‚The Get Down' auf Netflix: Baz Luhrman inszeniert ein Muss für Hip-Hop-Fans

Netflix-Start von "The Get Down": Darauf können sich Fans freuen
Auch Jaden Smith (r.) spielt in "The Get Down" mit © Netflix

Die Hip-Hop-Serie "The Get Down" versucht, die Entstehung eines ganzen Musikgenres darzustellen. Serienerfinder Baz Luhrman (53) ist kein Unbekannter in Hollywood. Der australische Regisseur inszenierte zum Beispiel "Moulin Rouge" und "Der große Gatsby". Diese Filme haben eins gemeinsam: Alles ist größer, aufwendiger und schriller als in anderen Streifen. "The Get Down" ist die bisher teuerste Serien-Produktion von Netflix. Eine Folge soll zehn Millionen US-Dollar gekostet haben - das würde sogar die Kosten von "Game of Thrones" in den Schatten stellen. Und der Aufwand hat sich gelohnt.

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Entstehung eines Musikgenres

 

Eine Stadt, Musik und die Liebe

 

Man befindet sich im Jahr 1977 in New York. Eine Hitzewelle plagt die Bewohner. Tagsüber erschlagen, blüht die Stadt in der Nacht auf. Dann wird getanzt, gesungen und der Glitzer ausgepackt. Allerdings können die Kids aus der Bronx mit dem Disco-Style nichts anfangen. Sie tanzen in Seitenstraßen und Hinterhöfen zu Beats, die später mal als Hip-Hop in die Geschichte eingehen werden. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Zek (Justice Smith) und seine Kumpels, zu denen auch Jaden Smiths Figur Marcus gehört.

Zek ist talentiert: Er schreibt klangvolle Gedichte in perfekter Rap-Form. Er will sich aber erst Mylenes (Herizen Guardiola) Liebe sichern. Doch die Pastorentochter hat mehr Interesse an einer eigenen Musik-Karriere als am Herzen ihres Verehrers. Gemeinsam mit Shao (Shameik Moore), einem Graffiti-Sprayer, der aber als DJ durchstarten will, beginnt Zek schließlich an Songs zu feilen. Stets im Hinterkopf, was ihnen der legendäre Grandmaster Flash (Mamoudou Athie) erklärt hat. Doch ist die Zusammenarbeit von Dauer? Und schafft Mylene den Durchbruch? Finden sie und Zek doch zueinander?

 

Ein eigenes Königreich

 

Die erste Folge kann mit über 90 Minuten Laufzeit mit einem Hollywood-Film mithalten. Die Kostüme, die Haare und der Vibe der Stadt sitzen perfekt. Man fühlt sich zurückversetzt in die "wilden" 70er Jahre. Luhrman hält nichts zurück, keine Schimpfwörter, keine Handgreiflichkeiten, kein Blut. Es mag zunächst etwas überzogen erscheinen, doch in den Folgen danach konzentriert sich die Serie auf ihre große Stärke: die Musik und die Figuren. Es sind die stärksten Szenen, wenn der junge und größtenteils unbekannte Cast die Stimme erhebt. Justice Smith (Zek) kann tatsächlich rappen und Herizen Guardiola (Mylene) wunderschön singen.

Die Unbekanntheit der Hauptdarsteller kommt der Story und den Charakteren zugute. Jaden Smith, der Sohn von Hollywood-Star Will Smith, hat nur eine wiederkehrende Rolle, eine weise Entscheidung. Der Fokus liegt eben auf der Musik, den Beats, den Rhymes und den Moves. Auch der Slang der Bronx sitzt perfekt. Hinzukommen Live-Bilder aus der damaligen Zeit. Ein cleverer Schachzug. "The Get Down" ist ein Muss für Hip-Hop-Fans und Musikfanatiker. Serienfans auf der Suche nach neuem Suchtmaterial werden ebenfalls nicht enttäuscht. Der Groove macht Spaß und ist beeindruckend. Ideal in Szene gesetzt. Ein Glücksgriff.

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