'The First Avenger: Civil War' - Hollywood-Action made in Germany

'The First Avenger: Civil War' - Hollywood-Action made in Germany

4 von 5 Sternen

Daniel Brühl hat es einfach drauf: Fast schon zehn Jahre ist es her, dass der 37-jährige Schauspieler mit dem ‚Bourne Ultimatum‘ zum ersten Mal an einem Hollywood-Set stand. Mit ‚Rush‘ bewies er, dass er sogar Niki Lauda in der englischen Originalfassung einen perfekten österreichischen Akzent verpassen konnte – sein Ticket zu den großen Awards der Branche. Seither läuft’s für ihn. Jetzt lockt uns Brühl in den neuesten Marvel-Streifen „The First Avenger: Civil War“. Diesmal sogar als osteuropäischer Bösewicht – und das lohnt sich.

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Von Christian Ruffus

Wie macht man dem Publikum den dritten Teil einer Actionfilm-Reihe schmackhaft? Die Regisseure Anthony und Joe Russo machen es sich einfach: Sie setzen wieder auf gnadenloses Gemetzel. Aber diesmal: alle gegen alle. Und ein bisschen Leipziger Flughafen.

Daniel Brühl als durchtriebener Baron Zemo

Daniel Brühl auf dem roten Teppich in Berlin bei 'The First Avenger: Civil War'
Als Bösewicht braucht Daniel Brühl nicht einmal ein Superheldenkostüm © imago/Future Image, imago stock&people

Im dritten Abenteuer der erfolgreichen Avengers-Reihe soll den wahllosen Superhelden-Schlägereien endlich ein Riegel vorgeschoben werden: Die Avengers sollen sich den Vereinten Nationen unterordnen, um als Auftragshelden die Welt zu retten. Nicht alle sind von dieser Idee begeistert, es entwickelt sich ein gnadenloses Kräftemessen zwischen Avengers-Team Captain America (Chris Evans) und Avengers-Team Iron Man (Robert Downey Jr.).

Und dann ist da ja noch der Bösewicht: Daniel Brühl schlüpft in die Rolle des durchtriebenen Barons Heinrich Zemo. Und der führt unsere Superhelden unter anderem nach Deutschland. Da bastelt der Fiesling mal heimlich an einer Bombe in einem Berliner Hotelzimmer, mal jagen ihn die Avengers auf der Rollbahn des Leipziger Flughafens. Überhaupt drehten die Regisseure Anthony und Joe Russo mehr denn je an realen Schauplätzen. Gerade deshalb wirken viele Actionszenen deutlich authentischer. Und wenn Captain America in einem alten Käfer durch das Berliner Regierungsviertel fährt, können deutsche Fans wohl nicht anders als schmunzeln.

Aber was hat eigentlich ein süßer, junger Spider-Man in einem Avengers-Film zu suchen? Mit einer ordentlichen Portion Slapstick-Humor wird der gerade einmal 19 Jahre alte Newcomer Tom Holland (kleinere Rolle in ‚Im Herzen der See‘) als Spider-Man in die Riege der Avengers eingeführt. Sein freches Mundwerk hält die Superhelden ordentlich auf Trab – aber ob den Fans diese Verbindung gefallen wird? In den ersten Szenen noch witzig, wirkt die Einführung von Spider-Man schnell gewollt, spätestens in den Kampfszenen gegen Captain America. Punktabzug.

Für alle Fans der Avengers-Reihe ist ‚The First Avenger: Civil War‘ aber trotzdem eine gut durcherzählte, spannende Fortsetzung. Eine tiefgründige Story sucht man auch diesmal vergebens, aber Regisseur Anthony Russo weiß, dass es den Fans darum auch nicht geht: „Es ist einfach aufregend zu sehen, wie sich unsere Lieblingssuperhelden gnadenlos verprügeln. Auf der Leinwand ist das immer ein großer Spaß.“ Das sehen wir auch so – vier von fünf Sternen!

Kinostart: 28. April 2016

Genre: Action / Adventure /Sci-Fi

Originaltitel: The First Avenger: Civil War

Filmlänge: 147 Minuten

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