". Der Film hat Kultstatus und ist einer der erfolgreichsten Zeichentrickfilme aus dem Hause Disney. Regisseur Jon Favreau (49, "Iron Man 1+2") hat den Bestseller von Rudyard Kipling nun neu inszeniert. Dieses Mal ist Mogli keine Zeichentrickfigur, sondern ein echter Schauspieler schlüpft in seine Rolle. Und die Tiere im Dschungel sind mit CGI-Effekten täuschend echt dargestellt. Herausgekommen ist allerdings ein düsteres Action-Abenteuer, das mit dem Zeichentrickfilm wenig gemeinsam hat.

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'The Jungle Book': Probier's mal mit Spannung

 

Unter wilden Tieren

 

Aufgenommen von einem Wolfsrudel, wächst der Menschenjunge Mogli (Neel Sethi) behütet im Dschungel auf. Doch Mogli fühlt sich nicht länger willkommen, als er von dem Versprechen des mächtigen und furchterregenden Tigers Shir Khan (Stimme: Ben Becker) erfährt, der jegliche menschliche Bedrohung vernichten wird, um die Gesetze des Dschungels zu wahren. Nun muss Mogli das einzige Zuhause, das er je kannte, verlassen und sich auf ein gefährliches Abenteuer begeben.

In Begleitung seines weisen aber strengen Mentors Baghira (Stimme: Joachim Król) und des lebensfrohen Bären Balu (Stimme: Armin Rohde) macht sich Mogli auf seine schwerste Reise, auf der er auch Dschungel-Bewohner trifft, die es nicht unbedingt gut mit ihm meinen. So wie Kaa (Stimme: Jessica Schwarz), eine Python, deren verführerische Stimme und hypnotisierender Blick den Menschenjungen in den Bann ziehen. Oder der hinterlistige King Louie (Stimme: Christian Berkel), der Mogli dazu bringen will, ihm das Geheimnis der mysteriösen tödlichen roten Blume, genannt Feuer, zu verraten.

Als Mogli erkennt, dass seine Stärke nicht nur in ihm selbst, sondern auch in seiner Verbundenheit mit dem Dschungel liegt, trifft er eine folgenschwere Entscheidung...

 

Ein Vergleich scheitert

 

"Das Dschungelbuch" und "The Jungle Book" haben zwar größtenteils die gleichen Figuren, aber die Filme weisen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf. Für eingefleischte Fans des Zeichentrickfilms, die eine ähnliche Version erwarten, wird die Neuauflage eine herbe Enttäuschung sein. Denn Jon Favreau setzt nicht auf die heile Dschungelwelt, in der die Tiere fröhlich singen. Er setzt auf die grausame Realität, auf Action und Spannung. Mogli ist dem Tod häufig sehr nahe und es grenzt fast an ein Wunder, dass er ihm jedes Mal entkommt.

"The Jungle Book" beeindruckt durch geniale Aufnahmen und auch die Umsetzung der Tiere ist fantastisch. Die Geschichte weicht jedoch sehr vom Disney-Klassiker ab, beliebte Szenen wie die Elefantenparade oder das Geiertribunal kommen erst gar nicht vor. Verwirrend ist auch, dass manche Tiere sprechen können, andere aber nicht. Gesungen wird nur zweimal. Dabei ist Affenkönig Louie auch nicht klein und wendig, sondern massiv und gefährlich. Es ist ein Dschungel zum Fürchten, in dem Tiere sterben. Mehr Realität geht wohl nicht.

 

Fazit

 

Es bleibt die Frage, ob "Das Dschungelbuch" diese düstere Neuauflage gebraucht hat. Zartbesaiteten Kindern wird hier der Spaß vergehen. In Indien dürfen Kinder den Film nicht ohne Begleitung von Erwachsenen sehen. Gäbe es den Kultfilm von 1967 nicht, wäre "The Jungle Book" ein zeitgemäßes und spektakuläres Action-Abenteuer. Doch den Klassiker kennt und liebt eben jeder. Das macht es schwer, sich auf die Neuauflage wirklich einzulassen. Im Kino will man nicht zwingend die grausame Realität des Dschungels sehen, sondern eben in der Illusion von singenden Bären, Elefanten und Affen schwelgen. Eine Fortsetzung ist aber trotzdem in Planung.

2018 wird zudem Warner Brothers "The Jungle Book: Origins" in die Kinos bringen. Dieses Mal führt Andy Serkis ("Herr der Ringe"-Trilogie) Regie und Hollywoods-Elite wie Christian Bale, Cate Blanchett und Benedict Cumberbatch werden als Baghira, Kaa und Shir Khan mit an Bord sein. Das Filmprojekt soll eine Realverfilmung mit CGI-Effekten werden, die durch Motion-Capture-Verfahren eine neue Generation des Geschichtenerzählens einläuten werde. "It will be the real deal", verspricht Andy Serkis auf Facebook. Alle Fans dürfen gespannt sein, ob dieses Versprechen eingehalten werden kann.

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