'The Huntsman & The Ice Queen': Unterhaltsamer Popcorn-Film mit Charlize Theron, Emily Blunt und Chris Hemsworth

The Huntsman & The Ice Queen
Emily Blunt als Freya (l) und Charlize Theron als Ravenna im Kinofilm "The Huntsman & The Ice Queen". Foto: Universal Pictures © DPA

Es war der Skandal des ersten Films: Kristen Stewart (25) hatte eine Affäre mit Regisseur Rupert Sanders (45). Die Konsequenz: Sie verlor ihren damaligen Liebsten Robert Pattinson (29), Sanders Ehe ging in die Brüche und die Fortsetzung von "Snow White & The Huntsman" musste ohne Hauptdarstellerin und Regisseur auskommen. In "The Huntsman & The Ice Queen" versucht sich daher Emily Blunt (33, "Sicario") als Böseste im Land, doch will es ihr nicht ganz gelingen, Charlize Theron (40, "Mad Max: Fury Road") auszustechen. Der Streifen ist unterhaltsam, einige Plot-Details sind aber dennoch verwirrend.

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"The Huntsman & The Ice Queen": Wer ist die Böse im Land?

 

Spieglein, Spieglein an der Wand, in welcher Zeit sind wir?

 

Die Geschichte setzt ein, lange bevor die Evil Queen Ravenna (Charlize Theron) durch das Schwert von Snow White (Kristen Stewart) in die ewige Verdammnis geschickt wurde. Damals war ihre Schwester, die Ice Queen Freya (Emily Blunt), durch einen bitteren Verrat, der ihr das Herz brach, gezwungen, das Königreich zu verlassen. Zurückgezogen in einem winterlichen Palast scharte sie über Jahrzehnte hinweg ein Heer von kampfbereiten Huntsmen um sich. Darunter befinden sich auch Eric (Chris Hemsworth) und die Kriegerin Sara (Jessica Chastain), die der Ice Queen treu ergeben sind.

Als sie ihre Gefühle für einander entdecken, brechen sie damit das höchste Gesetz in Freyas Königreich: Du darfst dich nicht verlieben! Als Bestrafung werden beide von der Ice Queen verstoßen. Jahre später wird Ravenna von Snow White in den Magischen Spiegel verbannt. Freya schickt ihre Huntsmen los, um diesen in ihren Besitz zu bringen und ihre Schwester zu retten. Die Evil Queen wird aus den goldenen Tiefen des Spiegels befreit und mit vereinten Kräften bedrohen die Schwestern nun den Frieden des gesamten Königreichs. Ihre böse Armee scheint unbesiegbar zu sein, doch Eric stellt sich ihnen entgegen - und er ist nicht allein.

 

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Böse im Land?

 

Eine Fortsetzung ohne Snow White, macht das Sinn? Den Machern von "The Huntsman & The Ice Queen" blieb nach dem Skandal um die Affäre von Stewart und Sanders nichts anderes übrig, als eine Geschichte zu spinnen, in der die Figur zwar existiert, in der ihre Anwesenheit aber nicht von Nöten ist. Also wird die Vorgeschichte von Charlize Therons böser Königin erzählt. Ihr mit Emily Blunt als Schwester Freya eine Antagonistin zur Seite gestellt und dem "Sexiest Man Alive 2014" Chris Hemsworth ganz viel Leinwandzeit geschenkt. Durchaus plausibel, aber irgendwie dann auch doch wieder nicht.

Der Film durchlebt zu viele Zeiten. Wir beginnen vor den Ereignissen des ersten Teils, erleben Ereignisse die zeitgleich zum ersten Teil passiert sind und springen dann in die Snow-White-Ära, ohne dass sie Eric, dem Huntsman, zu Hilfe eilt, weil sie so geschwächt ist durch die Macht des Spiegels. Man sieht sogar mal ein Kristen-Stewart-Double von hinten. Und das ist nicht das einzig skurrile an der Fortsetzung. Charlize Theron ist schlichtweg die Böseste im Land. Nun soll Teil zwei ihre Schwester Freya, die Ice Queen, noch böser erscheinen lassen. Das klappt leider nicht. Denn Theron hat das Böse perfektioniert.

Kein Wunder, dass sie am Ende wieder zum Leben erweckt wird, um den Endkampf zu bestimmen. Traut Regisseur Cedric Nicolas-Troyan seiner bösen Blunt nicht? Man wird den Eindruck nicht ganz los. Was auch Sinn macht, denn im Kern nimmt ihr niemand die Ice Queen so wirklich ab. Was auch an ihren weicheren Gesichtszügen liegen könnte. Allein das Outfit und die Krone von Theron wirken furchteinflößender als die gesamte Erscheinung von Blunt. Dass die große Liebe des Huntsman von den Toten aufersteht und es sie beide gemeinsam mit Zwergen in das Reich der Kobolde verschlägt, sei hier nur eine Randnotiz.

 

Fazit

 

"The Huntsman & The Ice Queen" ist durchaus ein unterhaltsamer Popcorn-Film, der für sich alleine gut funktionieren würde. Mit dem Wissen aus dem Vorgänger fällt es aber schwer, den Film als Fortsetzung anzuerkennen. Eine bekannte Märchengeschichte ohne die geliebte Märchenfigur auszubauen, ist eben ein heikles Unterfangen. Sollte es einen dritten Teil geben, wird es schwierig, Theron ein weiteres Mal von den Toten auferstehen zu lassen. Dann muss doch Kristen Stewart zurückkehren, damit alles wieder ins Lot gerät. Fans von Chris Hemsworth kommen aber auf jeden Fall auf ihre Kosten.

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