'The Interview' mit Seth Rogen und James Franco: Sony Pictures Entertainment sagt Kinostart ab

Seth Rogen und James Franco in 'The Interview'.
Seth Rogen und James Franco sollen in der Satire 'The Interview' Kim Jong Un töten. © picture alliance / AP Photo, Ed Araquel

Seth Rogens und James Francos sollen in der Satire 'The Interview' Kim Jong Un töten

Das gab's noch nie in Hollywood: Nach Terrordrohungen hat Sony den Kinostart der Nordkorea-Satire 'The Interview' in den USA abgesagt. Verantwortungsbewusst oder feige? Diese Frage stellen sich jetzt auch viele Promis.

- Anzeige -

Eigentlich sollte der Film eine Persiflage des nordkoreanischen Regimes sein. Die beiden Komiker Seth Rogen und James Franco spielen in dem Streifen zwei Journalisten, die den Auftrag haben, den Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten. Einigen scheint diese Art von Humor aber nicht zu gefallen. Der Film sei ein Kriegsakt, sagt Nordkorea. Wie US-Ermittler laut Spiegel berichten, sei man sich sicher, dass auch die neuesten Hacker-Angriffe auf das Hollywood-Studio von Nordkorea in Auftrag gegeben wurden.

"Die Welt wird voller Angst sein. Gedenkt des 11. Septembers 2001. Wir empfehlen Ihnen, sich von den Schauplätzen in diesen Tagen fernzuhalten", heißt es in dem Schreiben der Cyber-Terroristen. Die Zeilen sollen von den gleichen Hackern stammen, die im November unter anderem Telefonnummern und Gehaltslisten der Hollywood-Stars bei Sony gestohlen haben.

"Die bösen Jungs haben gewonnen"

Seth Rogen bei der Premiere von 'The Interview' in L.A.
Seth Rogen bei der Premiere von 'The Interview' in L.A. © picture alliance / AP Images, Dan Steinberg

Die Promis haben jedoch größtenteils kein Verständnis für die Reaktion bei Sony. Schauspieler Rob Lowe ist der Ansicht, dass die Absage des Films dem Akt gleichkommt, Europa Hitler zu überlassen. Wie 'TMZ' berichtet, sei die Entscheidung ein absoluter Gewinn für die Hacker und Regisseur Judd Apatow, der schon zusammen mit Rogen und Franco gedreht hat, fragt sich: "Werden sie jetzt jeden Film absagen, der eine anonyme Drohung bekommt?" Talkmaster Jimmy Kimmel reagierte ebenfalls darauf und bezeichnet die Aktion als einen "unamerikanischen Akt der Feigheit".

Regisseur Michael Moore betrachtet das Geschehen in Hollywood etwas humorvoller und wendet sich mit seinen Filmwünschen an die Hacker, dass diese ja jetzt Hollywood regieren. Auch Schauspielerin Mia Farrow äußert sich via Twitter und stellt ernüchtert fest: "Die bösen Jungs haben gewonnen." Und dass, obwohl die Hollywood-Produktionen uns immer versichern wollen, dass stets das Gute gewinnt. Scheint, als könnten sie ihr Versprechen in diesem Fall nicht einhalten.

Bildquelle: dpa

— ANZEIGE —